Amprion lehnt Alternativtrassen ab

Alternative, Niedernhausen D3: Es handelt sich um eine Trassenkorridoralternative im Bereich der Ortschaft Niedernhausen. Der ursprüngliche Trassenkorridor verläuft von Norden kommend weiter in südöstlicher Richtung und quert Niedernhausen.

Die Alternative fädelt von Norden kommend zwischen den Ortschaften Lenzhahn und Oberseelbach in östlicher Richtung aus dem ursprünglichen Trassenkorridor in östlicher Richtung aus. Östlich von Lenzhahn verläuft er in südöstlicher Richtung um zwischen den Ortschaften Ehlhalten und Oberjosbach in südwestliche Richtung zu schwenken. Nordwestlich von Niederjosbach trifft er dann wieder auf den ursprünglichen Trassenkorridor.Quelle: www.netzausbau.de/beteiligung2-d

Netzbetreiber Amprion hat den gemeinsamen Vorschlag der Kommunen Cramberg, Hünfelden, Hünstetten, Idstein, Niedernhausen, Eppstein und Hofheim für die Ultranet-Trasse abgelehnt. Die neue Hochspannungsleitung soll Osterath am Niederrhein mit Philippsburg in Baden-Württemberg verbinden.

Bürgermeister Alexander Simon zeigte sich im Stadtentwicklungs- und Umweltausschuss nicht sonderlich überrascht von der Ablehnung und legte die Einstellung der Stadt Eppstein noch einmal dar: Die Anrainer-Städte hatten sich zusammengetan und gemeinsam dargelegt, welche Stromtrasse aus ihrer Sicht am besten wäre: eine Trasse entlang der Autobahn A3 als Erdkabel als Alternative zu der von Amprion bevorzugten Aufrüstung der vorhandenen Wechselstromtrasse, die von den meisten Städten so nicht akzeptiert wird.

Als weitere Alternative fordern die Städte eine linksrheinische Alternativtrasse, da diese Region geringer besiedelt ist und deutlich weniger Menschen davon betroffen wären.

Sie kritisieren, dass bei den bisher bekanntgewordenen Planungen die menschliche Gesundheit nicht vorrangig eingestuft und das „Schutzgut Mensch“ zu wenig beachtet werde.

Mit der Ablehnung ihrer beiden Vorzugsvarianten ist auch die gemeinsame Linie der Kommunen nicht mehr aufrechtzuerhalten, denn Niedernhausen und Eppstein, so der Eppsteiner Rathauschef, „haben nun unterschiedliche Interessen“.

In der aktuellen Vorlage für die Stadtverordnetenversammlung macht Simon klar, dass Eppstein die von Niedernhausen im Nachbeteiligungsverfahren vorgelegte Ausführung über zwei Alternativen „Niedernhausen D3“ und „Niedernhausen Konglomerat“ ablehnt, da Ehlhalten und Niederjosbach von diesen Vorschlägen betroffen wären. Die Stadt spricht von „einkesselnder sowie eine den landschafts- und Siedlungsraum beschränkende Wirkung“. In den kommenden Wochen bittet die Bundesnetzagentur die beteiligten Akteure noch einmal in einer Online-Konsultation um ihre Stellungnahmen. Sie endet am 20. Juli.

Diskutiert wurde im Ausschuss auch über das Vorhaben eines Kindergartenneubaus an der Embsmühle. Die Idee ist bei Anwohnern und betroffenen Vereinen umstritten. Deshalb wollte die FWG prüfen lassen, ob der Kindergartenstandort so verlegt werden kann, dass die Einrichtung die Außenfläche der Feuerwehr als Kinderspielplatz mitnutzen könne. Abends und an den Wochenenden könne die Freifläche von der Feuerwehr genutzt werden, so die Idee der FWG. Davon hielt Simon nichts. Er könne sich nicht vorstellen, dass Kreis oder Land dafür eine Genehmigung erteilen. Die Verletzungsgefahr sei zu hoch, wenn Kinder tagsüber dort spielen sollen, wo abends zuvor die Feuerwehr Übungen abhält. Die FWG zog ihren Antrag zumindest vorläufig zurück.

Die Stadtverwaltung stellte außerdem einen Entwurf für eine neue Stellplatzordnung vor. Die Fraktionen waren sich einig, dass die bestehende aus dem Jahr 1995 überarbeitet werden müsse. Die Zahl der Fahrzeuge pro Haushalt sei in dieser Zeit deutlich gestiegen und die Fahrzeugmodelle größer und breiter als früher. Diese Entwicklungen will die Stadt aufgreifen und die Zahl der Stellplätze unter anderem nach Größe der Wohnfläche staffeln. Auch Fahrradabstellflächen werden in der Satzung berücksichtigt.

Die Fraktionen haben nun den Sommer über Zeit, ihre Ideen dazu zu äußern. Im September will die Stadtverwaltung die überarbeitete Satzung erneut vorlegen. Simon geht davon aus, dass die neue Satzung voraussichtlich Ende des Jahres verabschiedet wird. bpa

Weitere Artikelbilder:

Kommentare

Der Inhalt dieses Feldes wird nicht öffentlich zugänglich angezeigt.
CAPTCHA
Diese Frage hat den Zweck zu testen, ob Sie ein menschlicher Benutzer sind und um automatisierten Spam vorzubeugen.
3 + 0 =
Lösen Sie diese einfache mathematische Aufgabe und geben das Ergebnis ein. z.B. Geben Sie für 1+3 eine 4 ein.


X