Visionäre Burgberichte des Eppsteiner Künstlers Peter Lörincz

Dritter Eppsteiner Burgbericht, 1999 von Peter Lörincz.

Fast schon visionär hat der Eppsteiner Künstler Peter Lörincz in seinen insgesamt sechs Burgberichten die Entwicklung der Burg vorhergesehen: In der dritten Radierung seiner sechs Grafiken mit der auf einem Felssporn emporragenden Eppsteiner Ruine als Motiv ist der Bergfried von einer Installation gestützt, die frappierend dem gerade aufgestellten Gerüst ähnelt. „Jedes Mal, wenn ich durch die Burgstraße auf den eingerüsteten Burgturm zufahre, kommt mir das sehr bekannt vor,“ macht uns Leserin Gabriele Sauveur darauf aufmerksam, dass Lörincz den Burgturm in seinem dritten Burgbericht genau so darstellt.

Im vierten Burgbericht mit dem Titel „Sanierung“ nimmt der 2013 verstorbene frühere Professor für Grafik an der Universität Mainz in künstlerischer Übertreibung den Anblick von Arbeitsgeräten im Burghof vorweg, wie sie vor kurzem notwendig waren, um die Gerüststangen und Platten auf den Burghof und an den Bergfried zu schaffen.

Bei der „Erstürmung der Burg“ auf der sechsten Grafik umschwirren Fallschirmspringer und Fluggeräte wie Drohnen das Burggelände und nehmen damit eine inzwischen fast alltägliche, häufig jedoch illegale Erstürmung der Burg durch fliegende Drohnen-Kameras vorweg.

Für die eigentliche Sanierung und die vorher notwendige Bestandsaufnahme sind allerdings eher Fingerspitzengefühl denn schweres Gerät notwendig. Die ersten Materialproben wurden bereits entnommen – ganz unauffällig und ohne öffentliches Aufsehen. Anfang Juni erwartet die Stadt einen Gutachter, der entscheidet, ob das Gerüst den Bergfried ausreichend absichert, um Burg und Museum wieder für Besucher zu öffnen.

Dann, so die Erste Stadträtin Sabine Bergold, fällt die Entscheidung, wann die Festspiele beginnen. Auch Museumsleiterin Monika Rohde-Reith hat im Burgmuseum alles für die Öffnung vorbereitet. Das Museumsteam sei informiert und stehe bereit, um bei der Öffnung wieder die Aufsicht zu stellen. Die Sonderausstellung über das Ledergewerbe in Vockenhausen ist, wie berichtet, schon seit einem Jahr vorbereitet. Lediglich ein Film mit Zeitzeugen konnte pandemiebedingt noch nicht aufgenommen werden. Er ist als Ergänzung zur Ausstellung gedacht. Die Ausstellung selbst soll entweder im Rahmen des Kultursommers auf der Burg oder im Anschluss an die Burgfestspiele eröffnet werden. bpa

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