Super Stimmung bei „20vor8Chorisma“ und den „Coolen“

Es war ein perfekter Sommerabend, den die Chöre „20vor8Chorisma“ und „Die Coolen“ am 23. Juli vor ausverkauftem Haus auf Burg Eppstein mit einem bemerkenswerten Repertoire füllten.

Beim Konzert von „20vor8Chorisma“ und „Die Coolen“ am lauen Sommerabend Ende Juli umfing das massive Stahlgerüst den Burgturm noch. Seit Ende Juli wird der Bergfried nun Stück für Stück wieder „entrüstet“. Wegen der Aufführungen im Rahmen der Burgfestspiele musste der Abbau mehrmals unterbrochen werden. Im Laufe des Monats sollen die Arbeiten nun abgeschlossen werden. Seit April vergangenen Jahres diente das Gerüst als Arbeitsfläche für die umfangreiche Sanierung des Bergfrieds. Bei der Eröffnung des Konzertabends fand Bürgermeister Alexander Simon, dass das Sicherheitsgerüst noch nützlich sei, denn die Chöre „rockten die Burg“.Fotos: Julia Palmert

Für den Bremthaler Chor „20vor8Chorisma“ war es der zweite öffentliche Auftritt auf Burg Eppstein, der erste jedoch im Rahmen der Burgfestspiele.

Insbesondere Erste Stadträtin Sabine Bergold – selbst Sängerin im Bremthaler Chor – hatte sich dafür stark gemacht, neben Theater und Kabarett das Programm mit Chorgesang zu bereichern. Bergold freute sich über viele Gesichter aus Bremthal, die sie sonst noch nicht auf der Burg gesehen habe. Am 22. Juli war es soweit: 20vor8Chorisma teilte sich die Burg-Bühne mit dem Jazz-Chor „Die Coolen“ aus Bad Camberg. Beide Chöre unterstehen der Leitung von Ulrich Diehl.

Die Sängerinnen und Sänger hatten sich vorgenommen, mit ihren in jazziger Manier vorgetragenen Songs aus Pop und Rock „die Burg zu rocken“, wie Vereinsvorsitzender Andreas Geis ankündigte. Bei seiner Begrüßung flachste Bürgermeister Alexander Simon, dass das Gerüst am Turm aus Sicherheitsgründen extra stehen gelassen wurde, da der große Chor mit seinem Gesang Steine zum Wackeln bringe könnte. In der Woche darauf begann der Abbau.

Das scheinbar stützende Korsett rund um den Bergfried leistete bei diesem „Heimspiel“ tatsächlich wertvolle Dienste, denn zumindest der Applaus, den die Bremthaler und die Bad Camberger einheimsten, ließ den Innenhof vibrieren. Die letzten Töne der zweiten Zugabe waren kaum verklungen, da brach ein Sturm der Begeisterung los. Das Publikum erhob sich von den Sitzen und spendete lebhaften Applaus. Pfiffe, Schreie und Rufe erklangen – und trugen zum Renommee des Chores des Gesangverein Liederkranz 1875 Bremthal bei.

20vor8Chorisma präsentierte viele Songs aus dem Programm, das die Gruppe auch schon im vergangenen Herbst in der Bremthaler Location „Botanical“ auf die Bühne gebracht hatte, deutsch- und englischsprachige Lieder, a cappella oder mit musikalischer Begleitung. Gemeinsam mit den stimmgewaltigen „Coolen“, die ihre Lieder ausschließlich a cappella präsentieren, betraten 46 Sängerinnen und Sänger die Bühne und eröffneten mit „Auf uns“ (Andreas Bourani) das Konzert. Weitere gemeinsame Stücke waren „Stand by me“ (Ben E. King), „Your the voice“ (John Farnham) sowie die Zugaben „Somebody to love“ (Queen) und „Music“ (John Miles).

Nach der Eröffnung machte 20vor8Chorisma – alle Mitglieder in schwarzer Kleidung mit türkisfarbenen Accessoires – ohne die Coolen weiter mit dem Armstrong-Song „What a wonderful World“ und „Golden Eye“. Gunnar Lorentzen in der Rolle des Moderators von 20vor8Chorisma kündigte das Lied „21 guns“ (Green Day) als Lieblingslied so mancher Dame im Chor an. Lorentzen und Chorleiter Diehl warfen sich bei den Anmoderationen die Bälle zu und brachten das Publikum zum Lachen. Einer Attacke auf den Bergfried glich der von Robert Karasek am Keyboard begleitete Song „Don’t stop believing“ (Journey). Im voll besetzten Burghof wippten Köpfe und Füße. Das Publikum war eingeheizt, als „Die Coolen“ die Bühne einnahmen.

Auch die zwölf Coolen, in reinem Schwarz gekleidet, eroberten die Herzen der Eppsteiner im Sturm mit Songs wie „Somebody that I used to know“ (Gotye) und „Under Pressure“ (Queen). Die Darbietung des Stücks „No roots“ von Alice Merton setzte dem Bergfried beinahe empfindlich zu. Neu war der ausgeprägte jazzige Akzent: Die Stimmen wurden als Instrument genutzt, ohne einen Text zu singen. Bei ihrem ersten Stück „It’s allright“ sang nur ein Teil des Chores den Liedtext, die Bässe untermalten ihn mit dem rhythmischen und melodischen Gesang aneinandergereihter Silben. Der Chorleiter hatte die Stücke für beide Chöre arrangiert.

Wegen einiger Corona bedingter Ausfälle schlüpfte Diehl beim Auftritt der Coolen gleich in mehrere Rollen: Er dirigierte, sang und moderierte. Bei der Ankündigung eines Abba-Medleys erinnerte Diehl an einen Besuch der berühmten schwedischen Band in Eppstein, die nach dem Erfolg beim Eurovision Song Contest 1974 auf der Burg ein Video des Welthits Waterloo drehte. Wer mochte, konnte in Nostalgie schwelgen beim Abba-Medley, in dem sich ein Evergreen an den anderen reihte.

Stadträtin Sabine Bergold, die das Konzert im Publikum verfolgte, zeigte sich berührt vom Erfolg der Bremthaler. „Im kommenden Jahr soll 20vor8Chorisma bei den Burgfestspielen wieder auftreten – und ich möchte wieder mitsingen“, versprach sie.

Ein Dank ging an das Kastellan-Paar Leander und Josefine Kuhlisch, Leo und Josie, die dafür gesorgt hatten, dass der Aufbau der Bewirtungsstände pünktlich abgeschlossen werden konnte. Der Gesangverein Liederkranz kredenzte herzhafte „Bierstangen“, Brezeln und gekühlte Getränke.mi

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