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Sphärische Klänge in der Talkirche

Teddie Hwang (l.) an der Querflöte und Susanne Kohnen am Theremin.

Vergangenen Samstag gab es nach drei Monaten Corona bedingter Pause wieder Musik zur Marktzeit in der Talkirche.

Das gut besuchte Konzert fand unter den jetzt üblichen Sicherheitsvorkehrungen zum Schutz vor einer Infektion mit dem Virus statt.

Alle Besucher wurden namentlich mit Adresse und Telefonnummer erfasst, die Hände am Eingang der Talkirche desinfiziert und nur jede zweite Kirchenbank mit zwei bis drei Personen besetzt. In Anspielung auf das derzeitige Leben in Ungewissheit, das die Pandemie mit sich bringt, stand das Konzert unter dem Titel „Labyrinth“ mit der Frankfurterin Susanne Kohnen. Die leidenschaftliche Musikerin spielte solo eigene Improvisationen von Stücken, die auf ihren Lieblingskomponisten Georg Philipp Telemann zurückgehen. Kohnen, die laut Pfarrerin Heike Schuffenhauer auf Grund ihrer Vielseitigkeit „für fünf Musiker spielt“, blies Saxophon und Oboe und brachte ihre Zuhörer mit den sphärischen Klängen ihres Theremin zum Staunen.

Einer der Höhepunkte des Konzerts war das gemeinsame Musizieren mit der Flötistin Teddie Hwang, der Initiatorin und Organisatorin der „Musik zur Marktzeit“. Diese hatte sich gewünscht einmal in ihrem Leben auf ihrer Traversflöte von einem Theremin begleitet zu werden. Die gemeinsame Darbietung zweier Stücke von Bach erntete viel Applaus.

Theremin-Konzerte sind selten, stellte Kohnen fest. Zwar wurde das elektrische Instrument bereits 1920 vom Russen Lew Termen erfunden, kam aber bisher nur in musikalischen Nischen, in Science fiction Filmen wie beispielsweise Ghostbusters und experimenteller Musik, zum Einsatz. „Die Anzahl der Künstler, die das Theremin beherrschen und nach Noten mit Orchester vor großem Publikum spielen, ist sehr gering“, erklärte Kohnen im Anschluss an das Konzert. Das Instrument steuerte sie berührungslos mit der Position ihrer Hände und Finger. „Der schwarze Kasten hier hat zwei Antennen“, erläuterte sie weiter, „die Ringförmige regelt die Lautstärke, die Stabantenne die Tonhöhe.“

Die Handbewegungen im elektromagnetischen Feld zwischen den Elektroden erzeugen Schwingungen, die als Töne ausgegeben werden. Der Klang des Theremins wirkte zuweilen melancholisch, außerweltlich und geisterhaft. Zu solchen Tönen zeigt die Improvisationskünstlerin sonst Weltraumbilder auf großen Leinwänden.

Diesmal streute sie zwischen den Musikstücken Texte unter anderen von Wilhelm Busch und Hans Dieter Hüsch ein, die von Esther Schaller vorgelesen wurden und große Themen labyrinthischer Suche nach Sinn, aber auch Alltägliches wie das „richtige“ Händeschütteln behandelten. „Ein Mensch gibt bis zu 15 000 Mal in seinem Leben die Hand“, überraschte Schaller das Publikum, doch um einen guten Eindruck zu machen, bliebe in Zeiten von Corona nur hinter der Maske freundlich mit den Augen zu lächeln.

Das nächste Konzert in der Reihe „Musik zur Marktzeit in der Talkirche“ findet am 28. August von 15.30 bis 16.30 Uhr statt.mi

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