Das neue Stück verbindet Komik und Abgründiges

Die Schwierigkeit nach einem so erfolgreichen Sommerstück wie das 2026 aufgeführte „Hotel Mimosa“

ein Stück für das nächste Jahr zu finden, sei nervenaufreibend, beschreibt die Vorsitzende der Burgschauspieler, Juliane Rödl, was den monatelangen Proben für die nächste Festspielpremiere vorausgeht.

Viele Stücke sind für sehr kleine Ensembels geschrieben oder für sehr große und kommen schon deshalb nicht in Frage. Nur wenige passen zum Tableau der Burgschauspieler: „Unzählige Stücke werden geprüft und verworfen. Dann bleibt eines hängen. Es ist viel zu lang. Aber es ist so gut!“, beschreibt Rödl die Krux bei der Auswahl eines neuen Stücks und meint diesmal ganz konkret das Stück „Der tollste Tag“ von Peter Turrini.

Zum Glück gebe es da Uta Kindermann aus Niedernhausen – Regisseurin, Theaterfrau, Autorin – und freie Mitarbeiterin bei der Eppsteiner Zeitung –, erzählt Rödl vom langen Prozess der Findung bis zur endgültigen Spielfassung für die Burgschauspieler. „Wir baten Uta Kindermann, das Stück auf uns umzuschreiben, zu kürzen und dramatische Spitzen zu entschärfen“, berichtet Rödl: „Es ist ihr gelungen, 110 Seiten auf 55 Seiten zu kürzen – und es fehlt nichts!“ Außerdem hat Kindermann das Stück komplett in Eppstein angesiedelt; „da darf hessisch gebabbelt werden“, freut sich Rödl, die auch dieses Jahr wieder die Regie übernimmt.

„Turrinis „Der tollste Tag“ sei ein Stück, das die Burgschauspieler fordern werde, so Rödl, „aber auch glänzen lässt“. Es verbindet gleichzeitig Komik und Abgründiges. Peter Turrini macht aus einer leichten Figaro-Komödie, eine scharfe Parabel über Machtmissbrauch. Der Autor beginnt sein Stück bewusst leicht, erotisch, verspielt – fast ein Mozart. „Es ist eine Komödie, die zum Lachen bringt, während sie weh tut“, beschreibt Rödl die Wirkung. „Das ist ein neues Terrain für uns“, sagt sie, ist aber überzeugt: „Das Stück ist nur spielbar, weil wir die Darsteller dafür haben.“

Auch die Besetzung sei nicht einfach gewesen, sagt Rödl, denn auch die leidenschaftlichsten Burgschauspieler brauchen hin und wieder eine längere Auszeit. Trotzdem gibt es voraussichtlich im nächsten Sommer ein Wiedersehen mit vielen beliebten Darstellern und Darstellerinnen: So übernimmt Benjamin Peschke die Rolle des „Figaro, ein bediensteter Friseur“, Judith Graf spielt Zofe Susanne, Volker Steuernagel Graf Almaviva, den Schloßherrn, Nicole Decher seine Gemahlin, die Gräfin Almaviva.

Schon die ersten vier Namen verraten: Figuren und Thema sind angelehnt an Beaumarchais barocker Komödie „Der tolle Tag oder Die Hochzeit des Figaro“, der Grundlage für Mozarts bekannte Oper „Die Hochzeit des Figaro“.

In weiteren Rollen als Intriganten, Schlossbewohner und Bedienstete treten Nicky Löffler, Nicola Sasse, Robin Sommer, Isabelle Reitter, Juliane Rödl, Gabriele Wittich und Jasmin Spielmann auf. Auch der neugewählte Liederbacher Bürgermeister Dirk Büttner gibt ein kurzes Gastspiel.

Knut Vollmuth, der letzte Burgschauspieler, der seit der ersten Aufführung 1968 noch aktiv auf der Bühne steht, ist auch wieder dabei. Er spielt den legendären Räuber Schinderhannes und einen Mönch namens Alexus. In weiteren Rollen: Ronny Skowronnek und Rod Monteiro. Die Regie übernimmt Juliane Rödl, assistiert von Katrin Thunig. Toni Jäckel ist wieder als Souffleur dabei.bpa

Kommentare

Anmelden oder Registrieren um Kommentare zu schreiben


X