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Das neue Stück ist gruselig, kultig und voller Morde

So viele Darsteller wie diesmal tummelten sich selten auf der Bühne im Blauen Saal. Seit 1990 führt die Theatergruppe der Humoristen im Schnitt alle zwei Jahre ein Stück im Vockenhäuser Rathaussaal auf.

In diesem Jahr inszenieren die Laiendarsteller um Regisseur Heiner Benz eine Kriminalkomödie mit 14 Darstellern und elf verschiedenen Szenenbildern. Wie das Vorbild, der Kult-Gruselkrimi von Edgar Wallace „Die Tür mit den 7 Schlössern“, spielt die liebevolle Persiflage des Autorenduos Alexander Liegl und Gabriele Rothmüller, in London.

In der Hauptrolle ermittelt Inspektor Richard Martin von Scotland Yard über die Hintergründe für eine Reihe von geheimnisvollen Todesfällen. Diverse Schlüssel spielen eine Rolle, ein Familiengeheimnis aus der Vergangenheit wird fast zum Verhängnis. Raffgierige Verwandte, ein unschuldiges, junges Mädchen, ein Panzerknacker und ein wahnsinniger Wissenschaftler sind nur einige der Protagonisten. Für den jüngsten Darsteller, den 14-jährigen Nils Friedrich, schrieb Benz sogar eine Rolle um: „Er spielt den jüngsten Bobby-Auszubildenden der englischen Polizei-Geschichte“, verrät Benz. Bekannte Darsteller wie Heinrich Wohlleber, Heike Friedrich und Marian Stork spielen wieder mit, andere, wie Tatjana Vdovenko, „haben wir reaktiviert“, sagt Benz. Neue Talente wie Larissa Kilb, Erhard Waldmann und Dr. Klaus Rissmann sind auch dabei. Benz: „Wir haben diesmal viele Menschen angesprochen, um unsere 14 Rollen zu besetzen.“ Doppelbesetzungen gebe die Szenenfolge zwar her, aber, so Benz, „das wollten wir nicht“. Die Darsteller kommen genau wie das Publikum aus Eppstein und Vockenhausen. Da kennt man sich. Deshalb sei es, anders als bei einer fremden Bühne, verwirrend, wenn ein Darsteller plötzlich die Rolle wechsele.

Kostüme und Kulisse sind im Stil der späten 60er Jahre angelegt. Kopfzerbrechen bereitete Wilfried Horn das Bühnenbild: „Als ich das Stück zum ersten Mal gelesen habe, dachte ich: Das ist bei uns fast nicht spielbar!“ erinnert sich Horn, der seit vielen Jahren zusammen mit Richard Tergau, Heinz Strasser, Wolfgang Leidecker und Richard Prag Kulissen malt, Zwischenwände konstruiert, Stühle, Tische, Kommoden und Sofas passend zu den Stücken herbeischafft und schon die unterschiedlichsten Räume aufgebaut hat. Selbst die Burg Eppstein war schon auf einem Bühnenbild zu sehen. Klar, dass auch diesmal sein Ehrgeiz geweckt wurde: „Denn das Stück ist richtig gut und extrem witzig, trotz der vielen Morde“, sagt Horn augenzwinkernd.

Problematisch für die Bühnenbauer der Humoristen ist die kleine Bühne. Es gibt nur einen engen Seiteneingang und keinen Raum hinter der Bühne. „Da müssen wir schon mit Tricks arbeiten, um elf verschiedene Orte zu schaffen“, sagt Horn. Es werde mit Licht und Ton gearbeitet, „um bei den Zuschauern Bilder im Kopf entstehen zu lassen“.

„Bei der Aufführung erkennen die Besucher, ob sie sich gerade in der Londoner U-Bahn, im Büro von Scotland Yard, in einem Park oder in einem Labor befinden“, ist er sicher.

Geprobt wird schon seit Wochen. Jetzt beginnt der Bühnenbau. Bis zur Premiere am Samstag, 28. Oktober, muss alles sitzen. Weitere Aufführungen sind für Sonntag, 29., und für den 4. und 5. November vorgesehen. Der Kartenverkauf für die Aufführungen im Blauen Saal im Rathaus I in Vockenhausen hat begonnen. Erhältlich sind die Karten für 10 Euro bei folgenden Geschäften in der Vockenhäuser Hauptstraße: Metzgerei Rücker, Friseur Zimmermann, Änderungsschneiderei Can und Getränkehandel Weyher. bpa

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