Liederkranz schreibt mit Frauenchor-Projekt Erfolgsgeschichte

Die Sängerinnen des Frauen-Projektchors begeisterten im Bürgersaal. Foto: Helga Mischker

Der Bürgersaal platzte am letzten Mai-Sonntag aus allen Nähten. Etwa 250 Menschen waren gekommen, um das Konzert des Gesangvereins Liederkranz zu erleben.

Das als gemütliches Beisammensein im familiären Rahmen gestaltete Ereignis setzte den Schlusspunkt unter das Frauenchor-Projekt „Deutsch Pop Rock“ unter der Leitung von Dirigent Ulrich Diehl. Das üppige Fingerfood-Büfett mit herzhaften und süßen Muffins, Kuchen, Käsesticks und vielem mehr im Foyer des Bürgersaals bot die Gelegenheit, bei einem Häppchen miteinander ins Gespräch zu kommen.

Moderatorin Sabine Bergold begrüßte die eingefleischten Liederkranz-Fans und diejenigen, die den Chor noch nicht kennen. Sie gab die Bühne frei für den 1969 gegründeten Frauenchor. Knapp 40 Sängerinnen in Schwarz mit pinkfarbenen Accessoires, darunter auch das Gründungsmitglied Brigitte Kaus, nahmen Aufstellung auf dem nagelneuen Chorpodest des Vereins und sangen ihre Lieder begleitet von Robert Karasek am Keyboard ohne Noten und Text, wie die Moderatorin anerkennend bemerkte. Den Anfang des fast dreistündigen Konzerts machte „An guten Tagen“ von Johannes Oerding. Es folgten Lieder wie „Gib mir Sonne“ von Rosenstolz und „Halt dich an mir fest“ (Revolverheld).

48 Frauen hatten sich vor fast einem Jahr bei Organisatorin Iris Filbrich angemeldet, um am Projekt teilzunehmen, davon mehr als die Hälfte Neulinge. Innerhalb von neun Monaten probten sie acht deutsch- und englischsprachige Lieder ein. Am Konzertabend standen 38 Frauen auf der Bühne. Für viele war das Konzert der erste Auftritt überhaupt. „Vier Frauen wollen dauerhaft im Frauenchor bleiben“, freute sich Filbrich. Die stellvertretende Vorsitzende des Vereins hofft, dass noch einige weitere Frauen dem Verein treu bleiben.

„Schon die erste Chorprobe mit den neu hinzugekommenen Frauen im August des vergangenen Jahres hat mich sehr beeindruckt“, erzählte Liederkranz-Vorsitzender Andreas Geis. Der Zuspruch war enorm, die Stühle reichten nicht und mussten gerückt werden. Und was die Damen da zu Gehör brachten, überzeugte ihn sofort.

„Wem macht es keinen Spaß mit Ulrich Diehl zu proben?“, mit dieser rhetorischen Frage erklärte Bergold den Erfolg des Frauenchor-Projekts. Und: Wer einmal vom Liederkranz-Virus befallen sei, den lasse es nicht mehr los. Der Vorstand sei „superklasse“.

Organisatorin Filbrich zeigte sich bei der Begrüßung dankbar, dass Bergold die Moderation übernommen hatte. Die Erste Stadtverordnete ist eigentlich Chormitglied, konnte aber nicht regelmäßig an den Proben teilnehmen. Stattdessen führte sie durch das Programm. „Das hat sie hervorragend gemacht“, befand Geis am Ende des Konzerts.

Weiter ging es mit dem gemischten Chor 20vor8CHORisma, der mit „So soll es bleiben“ (Ich und ich) sowie „Seite an Seite“ (Christina Stürmer) und weiteren Liedern das Publikum begeisterten. Ein Highlight war „Easy on me“ (Adele), ein Favorit von Moderatorin Bergold.

Nach deren Auftritt und der kulinarischen Pause am Fingerfood-Büfett trat der ebenfalls von Diehl dirigierte Chor „Männerabend“ aus Bad Camberg und Umgebung vor das Publikum. Der Name „Männerabend“ könne als das Pendant zu „Mädelsabend“ verstanden werden; „statt Witze zu reißen, singen wir einfach zusammen“, erklärte Bruno aus dem Chor. Dass dabei auch das ein oder andere Bier gezischt wird, lässt sich erahnen, denn Geis, der auch diesem Chor angehört, dekorierte die Bühne mit einem Weizen. Der seit 2020 bestehende Chor weckte mit seinen a cappella vorgetragenen Liedern Begeisterungsstürme im Publikum. Insbesondere das witzig-skurrile Lied „Ruf der Berge“ (Maybepop) von einer Dame mit ihrem jodelnden Ehemann war ein Hörgenuss und zerrte an den Lachmuskeln.

Nachdem „An guten Tagen“, die Zugabe des Frauenchors, und der tosende Applaus für das gelungene Konzert verklungen waren, bedankte sich Geis beim Bauhof der Stadt Eppstein, der in letzter Minute noch fehlende Stühle aus der Dattenbachhalle in den Bürgersaal gebracht hatte. Filbrich lobte das Engagement der Männer und Kinder der „neuen“ Damen und dankte ihrem Lebensgefährten Robert Karasek am Piano sowie dem Chorleiter, dem „wichtigsten Mann“. Diehl entgegnete mit einem Augenzwinkern und feinem Lächeln: „Iris, du hast den Tag super gerockt, auf der Bühne gestanden und richtig gesungen“.mi

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