Jazz im Autohaus wirkte gegen den Corona-Blues

Jazz im Autohaus mit dem Andreas Hertel Trio.Foto: Jonas Schönian

Rhythmisch nickende Köpfe, wippende Füße und kräftiger Applaus – den rund 60 Zuhörern gefiel „Jazz im Autohaus“ mit dem Andreas Hertel Trio im Autohaus Gottron in Bremthal sichtlich. Eintritt wurde nicht verlangt, um Spenden freundlich aber keineswegs aufdringlich gebeten.

Die Plätze waren nahezu restlos von Menschen jeden Alters besetzt.

Die hohe Besucherzahl erfreute den Kulturkreis (KKE) als Veranstalter: „Eine Viertelstunde vor Beginn waren erst zwei Plätze besetzt, um so schöner ist es, dass das Konzert jetzt doch so gut besucht ist“, sagte Ulrike Canthal, eine der Organisatorinnen. „Andreas Hertel hat 2014 schon mal bei uns gespielt und war klasse, weshalb wir ihn für das vergangene Jahr wieder verpflichtet hatten – allerdings kam dann Corona dazwischen, und wir verlegten seinen Auftritt auf dieses Jahr“, machte Canthal klar und genoss die Musik gegen den Corona-Blues.

Keinesfalls selbstverständlich sei das Engagement des Autohauses Gottron, das schon seit Jahren immer wieder seine Räumlichkeiten kostenlos zur Verfügung stelle und Konzerte in besonderer Atmosphäre ermögliche. „Die Mitarbeiter haben nur für das Konzert die Autos rausgefahren – das ist schon ordentlich Aufwand!“, stellte Kulturkreis-Mitarbeiter Manfred Sturm fest. Er selbst führte während der Veranstaltung die Einlasskontrollen der 3G-Regelung durch. Für die Zukunft werde der Kulturkreis jedoch komplett auf die 2G-Regelung umsteigen: „Wir können dann auf Masken und Abstände verzichten, das ist ein ganz anderes Konzerterlebnis und auch finanziell der einzig tragbare Weg“, so Sturm, der ebenfalls sichtlich Gefallen an der Musik fand.

Die Band mit Andreas Hertel (Wiesbaden) am Piano, Johannes Schaedlich (Frankenthal) am Kontrabass und Jens Biehl (Frankfurt) am Schlagzeug spielte rund zwei Stunden mit kurzer Pause. „Es gefällt uns sehr gut, die Qualität der Musik ist sehr hoch – man merkt, dass Profis am Werk sind!“, so die Meinung von Hermann Melmikov, der mit seiner Frau und zweijähriger Tochter aus Kronberg angereist war.

Die Lieder waren Eigenkompositionen – von gefühlvollen, verträumten Balladen über entspannt groovende, eingängig-gefällige Melodien bis hin zu modernen, schnellen, teils komplex-rhythmischen Improvisationen, jedoch immer auf den Punkt gebracht, ohne zu stark ins Abstrakte zu gehen und doch experimentell genug, um stets etwas Neues, teils Unerwartetes zu bringen.

„Wir sind froh, dass wir hier heute spielen durften. Es hat uns riesig Spaß gemacht, vor so vielen Gästen zu spielen. Alles lief reibungslos“, erklärte Hertel freudig, der auch auf die neue CD „Blue Bop“ aufmerksam machte. „Einige der Stücke stammen von der neuen CD, die erst im Januar offiziell erscheint. Das war sozusagen unveröffentlichtes Material“, so Hertel weiter. Dankbar zeigte sich das Trio nicht nur wegen der vielen Besucher, guten Resonanz und des gelungenen Auftritts, sondern auch wegen des Kulturförderprogramms „Hessen kulturell neu eröffnen“ der Hessischen Kulturstiftung. Die Unterstützung eröffnete ihnen in der schwierigen Coronazeit die Möglichkeit, das neue Album zu realisieren.

Die nächsten Konzerte organisiert der KKE am 26. November mit den Gregorian Voices in Niederjosbach und am 26. Dezember mit dem Weihnachtskonzert mit Teddi Hwang in Eppstein. js

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