Mit Filmkamera auf Motivsuche für den Mord am Neufville-Turm

Sabrina Reulecke (Mitte) gibt Daniela Brust und Kameramann Jochen Haupt Regieanweisungen.Foto: Schuchard-Palmert

Der türkisfarbene Schal am Hals von Daniela Brust leuchtet schon von Weitem im frühlingshellen Wald rund um den seit Jahren unbewohnten Neufville-Turm. Er ist ein wichtiges Utensil in Sabrina Reuleckes Roman „Mord im Schatten des Turms“

und ist auch im Trailer, den die Autorin an diesem Tag am Neufville-Turm drehen will, unverzichtbar.

Zum dritten Mal beteiligen sich die Eppsteiner Autorinnen Sabrina Reulecke, die unter dem Pseudonym Brina Stein schreibt, und Sonja von Saldern am hessenweiten Aktionstag „Ein Tag für die Literatur und die Musik“, der alle zwei Jahre vom Hessischen Rundfunk im Sender HR2-Kultur organisiert wird. Das Thema „Spurensuche“ für die landesweite Aktion am Sonntag, 30. Mai, hat die beiden Eppsteinerinnen sofort begeistert, es passe gleich im doppelten Sinne hervorragend zu dem in Eppstein spielenden Krimi und zum geplanten historisch-literarischen Spaziergang rund um die Eppsteiner Altstadt.

In Reuleckes erstem Eppstein-Krimi suchen die drei Landfrauen Rita, Ute und Rosi, Heldinnen diverser Kreuzfahrtromane von Sabrina Reulecke, diesmal einen Mörder im Taunus. Beim Spaziergang rund um Eppstein suchen die Teilnehmer nach Spuren der Eppsteiner Geschichte. Noch hoffen die beiden, dass Reulecke vor Publikum an den Schauplätzen ihres Romans lesen darf.

Der Trailer, mit dem sie auf der Seite des Hessischen Rundfunks für den Eppsteiner Beitrag zum Tag der Literatur werben will, ist im Kasten. Ein Video mit Sonja von Saldern als Herold steht bereits im Netz. Wegen der wildromantischen Kulisse des Neufville-Turms stand für Reulecke schnell fest, dass für den Trailer der Prolog gedreht werden solle, in dem im Schatten des Turms gemordet wird. Auf der Suche nach einem geeigneten Mordopfer, wurde sie schnell fündig: Nachbarin Daniela Brust, begeisterte Krimi-Leserin, wie sie sagt, übernahm die Rolle ohne zu zögern und schlüpfte für den Dreh in eine dunkle Jacke und schlang den besagten türkisfarbenen Schal um den Hals, suchte sich den Weg durch den Wald zum Turm, stieg geduldig Eingangstreppen hinauf und wieder hinunter, hatte auch ihr Handy als wichtiges Requisit dabei. Denn auch ein Anruf spielt eine wichtige Rolle im Buch. Spannend wird’s am Schluss der kurzen Film-Sequenz, wenn schwarzbehandschuhte Hände aus dem Hinterhalt nach dem türkisfarbenen Schal greifen…

Für die Aufnahmen haben Reulecke und von Saldern den Niedernhausener Fotograf Jochen Haupt gewonnen und als Vorleser der Romanpassagen den Synchronsprecher Stefan Katgeli. Hauptdarstellerin Daniela Brust hat auch persönliche Gründe für die Mitarbeit im Werbetrailer: „Meine Familie und ich haben hier, als der Turm noch an den Wochenenden bewirtschaftet wurde, viele schöne Stunden verbracht“, sie erinnert sich noch gut daran, dass die beiden heute 10 und 14 Jahre alten Söhne als sie noch klein waren, mit Vorliebe durch den Wald getobt sind, während sie und ihr Mann Kuchen oder Apfelwein auf der Terrasse genossen. „Das ist einfach ein schöner Ort zum Entspannen“, sagt sie. Eigentlich hätte sie voriges Jahr gern im Schatten des Turms ihren 50. Geburtstag gefeiert. Doch daraus wurde nichts.

Mit dem Trailer über ihren ersten Eppstein-Krimi will Reulecke im Herbst auch für ihren zweiten Eppstein-Krimi werben. Die Landfrauen kehren zurück – und stehen erneut im Mittelpunkt einer Mordermittlung. Soviel verrät Reulecke vorab: „Tatort ist diesmal eine der Eppsteiner Villen zwischen Mendelssohn- und Kurfürstenstraße, die Spuren führen bis nach Aizkraukle, Eppsteins lettischer Partnerstadt.“ Der Plot steht, die ersten Kapitel sind geschrieben, sagt Reulecke. Bis zum Sommer will sie das Manuskript fertigstellen, im Frühjahr soll das Buch erscheinen.

Bis dahin sei noch einiges an Recherchen notwendig. „Bei der Handlung kann ich improvisieren“, sagt Reulecke, „aber die realen Orte der Handlung müssen detailgetreu geschildert werden“. Mit das schönste Lob habe ihr ein Leser zu ihrem Krimi im Taunus geschrieben: Das Buch lese sich „wie eine Reise durch Eppstein“.bpa

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