Die Lektüre von Alexander Demandts neuem Buch „Geschönte Geschichte – Fälschung und Fabelei seit der Antike“ ist durchaus anspruchsvoll und braucht etwas Zeit und Muße, denn der Autor verbindet eine spannende Spurensuche durch die Geschichte mit einer fundierten wissenschaftlichen Betrachtung.
Fake News und Geschichtsklitterung sind keineswegs Erfindungen unserer Zeit. Schon in der Antike wurden Tatsachen verdreht, Kriege nachträglich gerechtfertigt und Herrscher zu göttlichen Nachkommen erklärt, um Macht zu sichern und das eigene Handeln zu legitimieren. In seinem ebenso kenntnisreichen wie unterhaltsamen Buch zeigt der renommierte Althistoriker Alexander Demandt, wie geschickt Geschichte seit jeher den jeweiligen Interessen angepasst wurde.
Von Caesar bis Konstantin, von griechischen Mythen bis zu den römischen Kaisern beleuchtet Demandt zahlreiche überraschende Beispiele. Auch biblische Überlieferungen nimmt er kritisch unter die Lupe und zeigt, wie historische Ereignisse und religiöse Deutungen miteinander verwoben sind und wo sich überlieferte Darstellungen nicht ohne Weiteres mit historischen Erkenntnissen vereinbaren lassen.
Ein spannender Streifzug durch die Vergangenheit, der den Blick für Manipulationen schärft und zugleich erstaunlich aktuell ist. Denn das Buch zeigt eindrucksvoll, wie leicht sich Geschichte für eigene Zwecke zurechtbiegen lässt – damals wie heute.
Ein ebenso aufschlussreiches wie unterhaltsames Buch, das in der Eppsteiner Bibliothek darauf wartet, ausgeliehen und entdeckt zu werden.
► Alexander Demandt
Geschönte Geschichte – Fälschung und Fabelei seit der Antike
2026, 603 Seiten, Verlag C.H. Beck


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