Empfehlung aus der Stadtbücherei Eppstein

Mitarbeiterinnen und Stammleser der Stadtbücherei stellen den Lesern der Eppsteiner Zeitung ihre Lieblingsbücher vor. Je nach Neigung haben sie aktuelle Neuerscheinungen ausgewählt oder Bücher, die ihrer Meinung nach zu Unrecht in den Regalen verstauben.

In den Sommermonaten legen unsere Rezensentinnen und Rezensenten eine Pause ein, um dann im Herbst Neuerscheinungen oder Wiederentdeckungen zu präsentieren.

Auch wenn nicht jeder „Der Graf von Monte Christo“ von Alexandre Dumas gelesen hat, so ist dieser Titel vielen Menschen ein Begriff. Doch was viele nicht wissen: Diese berühmte Romanfigur geht auf eine reale Person zurück. Der „schwarze General“ war nämlich der Vater des Schriftstellers Alexandre Dumas.

Thomas Alexandre Davy de la Pailleterie wurde 1762 auf der französischen Insel Saint-Domingue (heute Haiti) geboren. Als Sohn eines weißen französischen Adligen und einer schwarzen Sklavin folgte er seinem Vater als Teenager nach Frankreich. Dort führte er trotz seiner dunklen Hautfarbe ein privilegiertes Leben, denn Frankreich war zu dieser Zeit in Bezug auf die Hautfarbe toleranter als viele andere Länder.

Als junger Mann schloss er sich als einfacher Soldat der Armee an und nahm den Namen „Alex Dumas“ an, den Mädchennamen seiner Mutter. Schnell stieg er auf und wurde aufgrund seiner Kraft, seines Mutes und seines Enthusiasmus bekannt. Neben seiner Hautfarbe beeindruckte er vor allem durch sein Aussehen, Temperament, Charme und einen ausgeprägten Gerechtigkeitssinn.

Während der Wirren der Revolution avancierte er innerhalb kurzer Zeit zu einem angesehenen General. Er heiratete Marie-Luise, die Liebe seines Lebens, blieb jedoch der Armee treu und kämpfte an der Seite eines anderen, später sehr berühmten Zeitgenossen; Napoleon Bonaparte. Dieser konnte jedoch Dumas, der für Gerechtigkeit eintrat und nicht nur auf eigenen Vorteil bedacht war, nicht ausstehen.

Die Biografie ist unterhaltsam geschrieben und bietet nicht nur Einblicke in das Leben des Generals, sondern auch in die Gesellschaft, Bräuche und politischen Ereignisse Frankreichs im späten 18. Jahrhundert. Sie vermittelt die faszinierende französische Geschichte auf bewegende und keineswegs langweilige Weise. Obwohl das Buch nicht brandneu ist, ist die Lektüre wärmstens zu empfehlen.

 Tom Reiss, Der schwarze General 2013, 464 Seiten, Verlag dtv

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