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„Ebbe di Stein“ amüsiert sich köstlich beim Kabarett

Kabarettist Detlev Schönauer als Jaques.

Von der „Ebsch Seit“ stammt der Kabarettist Detlev Schönauer, der vergangene Woche bei den Burgfestspielen sein Programm „Doppelhirn – Wundersame Familienvermehrung in Jaques’ Bistro“ präsentierte.

Der gebürtige Mainzer, der seit Jahrzehnten als charmant parlierender Thekenphilosoph Jaques durch die Lande zieht, teilte sich die Bühne diesmal mit seinem vermeintlich eineiigen Zwillingsbruder, dem Bio-Lehrer Jakob Kleinschmitt – auch bekannt als Karnevalist im Fernseh-Klassiker „Mainz bleibt Mainz“. Schönauer verkörperte beide seiner Bühnen-Identitäten und wechselte vor den Augen des Publikums blitzschnell die Rollen. Brille und Baskenmütze kleideten den französisch-stämmigen Jaques, ein Jackett den sendungsbewussten Bio-Lehrer aus Mainz. Schönauer kam bei den heißen Temperaturen in der vergangenen Woche manchmal ganz schön ins Schwitzen.

Vor ausverkauftem Mainzer Keller nahmen die „Zwillinge“ Bildung, Intelligenz, die politischen Entwicklungen, den Islam oder die Probleme der Gesellschaft aufs Korn, der eine im französelndem Deutsch, der andere als Ur-Mainzer auf „Meenzerisch“. Auch das Publikum bekam sein Fett weg. Dass „Ebbe di Stein“ ähnlich wie das Saarland ein bisschen hinter dem Mond liegen soll, ging aber zum einen Ohr hinein und zum anderen heraus. Wieder bestens bewirtet durch die Stadtwache amüsierte sich das Publikum bei Witzen und Liedern und ließ sich eine abenteuerliche Geschichte auftischen, wie es zur Trennung der beiden Zwillingsbrüder kam und schließlich zur wundersamen Familienvermehrung.

Schöpfer beider Figuren ist natürlich Schönauer selbst. Seit 2015 gibt er den Lehrer Kleinschmitt in der Mainzer Karnevalssendung.

Den im Saarland lebenden Franzosen Jaques erfand er im Jahr 1986. Schönauer hatte sich schon in der Nähe Saarbrückens niedergelassen, da nahmen die Franzosen kurz nach dem Atomunfall in Tschernobyl das nahe der deutschen Grenze gelegene Kernkraftwerk in Cattenom in Betrieb – mit einer Sorglosigkeit und Ignoranz gegenüber den Risiken der Kernkraft, die seinen Widerspruch herausforderten. Als „Jaques Nuclear vom Ferienclub St. Becquerel“ brachte er damals sein Publikum als „begeisterter Anhänger der Kernkraft“ zum Lachen und Nachdenken. Damit hatte der Diplom-Physiker im Solo-Kabarett seine Bestimmung gefunden. Jaques kann nicht nur lästern, sondern glänzt auch als Sänger am Piano. Viele Engagements im In- und Ausland liegen hinter ihm, darüber hinaus Beiträge in Rundfunk und Fernsehen. Jede Woche ist der 66-jährige „Grabverweigerer“, wie er sagt, immer noch mit einer Glosse im Saarländischen Fernsehen präsent.

Den Auftritt vor einer saarländischen Brigade im Kosovo in den 90er Jahren hat Schönauer in besonderer Erinnerung. „Der Raum war mit 400 Leuten brechend voll“, erzählte er, „dort bin ich dann auf einem umgestülpten Bierkasten aufgetreten, meiner kleinsten Bühne“.

„Doppelhirn“ hatte bereits im Oktober 2017 in der Kongresshalle in Saarbrücken Premiere. Derzeit arbeitet Schönauer an seinem neuen Programm „Frauen verstehen in 100 Minuten“. Es ist an Männer adressiert, die ein wenig Nachhilfe im Umgang mit dem anderen Geschlecht benötigen.mi

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Kommentare

Leider haben wir uns am

Leider haben wir uns am 25.7.19 sehr geärgert.
Wir kamen bei fast 40 Grad auf der Burg an, wollten etwas Essen und Trinken. Es waren einige Bierzeltgarnituren, unter einem großen Sonnenschirm, aufgestellt. Diese Sitzplätze waren ALLE für den Magistrat reserviert. Für die anderen Gäste gab es weder Sitzgelegenheiten noch Sonnenschirme. Des Weiteren waren im Mainzer Keller ALLE vorderen Sitzreihen für den Magistrat reserviert.
Lieber Magistrat: Sind wir Gäste zweiter Klasse?

Lieber "Gast", danke für

Lieber "Gast",

danke für Ihren Kommentar. Leider haben Sie übersehen, dass lediglich zwei Tische reserviert waren. Viele Besucherinnen und Besucher konnten an den weiteren Tischen und an den Stehtischen Platz finden. Es entspricht auch nicht er Wahrheit, dass die Mitglieder des Magistrates alle vorderen Plätze einnehmen durften. Viele Besucherinnen und Besucher hatten Freude in den ersten Reihen. Ich finde Ihren Kommentar schon sehr bemerkenswert.

Freundliche Grüße aus Ihrem Rathaus
Alexander Simon
Bürgermeister

Der Magistrat

Sehr geehrter Herr Simon,

leider muss ich Sie korrigieren: Für den Magistrat waren nachweislich mindestens 4 Tische und 8 Sitzbänke RESERVIERT. Es war nur EINE weitere Bierzeltgarnitur vorhanden (1 Tisch, 2 Bänke) für maximal 8 Personen. Leider gab es für diesen Tisch und die von Ihnen angesprochenen Stehtische (ohne Sitzmöglichkeit) keine weiteren Sonnenschirme bei fast 40 Grad Außentemperatur. Bitte überlegen Sie, wie viele Eintrittskarten außer die Karten des Magistrats noch verkauft wurden. So viele Sitzplätze mit Sonnenschutz sollten vorhanden sein.
Des Weiteren entspricht es der WAHRHEIT dass, wie all die Jahre vorher auch, alle vorderen Sitzreihen (nachweislich mit Zetteln) für den Magistrat reserviert waren.
Keine anderen Gäste, außer dem Magistrat, kamen in den Genuss in den ersten Reihen Platz zu nehmen.
Trotdem haben wir, in den hinteren Reihen, viel Spaß gehabt.
Lieber Bürgermeister, vielleicht sollten Sie sich diese Kritik zu Herzen nehmen ohne ungerechtfertigt anzugreifen.

Sitzplätze im Kabarett

Wer diesen Unsinn schreibt, kennt die Leute hier nicht. In der ersten Reihe saßen lauter "normale Leute". Ich nenne Ihnen gerne Namen. Und auch die Bänke draußen waren für Besucher zugänglich. Dass die ehrenamtlichen Kommunalpolitiker, die bei diesen Temperaturen vorher 90 Minuten Sitzung hatten, einmal im Jahr auf der Burg (mit Partnern) zusammensitzen dürfen, werden Sie wohl nicht auch noch bestreiten wollen?
Diese anonymen "Hater" im Internet sind eine Landplage. Warum lässt die EZ solche Posts ungeprüft zu?
"Gast", kommen Sie aus der Deckung und kandidieren doch bei nächster Gelegenheit selber mal für ein Amt.
Dr. Dieter Falk, Stadrat

Der Magistrat

Bitte verzeihen Sie meine Äußerungen. Bei fast 40 Grad ohne Sonnenschutz müssen das Halluzinationen meinerseits gewesen sein. Im Mainzer Keller und im Burghof waren bestimmt keine Zettel mit der Aufschrift "RESERVIERT MAGISTRAT" angebracht.
Bemerkenswert finde ich jedoch, die Kritik an der Eppsteiner Zeitung. Die hat nur den Kommentar eines "Haters" veröffentlicht, der seine Gefühle und Empfindungen zum Ausdruck gebracht hat.

LG an den Magistrat von der Landplage
(Wir waren übrigens mit 6 Personen vor Ort)

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