Autorin Karin Seemayer entführt in ein besonderes Milieu

Die Autorin Karin Seemayer aus Eppstein signierte ihr neuestes Buch. Foto: S. Reulecke

Am vergangenen Sonntag fand im Eppsteiner Bürgerhaus in der Rossertstraße die dritte Lesung des Formates „5 Autoren – 5 Lesungen“ in Kooperation mit dem Leseland Hessen sowie dem Kulturkreis und der Stadt Eppstein statt.

Da im Bürgersaal die Heizung ausgefallen war, wurde die Lesung kurzer Hand in den ehemaligen Schankraum der Kegelbahn verlegt, was für den historischen Roman der Eppsteiner Autorin Karin Seemayer „Rebekkas Weg“ sehr gut passte.

Rund 20 Gäste lauschten der Autorin, die zu Beginn erläuterte, dass dieses Buch den ersten Teil der Serie „Der Himmel über Amerika“ darstellt. Der zweite Teil „Esthers Entscheidung“, wird ebenfalls im Aufbau Verlag bereits am 15. November erscheinen. Teil drei kommt im Sommer 2022 heraus. Seemayer selbst beschrieb ihre Buchreihe als eine Familiensaga, die im Milieu der Amisch-Menschen spiele. Dabei handelt es sich um eine täuferisch-protestantische Glaubensgemeinschaft, die ihre ganz eigene Ordnung und Gesetze hat.

Als die Autorin fragte, wer damals den Film „Der einzige Zeuge“ aus dem Jahr 1985 mit Harrison Ford in der Hauptrolle gesehen hat, gingen die meisten Hände im Publikum hoch. Das war auch Seemayers erster Berührungspunkt mit dieser Gemeinschaft, und sie war von diesem Thema bereits damals fasziniert. Als der Aufbau Verlag auf der Frankfurter Buchmesse Seemayer 2019 fragte, ob sie nicht zu diesem Thema eine Buchreihe veröffentlichen möchte, stimmte sie sofort begeistert zu. Die geplante Recherchereise 2020 nach Pennsylvania musste zwar ausfallen, doch die Autorin bediente sich in der bereits vorhandenen geschichtlichen Literatur für ihren ersten Romanteil. „Rebekkas Weg“ beginnt im Jahr 1815 und die Autorin stellte in vier Lesepassagen einige ihrer Hauptfiguren vor. Die Zuhörerinnen und Zuhörer spürten die Nähe zu Seemayers Figuren, die deren Parts teilweise mit unterschiedlichen Stimmen vortrug. Fast nebenher nahm sie das Publikum aber auch mit und erläuterte viele Grundsätze der Amischen: Keine Gewalt, große Nächstenliebe und starker Zusammenhalt, um nur einige Punkte zu nennen.

Besonders interessant wurde es, als Seemayer über amische Rituale und Bräuche plauderte, die den Zuhörern zum größten Teil neu waren. So erfuhren sie, dass das Singen nach dem Gottesdienst eigentlich die amische „Partnerbörse“ bildet, wo sich junge Leute kennen lernen und verlieben können. Pflanzt eine Familie verstärkt Sellerie im Garten an, steht vermutlich eine Hochzeit an, denn dies ist die traditionelle Hochzeitsspeise dieser Glaubensgemeinschaft. Auch die Bezeichnung „miteinander herumspringen“ wurde erklärt, was wiederum ein Kennenlernen vor der Hochzeit beschreibt, ohne körperlichen Verkehr.

Im Anschluss stellten die interessierten Besucherinnen und Besucher der Autorin Fragen. Auch dieses Mal gab es den Büchertisch von der Buchhandlung Sommer aus Niedernhausen und einige Besucher nutzen die Chance, sich das Buch von der Autorin signieren zu lassen.

Die vierte Lesung dieser Veranstaltungsreihe findet am Freitag, 15. Oktober, ebenfalls im Bürgerhaus in der Rossertstraße statt. Um 19.30 Uhr liest Wolfgang Sanden aus seinem Buch „Tödliches Theater bei den Eppsteiner Festspielen“. In der Steiner Burg, Aushängeschild des malerischen Städtchens Eppenstein, beginnen die Proben für die jährlichen Theaterfestspiele. Doch wenig später liegt der Intendant Gregor Winzer tot im Burghof. Die Festspiele gehen trotzdem unter Leitung der Witwe Anna Winzer weiter. Ehe der Fall geklärt ist, wird der Geschäftsführer der Theater GmbH erschossen.

Eine Woche später ist Katharina Fuchs zur gleichen Zeit im Bürgersaal zu Gast und liest aus „Zwei Handvoll Leben“, ihrem authentischen Roman über die Geschichte des Berliner Kaufhauses KaDeWe.

Wegen der Corona-Auflagen ist eine Kartenreservierung vorab nur über eine E-Mail an kristine.zabel[at]kk-eppstein[dot]de mit Angabe des Namens und der Anschrift möglich. sr

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