Weltmeisterschaft im Schneckenrennen

Anne Bach aus Eppstein schickte ihr Achatschnecken-Team, die „Taunusflitzer“ ins Rennen in Frankfurt. Foto: privat

Zu Natalie Bachs Tierreich gehören neben Kaninchen, Hühnern, Fischen und einem Hund (siehe Bericht auf Seite 8 in dieser Ausgabe) auch Schnecken: Ihre ursprünglich aus Afrika stammenden Achatschnecken nahmen am vergangenen Sonntag im Frankfurter Nordpark an der dritten Hessischen Weltmeisterschaft im Schneckenrennen teil.

Rund 200 Schnecken, meist einheimische Weinbergschnecken, gingen bei diesem Spektakel auf dem alten Flugplatzgelände in Bonames an den Start. Bei feuchtwarmem Wetter herrschten an der gut 30 Zentimeter langen Rennstrecke „beste Wettkampfbedingungen“, berichtete Bach.

Ihre neunjährige Tochter Anne setzte schon zum dritten Mal ihre Sprinter an den Start. Diesmal nahmen erstmals ihre neuen Achatschnecken unter dem Mannschaftsnamen „Taunusflitzer“ teil. Am Ende reichte es nicht für einen der vorderen Plätze, dafür gab es einen Sonderpreis für „Knoblauch“ als lustigsten Schneckennamen. Ausgerichtet wurde die Weltmeisterschaft vom Umweltamt Frankfurt. „Vielleicht gelingt es uns in Anlehnung an diese Weltmeisterschaft auch einmal ein Schneckenrennen auf dem Gelände der Eppstein-Farm zu veranstalten“, hofft Natalie Bach.

Die Haltung von Achatschnecken als Haustiere hat in den vergangenen Jahren auch in Deutschland stark zugenommen. Die Riesenschnecken sind beliebt, weil sie wenig kosten, einfach zu halten sind und wegen ihres bis zu 20 Zentimeter langen, zum Teil ungewöhnlich gefärbten Gehäuses. In Internetforen wird sogar von einem regelrechten Boom bei der Schneckenhaltung gesprochen.

In vielen Ländern mit tropischem bis subtropischem Klima oder feuchtwarmen Küstenregionen gilt die Achatschnecke aber längst als gefährliche invasive Art. In Spanien, Frankreich, Italien und Griechenland sind angeblich erste freilebende Exemplare gesichtet worden. Jedenfalls ist es verboten, Achatschnecken in die Freiheit zu entlassen.

„Wir haben die Achatschnecken erst vor wenigen Monaten aus einem Wiesbadener Schulprojekt übernommen, weil die Kinder die Lust daran verloren hatten“, erklärt Natalie Bach, wie sie zu den Schnecken gekommen sei. Ihre Tochter Anne sei begeistert von den Tieren. „Eigentlich wollten wir keine Tiere, die im Haus gehalten werden müssen“, sagt sie. Die Achatschnecken jedoch müssen im Terrarium gehalten werden und würden den kalten Taunuswinter nicht überleben. „Dennoch achten wir sehr genau darauf, dass weder einzelne Tiere noch die Schneckeneier in das hiesige Ökosystem gelangen“, betont Bach.

Laut Internet könnten steigende Sichtungen von Achatschnecken in freier Natur zu einem Haltungsverbot durch die EU führen. Um die Invasion von nicht heimischen Schnecken zu verhindern, müsse jeder Schneckenhalter in der Lage sein, Schneckengelege abzutöten, heißt es im Internetforum des „Achatschnecken-Teams“. Denn Schnecken sind Zwitterlebewesen und sehr fruchtbar. Das Verschenken von Jungtieren sei keine Lösung. bpa

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