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WEC: Von Hof Häusel hinaus in die Welt

Birte Papenhausen in der Rolle als Dr. Helen Roseveare, der Pionierin in Belgisch-Kongo.

 

Der weitläufige Garten mit seinen prächtigen Bäumen an der Rückseite der Villa Paderstein war am vergangenen Wochenende mit Besuchern gut gefüllt. Unter dem Titel „Wofür brennst du“ fanden die Missionstage des WEC Deutschland (Weltweiter Einsatz für Christus) auf Hof Häusel statt.

Beim Tag der Offenen Tür am Samstag bot das Missionswerk ein bunt gefächertes Programm.

Die Kinder vergnügten sich auf der Hüpfburg – Jugendliche und Erwachsene erhielten einen Einblick in die Missionsarbeit. Ins Ausland Entsandte berichteten von ihrem Alltag unter Menschen, die einer anderen Kultur angehören. Im Interaktivseminar war einiges über kulturbedingte Fettnäpfchen, fremde Sprachen und Gewohnheiten zu erfahren.

Bei Hausführungen warfen die Besucherinnen und Besucher einen Blick auf das expressiv geschwungene Satteldach der historischen Villa Paderstein aus den 1920er Jahren, ein Beispiel dafür, dass die Architektur der Weimarer Republik nicht nur die neue Sachlichkeit des Bauhauses kannte. Schon seit 1963 bietet das markante Haus dem WEC ein Refugium für seine missionarische Arbeit.

„Wofür brennst du?“ – soll Freunde und Mitarbeiter motivieren, ins Ausland zu gehen, um zu beten und das Evangelium zu verbreiten, erklärte Jürgen Gaub, Mitglied des Leitungsteams des Missionswerks und zuständig für die Öffentlichkeitsarbeit. Ein Beispiel bieten Stephan und Madeleine Barthel, die mit ihren drei Kindern in der Melusi Christian Community im südafrikanischen Dundee leben. „Wir betreuen unter anderem ein Wohn- und Lebensprojekt für wohnungslose, meist alkoholabhängige Männer“, berichtete Stephan Barthel, „und bieten Hilfe zur Selbsthilfe“. Die Männer arbeiten in den Betrieben von Melusi und erhalten dafür Unterkunft und Verpflegung und christlichen Beistand, so Barthel. Manche der Männer schafften es, vom Alkohol loszukommen, andere werden rückfällig und müssen Melusi verlassen.

Melusi ist eines der 80 Einsatzgebiete für Missionare. Interessenten haben die Wahl zwischen einem Kurzzeiteinsatz bis zu zwei Jahren oder einem Langzeiteinsatz. Eine besondere Herausforderung stellt das Leben und Beten in sogenannten „unerreichten Gebieten“ dar, in denen das Evangelium kaum verbreitet ist wie beispielsweise in Indonesien. Dort ist Traugott Böker mit Ehefrau Hanni aktiv, der zuvor zehn Jahre lang den WEC Deutschland leitete und jetzt in Indonesien ein Netzwerk für Missionare aufbaut.

Zu den Zielen gehören auch Länder, in die die Missionare nicht offiziell einreisen dürfen. Als Facharbeiter oder medizinische Helfer missionieren sie dort verdeckt. 2009 machte das Missionswerk Schlagzeilen, als zwei junge Mitarbeiterinen im Jemen entführt und getötet wurden.

Wer von Deutschland aus ins Ausland reist, wird in Eppstein auf seinen Einsatz und auch auf mögliche Gefahren vorbereitet. „Nach den Missionstagen verabschieden wir wieder 15 Kurzzeitmitarbeiter, die in ganz unterschiedlichen Regionen soziale und missionarische Aufgaben übernehmen“, informierte Sabine Rayzik, ebenfalls Mitglied des Leitungsteams. Insgesamt arbeiten für den WEC 1800 Mitarbeiter aus über 50 Ländern.

Der deutsche Zweig des Missionswerks feiert dieses Jahr ein Jubiläum: 1959 wurde er von Mitarbeitern des britischen WEC gegründet, 1968 übergaben sie die Leitung in deutsche Hände. Etwa zur gleichen Zeit war die britische Ärztin Dr. Helen Roseveare im Kongo aktiv. Sie baute dort während der unruhigen Zeit nach belgischer Kolonialherrschaft, Bürgerkrieg und Machtübernahme des Diktators Mobutu eine medizinische Ausbildungsstätte auf. Von dieser legendären Missionarin, die 1964 fünf Monate lang in Gefangenschaft war und Misshandlung und Vergewaltigung erlebte, ließ sich Theatertherapeutin Birte Papenhausen inspirieren. Basierend auf deren Werk „Count it all joy“ verfasste sie ein berührendes Ein-Personenstück, das an den Missionstagen Premiere hatte. Papenhausen schlüpfte dabei in die Rolle Roseveares, um im Dialog mit einem imaginären Journalisten Schaffen und Ethos der Ärztin nachzuempfinden. Für ihre Darbietung gab es einen kräftigen Applaus.

Seit ihrer Rückkehr aus der Mongolei im Jahr 2010 lebt Papenhausen als eine von 20 Mitgliedern in der Gemeinschaft auf Hof Häusel und bearbeitet das Thema „Theater als Verkündigung“. mi

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