Vandalismus: Heilige vom Sockel gestürzt

Die Statue der Bremthaler Schutzpatronin, der hl. Margareta, aus dem 19. Jahrhundert wurde vom Sockel gestoßen und beschädigt.

Abbildung aus „Bremthal, eine Ortsgeschichte in Bildern und Dokumenten” von 2004

Am Tag vor Heiligabend sorgte ein 46-Jähriger in Bremthal für Aufregung: Der laut Polizei alkoholisierte Mann bedrohte am Morgen gegen 9 Uhr zunächst in der Neugasse eine Frau und suchte anschließend die katholische Kirche in der Wiesbadener Straße auf.

Beobachter vermuten, dass er Geld gesucht habe und schließlich in der Kirche wütete: Er zerbrach historische, bleiverglaste Fensterscheiben am Aufgang zur Empore, verletzte sich an den Scherben und verschmierte sein Blut bei den weiteren Taten nahezu in der gesamten Kirche, die in der Regel tagsüber für Besucher geöffnet ist.

Die Figur der heiligen Margareta, der Schutzpatronin der Kirche, riss er von ihrem Sockel, demolierte die Steinkrone ihres Sockels, riss das Altartuch vom Altar, stürzte Bänke und Opferstock um und zerbrach die Ablage für Pfarrbrief und aktuelle Informationen.

Anschließend machte sich der Mann auf den Weg nach Eppstein und wurde von der Polizei am Eppsteiner Bahnhof festgenommen. Der Mann habe sich in einem psychischen Ausnahmezustand befunden, heißt es im Polizeibericht, und müsse sich nun in mehreren Strafverfahren verantworten. Dem Vernehmen nach wohnt er seit diesem Vorfall nicht mehr in Bremthal.

Das katholische Pfarramt reagierte noch am 23. Dezember, ebenso die Reinigungsfirma aus Niederjosbach, die am gleichen Tag die Blutspritzer beseitigte. So konnte am heiligen Abend der musikalische Abschluss des vor der Kirche aufgeführten Krippenspiels wie geplant in der Kirche stattfinden.

Zu den Kosten für die Restaurierung von Bleiglasfenstern, Heiligenstatue und Sockel kann die Pfarrgemeinde noch keine Angaben machen, da die Untersuchung der Restauratoren und die Ausschreibung für die Restaurierung selbst noch laufen.

Nur so viel: Allein die komplette Sonderreinigung der Kirche St. Margareta kostete rund 360 Euro. bpa

Kommentare

Der Inhalt dieses Feldes wird nicht öffentlich zugänglich angezeigt.
CAPTCHA
Diese Frage hat den Zweck zu testen, ob Sie ein menschlicher Benutzer sind und um automatisierten Spam vorzubeugen.
3 + 12 =
Lösen Sie diese einfache mathematische Aufgabe und geben das Ergebnis ein. z.B. Geben Sie für 1+3 eine 4 ein.


X