Trauer im Fischbachtal: Roberto Madera †

Roberto Madera †

Roberto Madera †

„Wir sind alle noch sehr mitgenommen, aber es muss weitergehen!“ – fasst Salvatore Tridico die Stimmung im „Ristorante Fischbachtal“ zusammen.

Nach außen läuft der Gastronomie-Betrieb weiter, doch hinter den Kulissen trauert die Familie, die seit fast 40 Jahren die Gastronomie im Fischbachtal prägt: Der Chef des weithin bekannten Restaurants, Alberto Madera, den alle nur Roberto nannten, erlag am Wochenende im Alter von nur 58 Jahren einer Krankheit.

Sein Tod reißt eine tiefe Lücke, dennoch blicken Ehefrau Natascha, Robertos Bruder Pasquale und Neffe Salvatore nach vorn. Die Küche ist ohnehin Pasquales Domäne, Salvatore leitet den Service, Ehefrau Natascha ist längst in der Buchhaltung firm.

Robertos Vater Sabatino übernahm 1987 das Traditionsgasthaus und verknüpfte die Geschichte einer typischen italienischen Gastarbeiter-Familie mit der Geschichte der ehemaligen Mühle im Fischbachtal, vor den Toren der Burgstadt, die 1913 zu einem Ausflugslokal umgebaut wurde.

Sabatino Madera kam in den 1960er Jahren als Gastarbeiter aus Kalabrien nach Deutschland. 1973 folgte ihm Ehefrau Giovanna mit den sieben Kindern nach Deutschland. Anfang der 1980er Jahre wechselte Sabatino vom Bau in die Gastronomie. Die beiden übernahmen als Pächter das Fischbachtal. Die Kinder wuchsen in Vockenhausen auf, Roberto spielte Fußball bei den damals neu gegründeten Sportfreunden und war als Fußballfan so oft es ihm möglich war im Eintracht-Stadion.

Mama Giovanna kochte typisch italienisch, vor allem Gerichte, die die Deutschen damals besonders schätzten, wie Pizza und Pasta. „Die Familie Madera machten das ,Fischbachtal‘ zu einer festen Größe in der gastronomischen Szene des Main-Taunus-Kreises“, schrieb der Historiker Bertold Picard in seinem Beitrag über Eppsteins Mühlen und 100 Jahre Restaurant Fischbachtal im Jahrbuch des MTK 2013. Das soll auch so bleiben. Die Brüder Roberto und Pasquale übernahmen nach rund 25 Jahren als Pächter das Restaurant, das ursprünglich eine Schwärz- und Sägemühle war und seit 1910 im Besitz der Familie Rieger und deren Nachkommen ist.

Vater Sabatino starb 2022 im Alter von 88 Jahren. Vier seiner sieben Kinder gingen in die Gastronomie. Mit Robertos Neffen Salvatore und Sabatino ist inzwischen die dritte Generation der Familie im Betrieb. Sabatino führt das Restaurant Madera in Vockenhausen, das frühere „Da Domenico“, das Roberto Madera 2024 von der Familie Scaglione übernommen und umgebaut hat.bpa

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