Vom Gastarbeiter zum Gastwirt: Sabatino Madera †

Sabatino Madera †

Es ist die Geschichte einer italienischen Gastarbeiterfamilie in der Zeit des deutschen Wirtschaftswunders.

Der Italiener Sabatino Madera folgte in den 1960er Jahren dem Ruf der deutschen Wirtschaft und kam als junger Mann aus Kalabrien, einer der ärmsten Regionen Italiens, nach Deutschland, um als Gastarbeiter sein Glück zu suchen. Bis ins Rentenalter wirkte er als Gastwirt im Eppsteiner „Fischbachtal“. Am 31. Dezember 2022 starb Sabatino Madera im Alter von 89 Jahren in seiner italinischen Heimatstadt Campana.

Die ersten Jahre in Deutschland arbeitete Sabatino beim Baukonzern Philipp Hozmann in Stuttgart, schickte Geld für seine Familie nach Kalabrien und siedelte einige Jahre später in den Raum Frankfurt um. 1973 kam Ehefrau Giovanna mit den sieben gemeinsamen Kindern aus Campana nach. Anfang der 80er Jahre wechselte die Familie in die Gastronomie, zog nach Vockenhausen und übernahm 1987 das Gasthaus Fischbachtal, das seit 1913 ein beliebtes Ausflugslokal vor den Toren der Burgstadt Eppstein ist.

Mama Giovanna kochte typisch italienische Küche wie Pasta und Pizza, längst der Deutschen liebste Speisen. „Familie Madera machte das ,Fischbachtal’ zu einer festen Größe in der gastronomischen Szene des Main-Taunus-Kreises und erfreut sich auch über die Kreisgrenzen hinaus großer Beliebtheit“, schreibt Eppsteins ehemaliger Stadtarchivar Dr. Bertold Picard in seinem Beitrag über Eppsteiner Mühlen und 100 Jahre Restaurant Fischbachtal im Jahrbuch des Main-Taunus-Kreises 2013.

25 Jahre lang war Sabatino Madera als Gastwirt tätig und eröffnete weitere Restaurants im Main-Taunus-Kreis. Vor Jahren übernahm die zweite Generation der Familie den Betrieb im „Fischbachtal“. Vier der sieben Kinder sind in der Gastronomie tätig. Die Brüder Pasquale und Roberto führen den Familienbetrieb, der ältere Pasquale als Küchenchef und Roberto als Inhaber und Weinspezialist. Inzwischen ist mit Pasquales Sohn Sabatino die dritte Generation dabei. Nach wie vor sind die Maderas Pächter im Gasthaus auf dem Anwesen, das ursprünglich eine Schwärz- und Sägemühle war und seit 1910 inzwischen in fünfter Generation im Besitz der Familie Rieger und deren Nachkommen ist.

Sabatino Madera hinterlässt Ehefrau Giovanna, sieben Kinder, 15 Enkel und Urenkel. Die Familie nahm in Campana Abschied. Sie sollten nicht weinen, sondern essen und trinken, als wenn er dabei wäre, gab Sabatino seiner großen Familie und den Freunden vor seinem Tod mit auf den Weg. jp

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