Talkirche entscheidet sich für Kelkheim

Die Talkirche prägt das Stadtbild von Eppstein.Foto: Arnd Rödiger

Wenige Tage nach der Emmausgemeinde hat auch der Kirchenvorstand der Talkirchengemeinde seine Entscheidung mitgeteilt, mit welchen Gemeinden er im nächsten Jahr einen Nachbarschaftsraum bilden will. Wie berichtet will die Evangelische Landeskirche Hessen-Nassau mit dem Prozess „EKHN 2030“

Gemeinden bis zum Jahr 2030 zusammenführen, um die Kirche auch bei sinkenden Mitgliederzahlen und bevorstehendem Personalmangel zukunftsfest aufzustellen.

Unabhängig voneinander haben nun die beiden evangelischen Kirchengemeinden Eppsteins unterschiedliche Schwerpunkte gesetzt und schlagen unterschiedliche Richtungen ein: Die Emmausgemeinde will sich, wie berichtet zu einem Nachbarschaftsraum mit Lorsbach, Langenhain und der Johannesgemeinde Hofheim zusammenschließen. Die stellvertretende Vorsitzende des Kirchenvorstands der Talkirchengemeinde, Lydia Rauh, teilte nun mit: „Wir haben uns dafür entschieden, mit den Kelkheimer Gemeinden nähere Gespräche für einen Nachbarschaftsraum zu führen“.

Das Gremium habe lange diskutiert und Vorteile und Nachteile abgewogen, sagte Rauh. Für einen Nachbarschaftsraum mit den evangelischen Kirchengemeinden von Lorsbach, Langenhain und der Johannesgemeinde Hofheim, für den sich, wie berichtet, die Bremthaler Emmausgemeinde entschieden habe, spreche die gute Verkehrsverbindung mit der S-Bahn. Aber letztlich hätten andere Gründe für den Nachbarschaftsraum mit Kelkheim gesprochen. Rauh legt Wert auf die Feststellung: „Wir haben uns zwar für Gespräche mit Kelkheim entschieden, aber nicht gegen Bremthal oder Hofheim!“

Für Kelkheim sprächen, so Rauh, die vielen gemeinsamen Schnittmengen: Anders als Beispielsweise in Bremthal seien die Kirchenvorstände in den evangelischen Gemeinden in Kelkheim Träger von Kindergärten, Krippen und Familienzentren. Bei der angestrebten Zusammenlegung mehrerer Gemeinden sei es von Vorteil, wenn es organisatorische Überschneidungen gebe.

Mit Fischbach verbindet die Talkirchengemeinde auch die gemeinsame Geschichte: Die Fischbacher Johannesgemeinde mit den Ortsteilen Ruppertshain und Eppenhain ging ebenso wie die Bremthaler Emmausgemeinde aus der evangelischen Kirche Eppstein hervor, allerdings bereits 1955, während die Emmausgemeinde erst seit 1997 selbstständig ist.

Rauh weist auf weitere Probleme hin: Nicht nur die Zahl der Pfarrer sei rückläufig, auch zum Ehrenamt seien immer weniger Menschen bereit. „Nicht nur die hauptamtlichen Pfarrer, auch die Kirchenvorstände sind irgendwann für viel größere Gemeinden zuständig“, sagt sie. Deshalb sei es von Vorteil, wenn über den Gottesdienst hinaus Synergie-Effekte durch ähnliche Organisation möglich seien. Grundsätzlich glaube sie, dass Gemeinden auch jetzt schon über den eigenen Kirchturm hinaus denken müssten: „Schon weil die Menschen viel mobiler geworden sind als früher.“

In den kommenden Jahren werde die Zusammenarbeit mit der Johannes-Gemeinde Fischbach, der Stephanus-Gemeinde Hornau und der Paulus-Gemeinde Münster intensiviert. Bis 2030 wird ein Gemeindezusammenschluss angestrebt. Sie lobt, „dass wir, die ehrenamtlichen Kirchenvorstände der Gemeinden diesen Prozess mitgestalten dürfen,“ räumt aber auch ein, dass schon jetzt die vielen Treffen und Gespräche auf Dekanatsebene und der Gemeinden untereinander sehr zeitaufwändig seien.

Die Entscheidung fällt letztlich auf Dekanatsebene. Dort nimmt man die Wünsche der Gemeinden zur Kenntnis. Im Juni 2023 werden die Zuschnitte der Nachbarschaftsräume festgelegt. Ziel des Prozesses EKHN 2030 sind schlankere Verwaltungsstrukturen und Kosteneinsparung: Der massive Rückgang der Mitgliederzahlen führt zu einem Rückgang der Einnahmen aus der Kirchensteuer. Die derzeit 30 selbstständigen Kirchengemeinden des Dekanats Kronberg sollen sich deshalb zu Nachbarschaftsräumen zusammenschließen mit mindestens 5400 Mitgliedern. Bei insgesamt 52 700 evangelischen Christen im Dekanat dürften rein rechnerisch höchstens zehn Nachbarschaftsräume gebildet werden.

2024 will das Dekanat mit der Umsetzung beginnen. Dazu gehört auch, dass die Gemeinden Gebäudeentwicklungspläne aufstellen, um die Zahl der Immobilien zu reduzieren. bpa

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