Im Rahmen des Prozesses „ekhn2020“ haben Gemeinden, Dekanatsleitung und Bauabteilung der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) den „Gebäudebedarfs- und -entwicklungsplan“ für alle Nachbarschaftsräume des Dekanats bei der Synodentagung im Frühjahr beschlossen.
Wegen sinkender Mitgliederzahlen und zurückgehender Kirchensteuereinnahmen muss der Gebäudebestand an den Bedarf und die wirtschaftlichen Möglichkeiten angepasst werden. In Workshops berieten die jeweiligen Kirchenvorstände darüber, welche Gebäude ihre Nachbarschaftsräume in der Zukunft brauchen, um kirchliches Leben vor Ort weiterhin lebendig gestalten zu können und mit ihren Angeboten Menschen zu erreichen. Ebenso mussten sie sich auf einen gemeinsamen Verwaltungsstandort mit guter Erreichbarkeit einigen. Ziel ist ein verschlankter Immobilienbestand mit attraktiven Gebäuden, die finanziell und ehrenamtlich personell bewältigt werden können.
Nach den Vorgaben der Landeskirche wurden die insgesamt 142 Gebäude im Dekanat in verschiedene Kategorien eingeteilt. Während 51 Gebäude der Kategorie A weiterhin wie bisher volle Zuweisungen erhalten, bekommen die 26 Gebäude der Kategorie B Zuweisungen in geringerer Höhe. Die 54 Gebäude unter der Kategorie C erhalten ab dem Jahr 2027 gar keine Zuweisungen der Landeskirche mehr und müssen durch die Gemeinden und Nachbarschaftsräume selbst getragen werden. 11 sonstige Gebäude sind nicht aufgenommen worden. Darunter fallen beispielsweise einige Kitas, die langfristig an die Kommunen abgegeben werden sollen.
Für die Talkirchengemeinde Eppstein bedeutet das konkret: Die denkmalgeschützte Talkirche fällt in die Kategorie A, ebenso die Pfarrerswohnung im historischen Pfarrhaus in der Rossertstraße. Das Untergeschoss mit dem Pfarrbüro wurde in Kategorie B eingeordnet, weil sich der Kirchenvorstand des Nachbarschaftsraumes für ein zentrales Pfarrbüro in der Kelkheimer Lukas-Gemeinde entschieden hat.
Für die Sanierung des Eppsteiner Pfarrbüros gibt es deshalb geringere Zuschüsse als für die Sanierung des Obergeschosses.
Dennoch will die Talkirchengemeinde das Büro sanieren und zumindest an einigen Tagen öffnen. Auch der Pfarrer werde nach der Renovierung wieder ein festes Büro im Pfarrhaus beziehen, sagt Kirchenvorstandsvorsitzende Lydia Rauh. Sonst mache die Pfarrerswohnung in Eppstein wenig Sinn.
Das Kindergartengebäude fällt unter die Kategorie A, die Krippe mit den Gemeinderäumen im Obergeschoss hingegen bleibt C-Gebäude. Sie sei von Anfang an ein eigenes Projekt der Talkirchengemeinde gewesen, sagte Rauh.
Die von der Talkirchen-Stiftung errichteten Wohngebäude Am Dattenbach in Vockenhausen und In der Müllerwies sind eigenständige Immobilien der Kirchengemeinde und fallen nicht unter den Gebäude-Entwicklungsplan.
Der Emmausgemeinde gehören zwei Gebäude, die im Bedarfsplan aufgeführt werden: Das Gemeindezentrum fällt wie die anderen als Kirchen genutzten Gebäude im Nachbarschaftsraum unter die Kategorie A, erhält also volle Zuweisungen. Das Pfarrhaus der Emmausgemeinde, ein Wohngebäude mit Mietwohnungen in der Waldallee, bleibt als C-Gebäude komplett in der Verantwortung der Gemeinde.
Zu den sieben Gemeinden im neuen Nachbarschaftsraum gehören neben Bremthal, die Johannesgemeinde Hofheim, die Auferstehungsgemeinde Kriftel, die Gemeinden Diedenbergen, Langenhain und Lorsbach sowie die Thomasgemeinde Marxheim, wo voraussichtlich künftig das zentrale Pfarrbüro untergebracht wird. Aber auch das Büro im Emmauszentrum werde besetzt bleiben, so Pfarrerin Ivonne Heinrich, aber vermutlich nicht mehr täglich. bpa


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