Sternsinger in allen Stadtteilen unterwegs

Sternsinger Ehlhalten
            Foto: privat

Sternsinger Ehlhalten

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Dieses Jahr startete die Sternsingeraktion in Eppstein schon recht früh: Vockenhausens Sternsinger machten sich bereits am 29. Dezember mit dem Stern und einer Sammelbüchse auf den Weg.

Gesammelt wurde dieses Jahr für Kinder in Bangladesch: Dort setzen sich Hilfsorganisationen dafür ein, Kinder aus zum Teil gesundheitsschädigenden Arbeitsbedingungen zu befreien und ihnen den Schulbesuch zu ermöglichen. Außerdem sensibilisieren sie Eltern, Arbeitgeber, örtliche Behörden und Regierungsmitglieder für die Kinderrechte.

In Ehlhalten waren die Sternsinger am ersten Januar-Wochenende unterwegs – dieses Jahr zum ersten Mal mit einem Anmeldeverfahren. Denn die Zahl der Sternsinger und Betreuerinnen sei kleiner geworden, sagte Claudia Pohl, die die Sternsinger auch dieses Jahr betreute. Schon in den vergangenen Jahren habe sich abgezeichnet, dass die Belastung für die Kinder zu groß werde.

Nach der Sternsingeraktion ging‘s auf die Rodelbahn

„Deshalb ließ sich die schöne Tradition, jedes Haus im Ort zu besuchen, nicht mehr vollständig umsetzen“, bedauerte Pohl, die von Michaela Wendland und Patricia Pohl unterstützt wurde. Damit dennoch möglichst viele Menschen in Ehlhalten erreicht wurden, haben Pohl und ihre Helferinnen vor der Sternsingeraktion Segenspakete und Handzettel verteilt, um alle Haushalte über die Neuerung zu informieren.

So waren an den beiden Tagen zwölf Kinder im Alter von sieben bis zwölf Jahren in zwei Gruppen unterwegs und brachten als Sternsinger den Segen zu den Menschen. Dabei stellten sie fest, dass auf der Anmeldeliste etliche Häuser fehlten, wo der Besuch in der Vergangenheit immer sehr geschätzt wurde. Die Sternsinger klingelten auch dort. Spontan gaben sie für eine Ehlhaltener Seniorin auf der Straße ein Ständchen am geöffneten Autofenster. So wurden außer in den 45 angemeldeten Haushalten etliche weitere Menschen erreicht.

Lucia und Albert Kretschmer sorgten für das Mittagessen und organisierten die Besichtigung ihrer Krippenausstellung in der Pfarrscheune als gemütlichen Abschluss der ersten Sammeltour. Den feierlichen Höhepunkt bildete der Gottesdienst mit dem Lied „Stern über Bethlehem“ und dem traditionellen Segensspruch, mit dem auch die Kirche gesegnet wurde: „Christus mansionem benedicat – Christus segne dieses Haus“. Nach dem Gottesdienst klang die Aktion mit dem Verteilen der gespendeten Süßigkeiten in der Pfarrscheune aus.

In Niederjosbach zogen 15 Sternsinger am vergangenen Samstagnachmittag in fünf Gruppen von ihrem Treffpunkt im Gemeindehaus Am Honigbaum los und besuchten, begleitet von Helferinnen und Helfern, 188 Häuser in Niederjosbach. Besonders schön sei für die Kinder die Freude der Menschen über ihren Besuch. Einer davon ist den Sternsingern besonders in Erinnerung geblieben: Ein 97-Jähriger, der zu dieser Zeit eigentlich seinen Mittagsschlaf hält, wurde von seiner Betreuerin geweckt, die die Sternsinger vor dem Haus vorübergehen sah. Statt zu schlafen, genoss er den Besuch der Sternsinger. Seine Freude darüber sei deutlich zu spüren gewesen, sagte eine der Betreuerinnen.

Eine andere Gruppe freute sich über das Lob einer Zuhörerin über die schön geschmückten Kronen und bemerkte so nach dem Vorsingen noch rechtzeitig, dass einem der Könige seine selbst gefertigte Krone fehlte. Glücklicherweise entdeckte die Gruppe die Krone einige Häuser entfernt im Schnee liegend. So konnte die Gruppe ohne große Umwege ihre Route weitergehen.

In Bremthal trafen sich sieben Sternsinger und zwei Betreuer schon am vergangenen Donnerstag, um den katholischen Kindergarten St. Margareta zu besuchen. Sie trugen dort ihr Segenslied vor und sammelten Spenden ein. Am Samstag trafen sich insgesamt 19 Kinder im Alter von sechs bis 14 Jahren, um die Gewänder auszusuchen und Lied und Texte einzuüben. Gemeinsam besuchten sie am Abend den Aussendungsgottesdienst in der Kirche St. Margareta. Am Sonntag machten sie sich bei herrlichem Sonnenschein, aber eisigen Minus-Temperaturen auf den Weg zu 72 Häusern. Einige hatten statt des Besuchs der Sternsinger den Einwurf eines Segensbriefes mit Segensaufkleber und Spendentütchen gewünscht, doch bei den meisten trugen die Sternsinger persönlich ihre Segenswünsche vor. Vor allem ältere Bremthaler und Familien freuten sich über den Besuch der Sternsinger. Nach rund drei Stunden trafen sich die Gruppen wieder im katholischen Gemeindezentrum zum gemeinsamen Pizzaessen. Auf dem Heimweg statteten einige Kinder dem Bremthaler Schlittenhang einen Besuch ab.

Eine der Helferinnen aus Eppstein fasste nach der Aktion ihre Eindrücke zusammen: „Wir können stolz darauf sein, Teil dieser wunderbaren Tradition zu sein.“ Nach ihrer Mission machten die einzelnen Gruppen Kassensturz. Bis Redaktionsschluss lagen noch nicht alle Sammelergebnisse für die Eppsteiner Sternsingeraktion vor. Anhand der Zwischenergebnisse dürfte eine mittlere vierstellige Summe zusammenkommen. bpa

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