So feierten Eppsteins Kitas St. Martin: Teilen ist etwas Schönes

Um einen Feuerkorb hatten sich die Kinder der kita Regenbogen in Eppstein versammelt.Foto: Simone Pawlitzky

Aufgeregt trafen sich die Kinder auf dem Außengelände der Kita St. Jakobus in Vockenhausen zum Martinsfest mit ihren Erziehern.

An einem großen Busch hingen ihre leuchtenden Laternen: Grüne Dinosaurier mit bunten Schuppen, denn es war die Dino-Gruppe, die sich an diesem späten Nachmittag in der Abenddämmerung traf. Erzieherin Tanja Endres hatte alles im Blick und verteilte die Laternen an die Kinder. Singend liefen sie einen großen Bogen durch das Außengelände der Kita. Am Ende wartete das Martinsfeuer, ein Korb mit Holzscheiten und flackernden LED-Lichtern.

„Die Kinder müssen dieses Jahr auf so Vieles verzichten, da ist das kleine Fest für die Kinder einfach ein Highlight“, war sich Kita-Leiterin Kerstin Haupt mit den Kolleginnen aus den anderen Eppsteiner Kindergärten einig. Da die traditionellen Umzüge hinter Sankt Martin hoch zu Ross, Blaskapelle und singenden Familien in diesem Jahr ausfielen, überlegten sich die Kindergärten ein alternatives Programm mit vielen kleinen Aktionen rund um Sankt Martin.

Selbstverständlich wurden Laternen gebastelt, die Martinsgeschichte gelesen und Lieder gesungen, aber alles gruppenintern und ohne Eltern. „Manche Kinder fanden es sehr spannend, das erste Mal ohne Eltern zu feiern“, erzählte Ursel Rooks. Die Leiterin des Montessori Kinderhauses in Ehlhalten lud die Kinder zu einem kleinen Umzug am Dorfplatz ein. „Die Martinsgeschichte wurde mit einem Schattenspiel erzählt, nach dem Umzug klang das Fest am Lagerfeuer bei Kinderpunsch und Wecken aus.“

Für die Kinder der Kita Glückskinder Eppstein ging es mit den gebastelten Laternen um die vier Ecken, erzählte Leiterin Silke Backes. Eine „St. Martin to go“-Tüte gefüllt mit Kleinigkeiten, einer Martinsgans aus Hefeteig, Tee und einem Teelicht durfte jedes Kind mit nach Hause nehmen.

„Die Eltern wollten wir trotzdem mit einbinden und habe Lieder und Rezepte verteilt, damit sie mit ihren Kindern auch zu Hause feiern können“, überlegte sich Kerstin Haupt. So bekam jede der vier Kita-Gruppen eine Gruppenlaterne, die den ganzen November über von einer Familie zur anderen wandert. Sie stehe dann auf dem Frühstückstisch oder im Wohnzimmer. Gegen 17 Uhr werden sie beleuchtet ins Fenster gestellt, damit die anderen Kinder daran vorbeigehen können. „Die Kinder wissen natürlich, wer gerade die Gruppenlampe zu Hause hat“, zwinkert Kerstin Haupt.

Die gleiche Intention verfolgte auch das Bistum Limburg. Es entwickelte eine Mitmachaktion gemeinsam mit dem Kindermissionswerk „Die Sternsinger“ unter dem Hashtag #stmartin2020, an dem sich viele Kindertagesstätten beteiligten. So auch die katholische Kita Sankt Margareta in Bremthal. Dabei bekam jedes Kind zwei Lichttüten mit einem Bild vom Teilen des Mantels von St. Martin, „eine Tüte, die sie für sich selbst bemalen durften und eine zum Verschenken“, erzählte Leiterin Gabriele Hohmeister. In der Aktionswoche vom 8. bis 15. November sollten die Laternen bistumsweit täglich um 18 Uhr ein Fenster beleuchten. Eine beleuchtete Lichttüte erhellte auch den Schaukasten des Kindergartens.

Am Vormittag des Martinstages ritt ein Sankt Martin auf einem Steckenpferd, ausgerüstet mit einem Pappschwert und einem teilbaren Mantel über das Außengelände der evangelischen Kita „Unterm Regenbogen“ in Alt-Eppstein. Die Vorschulkinder spielten die Geschichte von St. Martin nach und zeigten den anderen Kindern, was der römische Soldat Martin der Legende nach Besonderes tat und wie er seinen Mantel mit einem Bettler teilte. In der Nacht erschien Martin der Bettler im Traum und gab sich als Jesus Christus zu erkennen. „Die Kinder freuen sich darauf, die Geschichte darzustellen“, erzählt Leiterin Julia de Graaf.

Symbolisch geteilt wurde in der Kita „Am Vogelgesang“ in Bremthal. Die einzelnen Gruppen gingen mit ihren bunten Laternen in den Wald, sangen Martinslieder im Freien und teilten sich zum gemeinsamen Frühstück Brezeln, die sie in der Mitte durchbrachen, erzählte Leiterin Daniela Houlbrèque.

„Das Thema Teilen ist etwas sehr Schönes“, weiß auch Kathrin Kilb. In der DRK Natur-Kita, die keinen christlichen Hintergrund habe, werde St. Martin nicht gefeiert. „Wir begrüßen die kalte Jahreszeit mit einem Lichterfest“, erklärte ihre Leiterin. Im vergangenen Jahr wurde mit den Eltern gefeiert, dieses Jahr ging es mit selbstgebauten Holzlaternen in den Wald. Die Kinder frühstückten dort bei Kerzenlicht und sangen Laternenlieder.“ Dabei wurde das Frühstück gerne miteinander geteilt, erzählte sie. „Das hat super geklappt.“

Als es am Martinstag dunkel wurde, empfing Sankt Martin die Kinder an der Kita in Niederjosbach. Leiterin Susanne Droste-Wieshalla hatte noch am Morgen die Installation im Vorgarten der Kita aufgebaut. Ein Sankt Martin auf einem Pferd in Kleinformat, erklärte die Leiterin. „Das Spielzeugpferd fand ich auf dem Sperrmüll. Jetzt bekommt es bei uns sein Gnadenbrot“, lächelte sie. Sie stellte für den Abend noch viele Lichter auf, Tüten vom Bistum wurden verteilt, ein Frühstück mit Martinswecken organisiert, Laternen gebastelt. Die Kinder, die am Martinsabend mit ihren Eltern mit Laternen und Fackeln durch Niederjosbach spazierten, blieben bei Sankt Martin stehen und bewunderten das Lichtermeer.pw

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