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Auch als Ruheständler bleibt Stephan Racky dem DRK treu

Stephan Racky parkt mit dem Rettungswagen vor der DRK-Unterkunft in Vockenhausen.

Bei Weihnachtsmarkt, Vereinsfesten und Sportveranstaltungen sind Stephan Racky und seine Frau Silke als Sanitätsteam seit vielen Jahren mit dem Rettungswagen nahezu jedes Wochenende präsent.

Als hauptamtlicher Geschäftsführer des DRK Main-Taunus war er bis Ende April unter anderem für den Rettungsdienst und die Familiendienste Main-Taunus gGmbH verantwortlich, die die Kinderkrippe Zwergenburg in Niederjosbach und den neuen Naturkindergarten in Vockenhausen betreibt. Ehrenamt und Beruf zu trennen fiel dem 64-Jährigen trotzdem nicht schwer, sagt er, obwohl beides nahezu untrennbar miteinander verwoben zu sein scheint: Neben seiner hauptamtlichen Tätigkeit war er gleichzeitig Erster Vorsitzender von drei Ortsvereinen im Main-Taunus-Kreis, Eppstein, Sulzbach und Eschborn/Niederhöchstadt, und ist einer von drei ehrenamtlichen Sanitätern des DRK Eppstein.

„Seit Mai bin ich im Ruhestand und ganz normales ehrenamtliches Mitglied“, sagt er lachend und bedauert sehr, dass die Corona-Pandemie ihn nun komplett ausbremse: Kinderrotkreuz, ehrenamtliche Einsätze, Schulungen, Vorträge wurden zunächst komplett abgesagt. Rettungseinsätze ausgenommen. Mit dem Rettungswagen, der im Carport vor dem eigenen Haus in Ehlhalten stationiert ist, ist er im Notfall binnen knapp zwei Minuten einsatzbereit. Für Tochter Johanna (14) und Pflegetochter Manuela (12) sei das ehrenamtliche Engagement der Eltern Vorbild, sagt Racky. Beide warten darauf, dass an ihren Schulen die Schulsanitäterausbildung beginnt.

Seine Ausbildung hat er 1971 mit 15 Jahren beim Malteser Hilfsdienst gemacht. „Damals hatte ich gerade meinen Realschulabschluss in der Tasche und fing meine Lehre zum Elektromechaniker an“, erinnert er sich. Parallel dazu absolvierte er Praktika im Hofheimer Krankenhaus und fuhr schon bald im Krankenwagen mit, auch bei Rettungseinsätzen. „Denn Rettungsdienste mit eigenen Rettungswagen wie heute gab es damals noch gar nicht“, sagt Racky. 1975 folgte die Ausbildung zum Sanitätshelfer. Aufgewachsen ist er zusammen mit sechs Geschwistern in Ehlhalten, dort war er in der kirchlichen Jugend als Messdiener und Gruppenleiter aktiv.

Sein Vater kam erst spät aus der Kriegsgefangenschaft nach Hause, arbeitete als Schreiner und baute als Nebenerwerbslandwirt nach Feierabend an, was die Familie zum Essen brauchte. Geld gab es nie im Überfluss. „Damals war es selbstverständlich, dass wir vom Lehrlingsgehalt etwas zu Hause abgaben“, erinnert sich Racky. Während seines Elektrotechnik-Studiums nach der Fachhochschulreife fuhr er für Malteser und DRK im Rettungswagen, machte seinen Abschluss als Techniker, arbeitete danach als Meister bei T&N und der späteren Telenorma in der Entwicklungsabteilung.

Dem ehrenamtlichen Rettungsdienst blieb er treu, wurde 1983 DRK-Mitglied, war im 1982 gegründeten Bereitschaftsdienst des Kreises tätig, fing beim Ortsverein Eppstein an und arbeitete über 15 Jahre im Präsidium des Kreisverbandes mit. Ende der 1980er wurde das Berufsbild des Rettungsassistenten eingeführt, Racky machte zusätzlich einen Lehrgang zum Transportsanitäter für Rettungseinsätze. Damals baute das DRK seine sozialen Dienste aus. 1993 begann Racky als fest Angestellter beim DRK und war am Umbau der Verwaltungsebenen und Aufbau der technischen Abteilung beteiligt.

2011 richtete Racky mit der Kreisgeschäftsstelle den DRK-Laden in Alt-Eppstein und als Vorstandsmitglied des DRK-Vereins Eppstein ein Jahr später die neue Vereinsunterkunft in der Hauptstraße in Vockenhausen ein. Dort bietet das DRK unter anderem Sozialberatung an. Außerdem erfüllte sich Racky einen kleinen Traum: Eine Wand dieser DRK-Niederlassung ist für Urkunden, Utensilien und historische Zeugnisse des Roten Kreuzes bestimmt, die in zwei Glasvitrinen ausgestellt sind.

„Das DRK ist so praxisbezogen, dass kaum Platz für die Besinnung auf die eigene Geschichte bleibt“, sagt Racky und weist darauf hin, wie eng die Internationale Rotkreuz- und Rothalbmond-Bewegung durch ihren Gründer Henry Dunant mit der Genfer Konvention, der Friedensbewegung und der Gleichstellung der Frauen verknüpft sind. bpa

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