Rosen beim Gründungsgottesdienst für die zwölf Kirchorte

Übergabe der Gründungsurkunde durch Generalvikar Wolfgang Rösch (li.) an Pfarrer Helmut GrosFoto: privat

„Es gibt keine Zeit, in der es so wichtig war, dass wir da sind“: Diese eindringliche Botschaft hat Generalvikar Wolfgang Rösch am vergangenen Sonntag in der vollbesetzten Kirche St. Peter und Paul in Hofheim den Teilnehmern des festlichen Gottesdienstes zur Gründung der neuen Pfarrei St.

Elisabeth Hofheim-Kriftel-Eppstein ans Herz gelegt. Dabei gehe es nicht „um uns als Institution“, sagte Rösch in Hofheim. Sinn der Kirche sei es nicht, um sich selbst zu kreisen, sondern auf Christus zu verweisen und ihm Raum zu geben.

In seinem Willkommensgruß hatte zu Beginn Pfarrer Helmut Gros auf den zwölfjährigen Weg „mit Höhen und Tiefen“ hin zur Gründung der neuen Pfarrei Bezug genommen. Heute könne er von einem „Weg des Miteinanders“ sprechen, sagte Gros und verband die Begrüßung mit ausdrücklichem Dank an alle Beteiligten, die vom ersten Kennenlernen an über lange Sitzungen, Pilger- und Einkehrtage bis zu den Gründungsvereinbarungen mit überlegt, gerungen, ausgeharrt und nicht aufgegeben hätten.

Nicht vom Verlust her denken, sondern vom Blick in die Zukunft und der Mission: Diese Losung sei schon früh gefunden und mit dem neuen Namen verbunden worden, berichtete Gros. Dass der Heiligen Elisabeth von Thüringen als Patronin der neuen Pfarrei große Bedeutung zugemessen wird, war an vielerlei Stellen zu spüren. Das Verwaltungsteam zog mit einer Elisabeth-Fahne ein. Mit einem Elisabeth-Lied und einer festlichen Elisabeth-Hymne gab es sogar gleich zwei musikalische Uraufführungen, schwungvoll vom Projektchor unter Leitung von Bezirkskantor Matthias Braun intoniert.

Franziskanerpater Helmut Schlegel hatte dafür gleich zwei Texte geliefert, beide von Kirchenmusiker Peter Reulein, Bezirkskantor in Frankfurt, vertont. Auch die Kinder hatten sich in ihrem begleitenden Wortgottesdienst kreativ mit der Namenspatronin beschäftigt und das Logo der Pfarrei nachgestaltet: Zu jedem der zwölf Blütenblätter, die die zwölf Kirchorte symbolisieren, hatten sie passende Verben gefunden. Da stand „heilen“ neben „mitfühlen“, „froh machen“ oder „teilen“. Gesegnete Kerzen mit dem Namen der Heiligen sowie eine Rose als Symbol für die Nächstenliebe der heiligen Elisabeth gab es ganz zum Schluss für die Vertreterinnen und Vertreter der zwölf Ortsausschüsse.

Auf die Namensgebung der neuen Pfarrei ging Generalvikar Rösch in seiner Predigt ein. Die Kirche strebe mehr Gleichberechtigung an, da tue es gut, eine Frau statt der zwei Apostelfürsten Peter und Paul voranzustellen. Außerdem symbolisiere in einer Welt, in der man technisch immer mehr aufrüste, das aus der Legende rund um die Heilige stammende Bild von Brot und Rosen, dass das Leben mehr sei als das, „was wir technisch machen“. Die Biographie der Heiligen könne von heute aus gesehen durchaus ambivalent gelesen werden, sagte Rösch. Aber obwohl sie als Minderjährige bereits verlobt und verheiratet worden sei und andere über sie bestimmt hätten, sei sie in ihrem Weg und ihrer Hinwendung zu den Armen souverän geblieben. Das gelinge nur jemandem, der aus dem Geist heraus lebe.

Getauft werde mit Wasser, „aber dabei ist mehr mit uns geschehen“, so Rösch: „Wir sind auch mit Geist beschenkt worden.“ Das Eigentliche des Lebens und Glaubens geschehe im Alltag, und jeden Tag aufs Neue gebe es die Entscheidung, „aus dem Wasser oder aus dem Geist heraus zu leben.“

Mit bewegten Worten dankte zum Abschluss die neue Pfarrgemeinderatsvorsitzende Dagmar Hirtz-Weiser „für den wunderbaren Gottesdienst“, der von Wärme und Herzlichkeit geprägt gewesen sei. Ihren Dank für die Musik unterstrich die Gemeinde mit ebenso lebhaftem Applaus wie zu Beginn die Überreichung der Gründungsurkunde.

Ein Neuanfang sei etwas ganz Besonders, sagte Hirtz-Weiser, die die Anwesenden dazu einlud, beim anschließenden Empfang das Gespräch miteinander zu suchen: „Gehen wir aufeinander zu und passen wir aufeinander auf“, lautete ihr Appell an die Gläubigen: „Machen wir es wie die Heilige Elisabeth.“

Die Homepage der neuen Pfarrei ist unter https://sankt-elisabeth-maintaunus.de zu erreichen.EZ

Die neue Pfarrei St. Elisabeth

Die drei Kommunen Hofheim (ohne Wallau), Kriftel und Eppstein sind unter dem Dach der neuen Pfarrei St. Elisabeth zusammengefasst. Ihr gehören rund 15 000 Katholiken in zwölf Ortsgemeinden an. Pfarrer Helmut Gros leitet ein Team mit sechs Gemeinde- und Pastoralreferenten und zwei weiteren Priestern sowie dem Bezirkskantor. Pfarrkirche ist St. Peter und Paul in Hofheim. Das Zentrale Pfarrbüro ist in Hofheim, Pfarrgasse 4. Das Eppsteiner Pfarrbüro in der Burgstraße bleibt Kontaktstelle und ist montags und freitags von 9 bis 12 Uhr geöffnet.

Dagmar Hirtz-Weiser aus Eppstein ist Vorsitzende des Pfarrgemeinderats, der ehrenamtliche Verwaltungsrat wird von Pfarrer Gros geleitet. Acht Kindertagesstätten stehen unter der Trägerschaft der Pfarrei, außerdem besitzt sie zwölf Kirchen und Kapellen und andere Immobilien wie die Gemeindezentren in einigen Eppsteiner Stadtteilen.

Enge Beziehungen gibt es zu Caritas, Kolpingfamilie und Eine-Welt-Organisationen. In Eppstein werden der Asylkreis und der Gemeinsame Mittagstisch unterstützt.

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