Reiki Open Sessions – Entspannung für Kriegs-Flüchtlinge

Janine Reinisch, Susanne Pauck, Patricia Wilms, Silke Hain, Viktoria Orosz, Cornelia Heuser, Lore Uhlemann (v.l.) organisierten Reiki-Sitzungen für ukrainische Flüchtlinge in der ehemaligen Akademie.

Wöchentlich kommen neue Flüchtlinge aus der Ukraine auch nach Eppstein.

In Kirchengemeinden und in der Gemeinschaftsunterkunft des Main-Taunus-Kreises in der ehemaligen Sparkassenakademie sind insgesamt weit über 200 Helfer bemüht, den über 300 Menschen in Privat- oder Gemeinschaftsunterkünften das Leben in Eppstein zu erleichtern.

So hat Gesundheitscoach Janine Reinisch gemeinsam mit sechs anderen Frauen, alle ausgebildete Reiki-Geberinnen, an zwei Wochenenden, nach Rücksprache mit den Verantwortlichen beim Kreis, Reiki-Sitzungen für Geflüchtete in der Sparkassenakademie angeboten. Mit durchschlagendem Erfolg. Die sieben Liegen, die sie im Rahmen der kostenlosen „Reiki Open Sessions“ in Ruheräumen in der Unterkunft aufgestellt hatten, waren nahezu ohne Pause besetzt. Die Frauen behandelten am ersten Wochenende etwa 50 Menschen und auch am Samstag darauf noch einmal rund 25 Menschen. Einige kamen zum zweiten Mal, weil ihnen die Sitzung so gut getan hatte.

Reiki ist eine aus dem Japanischen stammende Therapieform, die auf körperlicher, geistiger und spiritueller Ebene wirkt, um die Selbstheilungskräfte anzuregen. Sie hilft Menschen, sich zu entspannen und kann beispielsweise Schlafstörungen beseitigen.

Die Begegnung mit zum Teil traumatisierten Menschen sei sehr berührend gewesen, berichtet Janine Reinisch. Bei vielen sei die Entspannung spürbar geworden und sei es nur, dass sie wieder lächeln konnten. Ein fünfjähriger Junge, der unter Autismus leide, habe zum ersten Mal seit Wochen wieder gesprochen und die Reiki-Geberin sogar umarmt – eine ganz besondere Geste des Vertrauens.

Die Idee zu den Reiki-Sitzungen hatte Viktoria Orosz aus Kamp-Lintfort, die in Nordrhein-Westfalen nach der Hochwasserkatastrophe in Eifel und Ahrtal im vorigen Jahr die Initiative „Reiki Open Sessions“ gegründet hat, um den Menschen dort Kraft für den Wiederaufbau zu spenden. Mit dieser Idee kam sie zu Janine Reinisch, die sofort die Eppsteinerinnen Patricia Wilms und Susanne Pauck dafür begeisterte. Die beiden sind auch in Reiki ausgebildet.

Aus der Nähe von Düren kamen Silke Hain, Lore Uhlemann und Cornelia Heuser nach Eppstein. Silke Hain brachte außerdem jede Menge von ihrem Arbeitgeber gesponserte Reinigungsmittel, Besen, Staubsauger, Putzmittel und Tücher mit, die besonders in der Gemeinschaftsunterkunft dringend benötigt werden.

Zur Unterstützung bei Sprachbarrieren half die Eppsteinerin Natalija Katsamperoglou als Übersetzerin. Sie entwarf außerdem einen Info-Flyer, der im ehrenamtlichen Dolmetscherteam aus Eppstein übersetzt wurde. „Damit und dank der Sprach-Apps im Handy, konnten wir die Menschen gut abholen, auch wenn wir nicht jederzeit einen Dolmetscher an unserer Seite hatten“, sagte Reinisch.bpa

Hilfe für ukrainische Kinder

Die Emmausgemeinde bittet um Hilfe. Sie sucht Menschen für das Betreuungsangebot für ukrainische Kinder, die mitarbeiten und die Betreuer unterstützen. Eine Gruppe wird sich dienstags von 15 bis 17 Uhr vorwiegend im Freien treffen. Leiterin Sabine Hauck freut sich auf Unterstützung. Die andere Gruppe trifft sich mittwochs um 16 Uhr in der Emmausgemeinde.

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