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Pulse of Europe: Wie eine neue Bewegung entsteht

Pulse of Europe-Gründer Dr. Daniel Röder zu Gast in der Emmausgemeinde.Foto: Häfner

Nach dem Brexit Referendum und der Wahl von US-Präsident Donald Trump im November 2016 wollten Daniel Röder und seine Frau nicht mehr zuschauen.

Sie sahen Europa mit Blick auf die bevorstehenden Wahlen in Frankreich und den Niederlanden in Gefahr und beschlossen noch im Wohnzimmer, für Europa auf die Straße zu gehen.

„Wir müssen etwas tun und wir müssen das vorher machen“, dachte der Anwalt aus Frankfurt und organisierte kurz darauf eine Demo pro Europa. Im Europaviertel in Frankfurt, in der Pariser Straße beim Café „Laube Liebe Hoffnung“, kamen rund „200 Menschen zur ersten Kundgebung und Diskussion“, berichtete er im Rahmen der Vortragsreihe „Über Gott und die Welt“ den Zuhörern in der Emmausgemeinde.

Mit insgesamt acht Personen gründeten die Eheleute die Initiative „Pulse of Europe“, die sich solidarisch für ein vereintes und demokratisches Europa einsetzt. „Wir sind überparteilich“, erklärte Röder und „wollten von Anfang an überregional aktiv werden.“ Schnell schlossen sich andere Städte wie Freiburg, Karlsruhe und Amsterdam an.

Fast eineinhalb Jahre später wird „Pulse of Europe“ in 21 Ländern und mehr als hundert Städten über den ganzen Kontinent hinweg unterstützt. Dazu gehen jeden ersten Sonntag im Monat Menschen europaweit auf die Straße, treffen sich zu Kundgebungen und dem offenen Mikrofon. Röder betont: „Wir wollen mitmachen und haben den Zeitgeist getroffen.“

Die Demokratie sieht Röder „seit dem Zweiten Weltkrieg bedroht wie noch nie“. Er führte politische, anti-demokratische Entwicklungen in Tschechien, Polen, der Türkei und Österreich an und wies auf eine neue Bertelsmann Studie hin, die herausfand, dass aktuell 3,3 Milliarden Menschen in Autokratien leben. Und auch, dass man der Europäischen Union alles zuschiebe, was nicht gut ankommt, sei es die Griechenlandkrise, die Eurokrise oder die Flüchtlingsdebatte. Viele Populisten nutzten sie für ihren Zweck aus.

Warum brauchen wir Europa? „Wir müssen Vorreiter sein“, erklärte Röder, denn die Europäische Gemeinschaft sei eine der letzten Bastionen der Demokratie, die den Frieden bewahre. Daher reiche eine anti-rechts Bewegung nicht aus. Vielmehr müssten die positiven Werte, Emotionen und das Interesse für das Thema Europa entfacht und in den Vordergrund gestellt werden. „Wir brauchen eine europäische Zivilgesellschaft, die es schafft, von unten zusammenzukommen. Alle können mitmachen.“ Weitere Informationen gibt es auf der Webseite www.pulseofeurope.eu.

Fortgesetzt wurde die Reihe „Über Gott und die Welt“ zum Thema Pluralität in Gesellschaft, Leben und Politik am vergangenen Mittwoch mit einem Vortrag des Architekten und Stadtplaners Michael F. Guntersdorf von der DomRömer GmbH über die neue Frankfurter Altstadt. Der nächste Vortrag ist für Donnerstag, 4. Mai, vorgesehen, dann spricht Dr. Eva Buddeberg von der Goethe-Universität über das Thema „Toleranz“.pw

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Kommentare

Left Pulse of Europe

Welche anti-demokratische Entwicklung findet denn aktuell in Österreich statt? Das muss ich irgendwie in der täglichen Berichterstattung verpasst haben. „Die Europäische Gemeinschaft sei eine der letzten Bastionen der Demokratie, die den Frieden bewahre. Daher reiche eine anti-rechts Bewegung nicht aus.“ Dem kann ich in gewisser Weise nur zustimmen. Wer aber eine anti-rechts (oder anti-links) Bewegung betreibt und scheinbar eine bestimmte politische Strömung von der Demokratie ausschließen möchte bzw. grundsätzlich für falsch hält, hat den Begriff und die Werte einer Demokratie gänzlich missverstanden.

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