Peter Rindermann in Eppstein zum Pfarrer ordiniert

Pfarrer Peter Rindermanbi seiner Predigt von der Kanzel der Talkirche.Foto: Nora Hechler

Pfarrer Peter Rindermanbi seiner Predigt von der Kanzel der Talkirche.Foto: Nora Hechler

Für Pfarrer Peter Rindermann war die Einführung in seinen pastoralen Dienst im Nachbarschaftsraum Kelkheim-Eppstein am vergangenen Sonntag in der Evangelischen Talkirche Eppstein ein doppelter Grund zum Feiern, denn gleichzeitig erhielt der 29-Jährige von Pröpstin Henriette Crüwell seine Ordination, also die einmalige feierliche Segnung und Aussendung zum geistlichen Amt.

Er sei überrascht gewesen, wie viele Menschen zu diesem Gottesdienst gekommen seien, sagte er zur Eppsteiner Zeitung, darunter etliche aus seiner neuen Gemeinde. Außer seiner Familie kamen auch Freunde aus seinem Heimatort Rodalben. Sie hatten sogar einen Kleinbus für die Fahrt aus der Pfalz gechartert.

Auch aus dem Theologiestudium in Mainz und dem Vikariat im rheinhessischen Wörrstadt kamen Freunde und sein Lehrpfarrer Stefan Koch. So lag es nahe, dass aus all diesen Lebensstationen Menschen an seiner Segnung teilnahmen: Ein Pfarrer aus seinem Heimatort, sein Lehrpfarrer, Vorgängerin Heike Schuffenhauer, Christiane Uhlendorf vom Eppsteiner Kirchenvorstand und allen voran, Partnerin Nathalie Schüler, die mit Rindermann nach Vockenhausen gezogen ist.

Bei den Fürbitten nach der Predigt habe auch die katholische Kollegin Andrea Henrich mitgewirkt, freute er sich, ebenso über den „sehr musikalischen Gottesdienst“: Neben Posaunenchor und Orgelmusik gab Pianistin Anna Tyshayeva ein Stück zum Besten.

Nach Pfarrerin Heike Schuffenhauers Eintritt in den Ruhestand wurde die Stelle in der Talkirchengemeinde auf eine halbe reduziert. Peter Rindermann wird daher mit einer halben Stelle zusätzlich die Pfarrkollegen Patrick Smith und Timo Winzler im Nachbarschaftsraum Kelkheim-Eppstein unterstützen. Die beiden Kollegen übernahmen die Einleitung bis zur eigentlichen Ordination.

Pröpstin Henriette Crüwell brachte Pfarrer Rindermann als Geschenk zur Ordination bunte Holzstäbe mit, die sich – basierend auf den Konzepten von Leonardo da Vinci –, ganz ohne Klebstoff oder Nägel, zu einer Brücke zusammenfügen lassen. „Ich finde, diese Stäbe in allen Farben des Regenbogens passen sehr gut zu dem, was Sie mir über Ihr Verständnis des Pfarrberufs erzählt haben“, erklärte sie. „Dass Sie sich als „Connector“, als Verbinder, sehen, der Menschen miteinander in Beziehung bringt.“

Allerdings, so Crüwell weiter, trage sich die Kirchengemeinde nicht wie die Brücke von selbst, sondern lebe aus der Beziehung zu Christus. „Sie bringen das, was Menschen erleben und was ihnen Sorgen macht, mit der Frage nach Gott ins Gespräch.“ Dabei sei es seine Aufgabe, die Gemeinde beim Gestalten von Kirche zu unterstützen. Aber es hänge – so wie bei der Brücke – nicht an ihm allein. „Wir alle bauen miteinander am Haus Gottes. Und wenn es im Gemeindealltag mal wieder knifflig wird, holen Sie sich diese Hölzer heraus und erinnern Sie sich daran“, betonte sie.

Dekan Martin Fedler-Raupp wünschte Rindermann im Namen des gesamten Dekanats Gottes Segen für sein neues Amt. „Darüber hinaus wünsche ich Ihnen, dass Sie sich immer wieder auf die drei wesentlichen Dinge im Pfarrberuf konzentrieren: Seelsorge, Verkündigung und Bildungsarbeit.

Bei seiner Predigt ging Rindermann auf Paulus Frage ein, auf welchem Fundament das Leben aufgebaut sei. „Und: wenn es hart auf hart kommt, hält dieses Fundament stand? Was ist unsere Grundlage, worauf kann man aufbauen?“. Das seien weder Geld, Besitz oder Erfolg. In Trauergesprächen sei ihm das noch nie als das Wesentliche aufgezählt worden, das von Verstorbenen in Erinnerung bleibt.

„Von Bedeutung sind eher die Dinge, die im Leben getragen haben. Die auch durch schwere Krisen bringen können“, so Rindermann weiter. „Das sind Familie, enge Freundschaften und Menschen, die für mich da sind. Orte, an denen ich mich wohlfühle. Und der Glaube, der mir die Kraft gibt, nach jedem Rückschlag wiederaufzustehen und weiterzumachen“, erklärte Rindermann.

Man merke, so Rindermann weiter, wenn sich Menschen diesen Glauben zur Grundlage machten. Weil etwas Bedeutendes daraus entstehe – das habe er in seinen vorherigen Gemeinden erlebt und jetzt auch in Eppstein und Kelkheim. „Ich freue mich darauf, sie in den Gemeinden dabei zu begleiten. Mit Ihnen gemeinsam zu bauen und zu gestalten“, erklärte Rindermann.

Nach dem Gottesdienst schlossen sich Grußworte der Kirchenvorstandsvorsitzenden Lydia Rauh, des Bürgermeisters Alexander Simon sowie aus dem Nachbarschaftsraum Kelkheim-Eppstein an, bevor es zum Sektempfang auf dem Kirchplatz ging.EZ

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