Neuer Zonta Club in Eppstein bringt Orange in die City

Heike Mohr, Ariane ten Hagen mit dem präsidialen Hammer und Verena Groß mit der Gründungsurkunde (v.li.). Foto: Beate Schuchard-Palmert

Still und unbemerkt haben sich Frauen aus Eppstein, Hofheim und Kelkheim zum neuen Zonta Club Main-Taunus zusammengeschlossen. Dabei hatten sich die Frauen um die frisch gewählte Präsidentin Ariane ten Hagen ihr Entree in Eppstein mit einem deutlicheren Signal und mehr Öffentlichkeit gewünscht.

Nach der Gründungsversammlung am 11. März war für den Herbst eine Charter-Feier mit vielen geladenen Gästen im Musikschulhaus Am Herrngarten geplant. Doch die offizielle Gründungsfeier muss verschoben werden – „und damit auch eine gute Gelegenheit, uns den Menschen in Eppstein vorzustellen“, sagt Ariane ten Hagen. Die 49-jährige Philosophin engagiert sich im Kulturkreis, wo sie die Kleinkunstsparte betreut und den Treffpunkt Philosophie leitet. Mit dem Zonta Club will sie sich dafür einsetzen, die Lebensbedingungen für Frauen zu verbessern.

Eigentlich sollte die Charter-Feier die Initialzündung für eigene Projekte und Aktionen sein. Das läuft langsamer an als geplant. Dafür beteiligt sich der neue Club an den länderübergreifenden Kampagnen der weltweit 1200 Clubs, wie die Aktion „Orange the City“, und schließt sich dem Appell „Zonta sagt Nein zu Gewalt an Frauen“ an. In Eppstein leuchtet deshalb am Aktionstag, Mittwoch, 25. November, das Rathaus in Vockenhausen in orangefarbenem Licht. Außerdem hängt der Club ein Banner an der Fußgängerbrücke über der B455 auf. Die Club-Farbe Orange steht für eine hellere Zukunft ohne Gewalt.

Die 20 Gründerinnen in Eppstein waren in den vergangenen Monaten nicht untätig. Sie sammeln beispielsweise kontinuierlich Spenden für das Frauenhaus in Hofheim. „Das müssen nicht nur Geldspenden sein, auch Bettwäsche und Kinderkleidung haben wir schon weitergeleitet“, berichtet Heike Mohr (49). Die Steuerberaterin aus Hofheim hat das Amt der Schatzmeisterin für den neu gegründeten Club übernommen. Als Stellvertreterin steht der neuen Präsidentin die 44-jährige Rechtsanwältin Verena Groß aus Fischbach zur Seite. Schriftführerin ist Christine Brandt-Kotthaus aus Eppstein, weitere Mitglieder sind beispielsweise die ehemalige Leiterin des Hofheimer Frauenhauses, Anita Pieper, Eppsteins Erste Stadträtin Sabine Bergold, Nicola Schniederkötter, Evelyne Winzer und Daniela Brust.

„Wir haben bewusst mit einer kleinen Gruppe von Frauen gestartet, wollen aber weitere Frauen dazugewinnen“, sagt ten Hagen. Einmal im Monat treffen sich die Zonta-Frauen bei einem Jour fix. Noch ungewohnt ist für ten Hagen der hölzerne Hammer samt Resonanzblock, der der neu gewählten Präsidentin als Requisit und Zeichen ihres Amtes zusteht. Der erste Zonta Club wurde 1919 in den USA gegründet. Der Name „Zonta“ stammt aus der Sprache der Lakota-Indianer und bedeutet „ehrenhaft“, „integer“ und „vertrauenswürdig“.

Themen bei den monatlichen Treffen sind die Hilfsprojekte auf internationaler, aber auch lokaler Ebene. Außerdem werden Referentinnen eingeladen, die unterschiedlichste Themen wie Frauenrechte, Frauen in der Wirtschaft, oder auch tradierte Vorurteile in der Sprache beleuchten. „Wir wollen in allen gesellschaftlichen Gebieten auf die Bedürfnisse von Frauen aufmerksam machen“, führt ten Hagen aus. Durch einen solchen Vortrag wurde sie selbst vor etwa einem Jahr auf den Zonta Club aufmerksam: Die Eppsteinerin Fiona Ruff, Mitglied im Zonta Club Kronberg, lud ten Hagen ein, aus philosophischer Sicht über aktuelle Frauenthemen zu referieren. „Das hat bei mir die Idee ausgelöst, auch Frauen in Eppstein für einen solchen Club zu gewinnen“, erzählt ten Hagen. Der Zonta Club Kronberg habe gewissermaßen Pate gestanden und die Frauen bei den Formalitäten unterstützt. „Wir waren schnell ganz viele, sonst wären wir heute nicht so weit“, freut sich ten Hagen.

Eines der Projekte zum Start des neuen Clubs ist die Verbreitung der Notruf-Initiative „Maske 19“ in der Region. Ziel ist, möglichst viele Apotheken und Arztpraxen für die Aktion zugewinnen. Mit dem Codewort „Maske 19“ können hilfesuchende Frauen in Praxen, Kliniken oder Geschäftsräumen, in denen für die Initiative „Maske19“ geworben wird, ohne weitere Erklärung um Hilfe bitten. „Diese Berufsgruppen“, so Ariane ten Hagen, „unterliegen der Schweigepflicht und genießen das Vertrauen der Menschen“. Deshalb werben die Zonta Clubs deutschlandweit für die Teilnahme an ihrer Notruf-Initiative. Teilnehmende Arztpraxen und Apotheken verpflichten sich nicht, konkrete Hilfe zu leisten, sondern im Notfall diskret und ohne Aufsehen die Polizei zu verständigen.

In den kommenden Monaten wollen die neuen Zontinen, wie sie sich selbst nennen, auch auf lokaler Ebene über ihre Projekte berichten. Wichtige Themen sind der Kampf gegen Kinder- und Zwangsehen und Hilfe für Frauen in Not. „Das können Mädchen und junge Frauen, aber auch Frauen in Altersarmut sein“, führt ten Hagen aus. Die Homepage des neuen Clubs ist noch im Aufbau. Per E-Mail ist er zu erreichen: praesidentin.zcamtaunus[at]gmail.com[dot]bpa

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