Ein neuer Name für die Pfarrei Eppstein-Hofheim-Kriftel

Vorsitzende des Pfarrgemeinderats Dagmar Hirtz-Weiser verabschiedete Pastoralreferent Johannes Edelmann am Ende der Stadtmesse.Foto: Simone Pawlitzky

Bei schönster spätsommerlicher Witterung eröffnete Pfarrer Gaspar Minja die Stadtmesse der katholischen Kirchengemeinde Eppstein unter freiem Himmel.

Rund neunzig Gemeindemitglieder aus allen fünf Kirchorten hatten sich vorzeitig zum Familiengottesdienst, der traditionell wenige Wochen nach den hessischen Sommerferien stattfindet, angemeldet. Ihr Weg führte sie am vergangenen Sonntagmorgen jedoch nicht wie gewohnt zur Burg, die noch für Besucher gesperrt war, sondern in den Kirchhof von St. Laurentius. Hier war im Rahmen der aktuellen Corona-Regeln alles für einen feierlichen Gottesdienst vorbereitet. „Ich freue mich, dass wir uns hier zu unserer Stadtmesse versammelt haben und wir wieder einmal in einer größeren Gemeinschaft den Gottesdienst feiern können. Es ist schön, dass alle gekommen sind, sich an die Corona-Bedingungen halten, Abstand wahren und trotzdem mit Freude dabei sind“, begrüßte auch Dagmar Hirtz-Weiser die Gemeinde.

Solidarität für die Leidtragenden der Corona-Pandemie war dann auch das Thema des Gottesdienstes. „Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst“, das schrieb Paulus an die Römer. „Was heißt das für uns konkret in Zeiten, in denen uns täglich Nachrichten zu den Auswirkungen der Corona-Pandemie aus aller Welt erreichen?“, fragte Pfarrer Gaspar Minja die Gemeinde. Solidarität sei gefragt. „Wir sind eingeladen, unseren Beitrag zu leisten. Denken wir heute nicht nur an uns, sondern auch an die Betroffenen.“ Bundesweit riefen Bischofskonferenz, Bistümer, weltkirchliche Hilfswerke und Orden am „Sonntag der Solidarität“ zu Spenden auf und starteten angesichts der globalen Auswirkungen der Corona-Pandemie eine gemeinsame internationale Solidaritätsaktion.

„Was bedeutet Solidarität überhaupt?“ Mit dieser Frage beschäftigten sich die achtzehn Kinder im Alter von fünf und dreizehn Jahren im Kinderwortgottesdienst parallel zur Stadtmesse. Mit Andrea Höfling versuchten sie den Begriff zu erschließen, „denn viele kannten ihn nicht“, erklärte die Gemeindereferentin. Sie erzählte ihnen die Geschichte vom barmherzigen Samariter und gemeinsam dachten sie über den Inhalt und seine Bedeutung nach. „Schließlich fanden wir für Solidarität Worte wie füreinander da sein und zusammenhalten.“ Übertragen auf das alltägliche Leben in Zeiten der Pandemie wussten die Kinder, dass es bedeute, Masken zu tragen, Abstand zu halten und zum Beispiel „für alte Leute einkaufen zu gehen.“ Bevor die Mädchen und Jungen wieder zu ihren Familien in den Erwachsenen-Gottesdienst zurückkehrten, bekamen sie zum Abschluss jeder ein Pflaster auf die Hand geklebt, mit der Aufgabe in der nächsten Woche solidarisch zu sein. „Das Pflaster dient als Erinnerung und kann nach erfüllter Aufgabe abgenommen werden“, so Höfling.

Nach dem darauffolgenden Abendmahl trat Dagmar Hirtz-Weiser nach vorne. Die Vorsitzende des Pfarrgemeinderats wies auf die bevorstehende Wahl des Pfarrpatrons für die künftige Pfarrei Neuen Typs zwischen Eppstein und Hofheim-Kriftel am 19. und 20. September hin.

Die Bremthalerinnen Elvira Driesler und Brigitte Seebold tauschten sich über den Gottesdienst aus und wie er sich während der Pandemie verändert hat. „25 Plätze können zur Zeit in der Kirche St. Margareta bei einem Gottesdienst verteilt werden“, erzählte Elvira Driesler, die derzeit als Ordnerin einspringe. In den vergangenen Monaten habe sie beobachtet, dass gerade ältere Menschen, die zuvor regelmäßig Gottesdienste besuchten, aus Angst zu Hause blieben. „Sie schauen sich die Gottesdienste im Fernsehen an“, weiß das aktive Gemeindemitglied.

Gemeinsam mit Brigitte Seebold nutzte sie wie viele andere Gemeindemitglieder auch die Gelegenheit, sich von Johannes Edelmann zu verabschieden. Der Pastoralreferent, der als hauptamtlicher Vollzeitmitarbeiter in den vergangenen sechs Jahren gemeinsam mit Gemeindereferentin Andrea Höfling Pfarrer Gaspar Minja unterstützte, wechselte am 1. Juni als Krankenhausseelsorger an die MTK-Kliniken in Hofheim und Bad Soden und wurde am Sonntagmorgen auch offiziell von Dagmar Hirtz-Weiser verabschiedet. Sie bedankte sich für sein Engagement und tatkräftigen Einsatz. „Du hast mit deiner Art Temperamente gezügelt, Akzente in der Jugendarbeit gesetzt und neue Ideen entwickelt.“ Die Gemeinde bedankte sich mit einem Applaus. Noch ist Johannes Edelmann nicht ganz gegangen. „Nächste Woche bin ich noch einmal zu fünf Firmungen hier.“ Per E-Mail, Fragebogen und Videokonferenz halte er Kontakt zu den zwanzig Firmlingen. „Ein Treffen gab es in der Kirche mit Vorbereitung des Gottesdienstes, zwei Proben sind für Freitag vorgesehen. Gruppentreffen konnten nicht mehr stattfinden“, erzählte er von den veränderten Bedingungen. Am Samstag, 12. September, folgen die fünf Gottesdienste, die abwechselnd in Alt-Eppstein und in Bremthal nur für Familien und Angehörige stattfinden. „Doch niemals geht man so ganz“, lächelte er, denn schaue man voraus, sei er nach der Zusammenführung der Gemeinden im Jahr 2023 wieder Gemeindemitglied.pw

Weitere Artikelbilder:

Kommentare

Der Inhalt dieses Feldes wird nicht öffentlich zugänglich angezeigt.
CAPTCHA
Diese Frage hat den Zweck zu testen, ob Sie ein menschlicher Benutzer sind und um automatisierten Spam vorzubeugen.
1 + 11 =
Lösen Sie diese einfache mathematische Aufgabe und geben das Ergebnis ein. z.B. Geben Sie für 1+3 eine 4 ein.

Neueste Kommentare

Kommentiert am 18.09.2020
Sportfreunde: "Abtreten des Parkstreifens …
Kommentiert am 14.09.2020
Hauptstraße Tempo 30
Kommentiert am 14.09.2020
Standortsuche für den neuen Kindergarten
Kommentiert am 10.09.2020
Anwohner bedauern die Überreaktion
Kommentiert am 04.09.2020
„Zehn Freunde“ – In der Altstadt nicht gewollt


X