Die neuen Jugendarbeiter knüpfen Kontakte auf Umwegen

Johannes Herr und Khaoula Aboudou sind das neue Team der Eppsteiner Jugendarbeit. Foto: Beate Schuchard-Palmert

Seit einigen Wochen hat die Eppsteiner Jugendarbeit zwei neue Gesichter: Khaoula Aboudou und Johannes Herr sind die beiden Sozialarbeiter, die die Jugendarbeit in Eppstein neu aufbauen sollen.

Die Grundlage dafür haben ihre beiden Vorgänger gelegt, die im vergangenen Jahr im Auftrag der Stadt ein neues Gesamtkonzept für die Jugendarbeit erarbeitet haben.

Auch wenn Veranstaltungen immer noch nicht möglich sind, wollen die beiden Eppsteins Jugendliche dennoch zur Mitarbeit einladen. Deshalb seien sie häufig draußen unterwegs, „sobald sich ein Sonnenstrahl zeigt“, sagt Aboudou, und suchen Jugendliche an ihren Lieblingsorten in den Stadtteilen auf. In den sozialen Netzwerken präsentieren sie sich unter den Stichworten „Jugendarbeit Eppstein“.

Um sich bekannt zu machen, wollen die beiden das Netzwerk ihrer Vorgänger nutzen, das diese beispielsweise für das Jugendkonzept geknüpft haben. So wurden dafür Vereine zu ihrer Jugendarbeit befragt. Die beiden Neuen planen nun ein „digitales Kennenlernen“ mit den Vereinen und vor allem mit den Verantwortlichen für die Vereinsjugend, um sich dort vorzustellen. Mittelfristig erhoffen sie sich darüber Möglichkeiten, gemeinsame Aktionen für Jugendliche auf die Beine zu stellen. Denn einen zentralen Jugendraum oder ein Jugendzentrum wird es vorerst nicht geben.

Zunächst aber wollen die beiden bei diesem Meeting den Vereinen „zeigen, dass es uns gibt und womit wir helfen können“, sagt Herr. Dabei sei ihnen auch die Einschätzung der Vereine zur aktuellen Situation wichtig. Es sei etwas anderes, so Aboudou, die Unterlagen zu lesen oder mit den Menschen zu sprechen. Außerdem sei das Konzept eine gute Basis, künftige Partner für die Jugendarbeit zu finden.

Eigene Veranstaltungen können die beiden derzeit kaum planen, da sich die Pandemie-Situation permanent verändere, so Herr. Aboudou, die gerne die Mädchenarbeit verstärken möchte, hofft, dass sie sich bald im Mädchentreff in der Verwaltungsstelle in Bremthal vorstellen kann.

Neben ihrem 30-Stunden-Job bei der Stadt verstärkt sie das Team der Schulsozialarbeit an der Freiherr-vom-Stein-Schule und freute sich schon auf ihren ersten größeren Einsatz nach den Osterferien bei einem Präventionsprojekt für die Siebtklässler. Auch Johannes Herr wollte diese Gelegenheit nutzen, um sich an der Schule und vor allem bei den Jugendlichen vorzustellen. Doch stand angesichts steigender Corona-Zahlen bis Redaktionsschluss noch nicht fest, ob die auf dem Schulhof geplante Aktion stattfindet.

Zum Glück sei das neue Jugendkonzept sehr breit aufgestellt und langfristig angelegt, sagen die beiden, und biete viele Möglichkeiten und unterschiedliche Schwerpunkte. Einer davon sei Beteiligung – „Partizipation“ – als wichtiger Baustein des Konzepts. Das wiederum setzt voraus, dass Jugendliche, aber auch Menschen, die mit Jugendlichen arbeiten, die neuen Jugendarbeiter als verlässliche Partner kennenlernen und Vertrauen aufbauen.

Beide bringen unterschiedliche Kompetenzen für ihren Job mit: Khaoula Aboudou ist 26 Jahre alt und stammt aus Marokko, wo sie zunächst Erziehungswissenschaften studiert hat und danach in Deutschland Islamwissenschaft. Sie spricht neben arabisch und deutsch französisch, spanisch und englisch und wohnt in Frankfurt. Nach ihrem Studium hat sie dort in einer Flüchtlingsunterkunft gearbeitet. Ihre Fähigkeiten sieht sie auch in den „Social Media“-Angeboten. Sie könne sich vorstellen, dort auch Lernhilfen anzubieten.

Johannes Herr kommt aus Wiesbaden, studierte in Gießen Lehramt an Förderschulen mit Schwerpunkt emotionale und geistige Entwicklung und Sport. Doch nach dem ersten Staatsexamen habe er festgestellt, so Herr, dass ihm die Jugendarbeit mehr liegt als der Unterricht an einer Schule. Inzwischen wohnt der 35 Jahre alte Vater einer zweieinhalbjährigen Tochter mit seiner Familie in Marxheim.

Auch er arbeitete schon in der Flüchtlingshilfe und war Betreuer in einer Wohngruppe für unbegleitete minderjährige Ausländer. Er liebt Fußball und sportliche Aktivitäten jeglicher Art und sieht seine Stärken in der Erlebnispädagogik. Einen Kajak- und Kanu-Schein habe er bereits, ein Kletterschein wäre sein nächstes Ziel.

Konkrete Angebote können die beiden zurzeit noch nicht planen, aber sie haben ein offenes Ohr für Wünsche, Ideen und auch für Probleme der Eppsteiner Jugendlichen und wollen in absehbarer Zeit Eppstein für junge Menschen attraktiver machen.

Ihr erster Eindruck von Eppstein sei sehr positiv, sagen beide. Die Jugendarbeit „genießt hier einen hohen Stellenwert“, hat Herr festgestellt, und das, obwohl die Fluktuation der Mitarbeiter in den vergangenen Jahren sehr hoch gewesen sei. Beide hoffen, dass sie die Stadtteile und ihre jungen Bewohner im Laufe der kommenden Monate trotz der Herausforderungen der Corona-Pandemie besser kennenlernen und bieten Kontakt über soziale Medien und WhatsApp-Gruppen an.

Die Präsentation der Jugendarbeiter auf der Stadtseite wird gerade erarbeitet und demnächst online gestellt. Beide sind im Büro im Rathaus II in der Rossertstraße 21 telefonisch unter 305-200 und 305-201 oder per E-Mail zu erreichen: Johannes.Herr[at]eppstein[dot]de oder Khaoula.Aboudou[at]eppstein[dot]de.

Herr und Aboudou sind beim Verein „Jugendberatung und Jugendhilfe Frankfurt“ (JJ) angestellt und arbeiten in der mobilen Beratung des ZJS, des Zentrums für Jugendberatung und Suchthilfe des MTK. Die Stadt hat den Verein JJ als Träger mit der Jugendarbeit in Eppstein beauftragt, nachdem in den Jahren zuvor die städtischen Jugendarbeiter häufig wechselten. bpa

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