MTK: Neue Sicherheitsberater für Senioren

Die neuen Seniorensicherheitsberater mit Landrat Michael Cyriax und Kriminaldirektor Urban Egert (Mitte) und den beiden Geschäftsführern des Präventionsrates (v.li.), Jürgen Moog und Peter Nicolay.Foto: MTK-Präventionsrat

Am Wochenende absolvierten 16 Frauen und Männer ein Ausbildungsseminar für Sicherheitsberater und Beraterinnen für Senioren (SfS) im Landratsamt des Main-Taunus-Kreises.

Darunter waren auch drei Eppsteiner, Lisa Strahlendorf, die neue Leiterin des Familienzentrums, Julia Pretsch vom Ordnungsamt und Mari-Luise Hey. „Damit sind für Eppstein wieder acht Beraterinnen aktiv“, freute sich Jürgen Moog vom Präventionsrat des MTK. Landrat Michael Cyriax und Kriminaldirektor Urban Egert begrüßten den ersehnten Nachwuchs.

Von den seit 2016 ausgebildeten 141 SfS informieren und beraten nur noch 106 die älteren Menschen über die perfiden Maschen der Betrüger. Moog nennt als Grund die übliche Fluktuation durch Wegzug oder neue Prioritäten, aber auch die Corona-Pandemie, die die Helfer zu einem langen Stillstand zwang. „Danach haben einige ihre Tätigkeit nicht wieder aufgenommen“, bedauert Moog. Umso mehr freut er sich über die neuen Helfer und, dass darunter auch jüngere Menschen sind, wie die gerade 31-jährige Julia Strahlendorf. Denn der Altersdurchschnitt der Sicherheitsberater liegt bei über 60 Jahren. Das sei auch grundsätzlich von Vorteil, denn so seien die Berater auf Augenhöhe mit anderen Seniorinnen und Senioren, wenn sie mit ihnen über Sicherheitsthemen sprechen, betonte Moog.

Denn Sicherheitsberater für Senioren werden dringend gebraucht. Zwar ist die Gesamtkriminalität im vorigen Jahr weiter zurückgegangen, nicht aber die Vermögens- und Fälschungsdelikte, warnt Moog. Trotz der Kampagnen des Präventionsrats gegen falsche Polizisten und gegen Corona-Betrüger, wurden 2020 im Main-Taunus-Kreis 360 Anrufe von falschen Polizisten registriert, wobei die Täter bei drei Opfern insgesamt 150 000 Euro erbeuteten. Beim Enkeltrick waren es 101 Anrufe mit einem Schaden für ebenfalls drei Opfer von 200 000 Euro.

Zwei Tage lang wurden die ehrenamtlichen Berater im Landratsamt in Hofheim von Beamten des Polizeipräsidiums und der Polizeidirektion über Straftaten gegen ältere Menschen, zu Sicherheit im Straßenverkehr und im Internet sowie über Opferschutz geschult. Sie erhielten ein Zertifikat, Namensschilder, Visitenkarten und Infomaterial. Sicherheitsberater bieten ihre Hilfe in ihrer Heimatstadt an, zunächst im eigenen Umfeld, in der Familie, im Freundeskreis, in der Nachbarschaft und im Verein.

Hinzukommen Vorträge bei Seniorennachmittagen oder Vereinstreffen und die Beratungen an Infoständen, wie auf Wochenmärkten und anderen Orten mit viel Publikumsverkehr.

Ziel ihrer Beratung sei es, das gesunde Misstrauen zu stärken, die Aufmerksamkeit für die Umgebung zu schärfen, keinesfalls aber Ängste zu erzeugen, betont Moog. Der nächste öffentliche Info-Termin in Eppstein steht auch schon fest: Am Freitag, 15. Oktober, beraten Polizei und Seniorensicherheitsberater auf dem Wochenmarkt rund um das Thema Sicherheit (siehe auch Anzeige unten). bpa

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