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Missbrauchsfall zur Entscheidung in Rom

Die Voruntersuchung gegen den früheren Eppsteiner Pfarrer B. ist inzwischen abgeschlossen, auch habe Bischof Georg Bätzing inzwischen sein Votum dazu abgegeben. Das bestätigte die Pressestelle des Bistums Limburg. Beide Unterlagen, so Sprecher Stephan Schnelle, sind jedoch geheim und wurden zur abschließenden Beurteilung an die Glaubenskongregation in Rom geschickt. Sie entscheidet darüber, ob ein Strafverfahren im Sinne des Kirchenrechts eingeleitet wird oder ob der Papst direkt über den Fall entscheidet.

Wie berichtet, lagen dem Bistum Limburg bereits 1997 Informationen darüber vor, dass B. seinen Neffen, den er als Pflegesohn bei sich aufgenommen hatte, sieben Jahre lang vielfach sexuell missbraucht haben soll. Trotzdem versetzte das Bistum den Geistlichen 1999 an seine neue Pfarrstelle nach Eppstein. Bisher, so der Sprecher des Bistums, lägen dem Bistum keine weiteren Anzeigen oder Vorwürfe gegen B. vor. Auch nicht aus Eppstein. Auch der Beschuldigte selbst hat bisher noch nicht öffentlich zu den Vorwürfen Stellung genommen.

Die Frankfurter Allgemeine Zeitung zitierte vor einigen Wochen aus einem über 20 Jahre alten Brief, den der Beschuldigte 1997 geschrieben haben soll, um sich bei seinem Neffen zu entschuldigen.

Während die Staatsanwaltschaft die Ermittlungen wegen Verjährung eingestellt hat, dauern die kirchenrechtlichen Verfahren noch an, beispielsweise die Untersuchung darüber, ob und inwieweit die Verantwortlichen, beispielsweise der damalige Personaldezernent Helmut Wanka oder Bischof Franz Kamphaus, über Vorwürfe gegen den Pfarrer informiert waren. Die Unterlagen werden von einem unabhängigen Juristen, dem früheren Limburger Landgerichtspräsidenten Ralph Gatzka geprüft.

Angeblich seien die Vorwürfe schon damals im Bistum bekannt gewesen. Der Fall wurde jedoch weder an den Vatikan weitergeleitet, noch der Staatsanwaltschaft gemeldet, noch taucht er in der Personalakte auf. Stattdessen wurde der Pfarrer kurz darauf nach Eppstein versetzt.

Da bisher keine weiteren Missbrauchsfälle bekannt wurden und das Verfahren gegen den früheren Pfarrer noch nicht abgeschlossen sei, verhalte sich die katholische Gemeinde abwartend, sagt der Eppsteiner Pastoralreferent Johannes Edelmann. Als Präventionsbeauftragtem der Pfarrei liege ihm daran, dass die Gemeinde sich für die Zukunft neu aufstellt. So werde ein Institutionelles Schutzkonzept zur Prävention und Mitarbeiterschulung erstellt, sagt Edelmann. Laut Edelmann unterschreiben alle Mitarbeiter, die regelmäßig mit Jugendlichen arbeiten, eine Selbstverpflichtungserklärung, die für alltägliche Gefahrensituationen sensibilisieren und die Eigenverantwortung stärken solle.

Wichtige Anlaufstelle für alle Fragen rund um Missbrauch ist das Bistum unter dem Link: hilfe-bei-missbrauch.bistumlimburg.de.bpa

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