Letzte Saison für Spargel-Händlerin Marija

Marija Sesvecan verkauft seit über 25 Jahren Spargel in Vockenhausen.Foto: privat

Marija Sesvecan verkauft seit über 25 Jahren Spargel in Vockenhausen.Foto: privat

Seit einem Vierteljahrhundert steht Spargel-Verkäuferin Marija Sesvecan während der Spargel- und Erdbeersaison von Ende April bis Ende Juni auf dem Parkplatz an der Hauptstraße und präsentiert die frische Ernte. Mit ihrer freundlichen Art ist sie vielen Kunden ans Herz gewachsen.

Etliche Eppsteiner und viele Pendler, die auf dem Weg Richtung Bad Camberg durch Vockenhausen fahren, sind Stammkunden bei ihr und kaufen seit Jahren Spargel, Erdbeeren und gegen Ende der Saison auch Kirschen ein.

Mit 74 Jahren hat die gebürtige Kroatin allerdings beschlossen: „Jetzt ist‘s genug.“ Ende Juni schlägt sie ihren Verkaufsstand in Vockenhausen zum letzten Mal ab, um endgültig in ihre Heimat Kroatien zurückzukehren. „Zu Hause habe ich meine beiden Kinder, ein Haus und meinen Garten“, sagt sie. Vor über 40 Jahren, 1972, kam sie zum ersten Mal nach Deutschland und lebte 13 Jahre in Dortmund. 1985 kehrte sie aus familiären Gründen zurück nach Kroatien, zog dort ihre Kinder groß und erfuhr über einen Kollegen von einem Saisonjob während der Spargelzeit in Deutschland.

„1995 kam ich zum ersten Mal von Ende April bis Ende Juni zurück nach Deutschland“, erzählt sie. Seitdem arbeitet sie jedes Jahr während der Erntezeit an einem der Verkaufsstände des Spargelhofs Schneider aus Groß Gerau. Im Jahr 2000 übernahm sie den Stand an der Hauptstraße Vockenhausen – und habe das nie bereut: „Deutschland ist wie mein zweites Zuhause“, sagt sie und in Eppstein fühle sie sich besonders wohl: „Die Menschen sind so freundlich und mit vielen kommt man schnell ins Gespräch.“

Auch ihre Enkelin ist inzwischen mit Mann und zwei Kindern nach Frankfurt gezogen. „Mindestens einmal pro Woche besucht sie mich hier am Stand,“ sagt Marija. Sonntags genieße sie Zeit mit ihren Urenkeln – Künftig allerdings nur noch während der Sommerferien und an Weihnachten. Dann trifft sich die Familie ohnehin in Kroa­tien.bpa

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