Der Kohlemeiler glimmt wieder

Die Traktoren standen Spalier für die Besucher des Kohlemeilerfests in Ehlhalten. Foto: bpa

Ein wenig kleiner als in früheren Jahren war der 38. Kohlemeiler des MSC Ehlhalten. Zehn statt 15 Raummeter Holz verarbeitete das Köhler-Team des Motorsportclubs diesmal.

Und dennoch dauerte es drei Tage bis die Köhler Torsten Rausch, Norbert Brandmeier, Fritz-Günter Ernst und Georg Kilb das Buchenholz in ein Meter lange Stücke gespalten und aufgeschichtet, mit einer Schicht aus Laub, einer weiteren aus Tannengrün und zum Abschluss mit einer dicken Erdschicht bedeckt hatten. Revierförster Peter Lepke hatte für den Kohlemeiler diesmal Buchenholz aus dem Nonnenwald zur Verfügung gestellt und war selbst am Sonntag gekommen, um den Meiler zu begutachten.

Ehlhaltens Vizekerbevater Patrick Becht hatte am Freitagabend die ehrenvolle Aufgabe, glühende Holzscheite in den zentralen Lüftungsschacht zu schütten, um den Meiler anzufachen. In der ersten Nachtschicht stieß der Meiler noch dichte Rauchschwaden aus, die stark an einen arbeitenden Vulkan erinnerten. Doch schon am Sonntag ließ es sich in seiner Nähe gut aushalten. Außer den Kerbeburschen pilgerten bei schönstem Sommerwetter hunderte von Besuchern ins Silberbachtal und ließen sich von den Helfern des Motorsportclubs mit Steaks und Wildschweinbratwurst vom Grill und Pilzpfanne verwöhnen.

Ursula und Georg Sonnentag aus Kelkheim-Münster machten ihren Sonntagsausflug mit dem E-Bike diesmal ins Silberbachtal und freuten sich auf eine kühle Erfrischung. Nachmittags gab’s selbst gebackene Kuchen.

Bis zur Mittagszeit erfüllte sich auch Torsten Rauschs Wunsch: Die selbst gesetzte Marke von 50 Fahrzeugen für das vierte Traktortreffen am Kohlemeiler wurde von einer Gruppe der Traktorfreunde aus Oberselters geknackt, die gegen 13 Uhr am Kohlemeiler eintraf.

Bei Holzkohle kommt es auf den Klang an

Am Ende zählte Rausch 56 Traktor-Oldtimer, die der Einladung zum Kohlemeilerfest gefolgt waren und sich rund um das Gelände am Silberbach und entlang des Waldwegs dicht aneinander reihten, jeder ein echter Hingucker für Liebhaber. Das älteste Fahrzeug, ein Wahl W15 mit 14 PS aus dem Jahr 1951, und das ungewöhnlichste, ein Aebi TP 45 von 1987 kamen aus Schloßborn. Für Jule und Holger Müller aus Diedenbergen war die Tour nach Ehlhalten ihre erste große Fahrt mit dem blauen Fordson aus dem Jahr 1957, der früher als Lohndreschmaschine in Diedenbergen eingesetzt wurde.

Knut und Rosel Feix aus Bremthal hatten ihren leuchtend roten McCormick-Traktor blitzblank geputzt und standen als Frühankömmlinge in vorderster Reihe. Sie bereiten sich schon auf ihre große Tour im September auf den Großglockner vor.

Bis zum Donnerstag treffen sich die Ehlhaltener am Kohlemeiler, am Donnerstag zu Frühschoppen und Spanferkel-Essen. Am Samstagnachmittag wird der Meiler geöffnet und die Kohle-Strecke ausgemessen. Sobald die Kohle ausgekühlt ist, wird sie verpackt und kann mitgenommen werden. Gute Holzkohle, verrät Rausch, erkenne man an ihrem hellen Klang. „Wenn sie in die Grillschale geschüttet wird, klirrt sie fast wie Glas“, schwärmt Rausch.

Seit 20 Jahren schichtet er bereits den Kohlemeiler mit auf und hat sich einiges an Fachwissen angeeignet. So wird das Innere des Meilers bis zu 400 Grad Celsius heiß, dabei entweichen etliche Inhaltsstoffe des Holzes, weshalb der Prozess auch „trockene Destillation“ genannt wird. Übrig bleibt reinste Holzkohle, die als Aktivkohle auch zur Trinkwasserreinigung oder zur Herstellung von Luftfilteranlagen oder in der Pharmazie verwendet wird. bpa

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