Ideenwerkstatt war schwach besucht

Jugendliche sollen Ziele selbst erarbeiten. Foto: run-manseok Kim from Pixabay

Ein wenig enttäuscht war Jugendarbeiter Johannes Herr über die schwache Resonanz auf sein erstes Gesprächsangebot an Eppsteiner Jugendliche am Montagnachmittag im Bürgersaal. Nur fünf Jungen und ein Mädchen waren seiner Einladung gefolgt.

Gedacht war das Treffen als Ideenwerkstatt für Jugendliche aus allen Stadtteilen. Gekommen waren eine gute Handvoll Kinder aus Vockenhausen und Eppstein, deren Eltern, wie schnell zu erkennen war, vor kurzem die Bürgerinitiative „Jugend in Eppstein“ gegründet haben.

Herr sammelte Vorschläge und Wünsche der Jugendlichen und fragte, was ihnen in Eppstein fehle. Die Jungen kamen schnell auf den Punkt: Einen Platz zum Radfahren wünschten sich der neunjährige Leo und seine Freunde. Leos 15-jähriger Bruder hätte gern einen Platz am Ortsrand, „zum Abhängen“ und wo es nicht störe, wenn die Jugendlichen auch mal etwas lauter sind. Im Moment bleibe ihnen in Vockenhausen nur der Bolzplatz am Rathaus und der sei „eher ungepflegt“. Die 13-jährige Lena verriet ihre Wünsche erst auf Nachfrage: Sie würde gern gemeinsam mit anderen Jugendlichen kochen, backen oder etwas anderes Kreatives machen.

Die sechs Jugendlichen, die sich in den Bürgersaal wagten, hatten auch schon Vorschläge, wo ein Fahrradparcours eingerichtet werden könnte: An der Embsmühle würden sie jetzt schon gern fahren, fühlen sich dort aber beobachtet und nicht wirklich geduldet. Auch die Wiesen hinter der Rettungswache zwischen Fischbacher Straße und Bundesstraße wäre groß genug für Rampen, Tablets und Bodenwellen. Johannes Herr bot an, ihre Vorschläge zu sammeln und bei nächster Gelegenheit mit der Rathausspitze zu besprechen.

Denn vorige Woche gab es bereits ein erstes Online-Treffen zwischen den Eltern der Bürgerinitiative und Bürgermeister Alexander Simon, Erste Stadträtin Sabine Bergold und Johannes Herr. Die Eltern machten keinen Hehl daraus, dass ein Parcours am Sportplatzgelände an der Embsmühle ihr Favorit wäre. Bis zum nächsten Treffen Mitte Dezember solle es Ortstermine an möglichen Standorten geben. „Wir sind gespannt und hoffen endlich auf eine Lösung für unsere Kinder“, sagte Hilke Schaust, eine der Initiatorinnen der BI, mit Blick auf die bisher gescheiterten Versuche, eine solche Anlage in Eppstein zu realisieren. Wie berichtet sind die Eltern bereit, die Anlage in Eigenregie anzulegen.

Johannes Herr legte den Jugendlichen allerdings nah, dass die Stadt vor allem von ihnen Engagement erwarte und die Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen. Eine Anlage aus Erdwällen wie in Hochheim bedeute auch viel Arbeit: „Dreimal im Jahr, in den Oster-, Sommer- und Herbstferien, richten die Jugendlichen dort zusammen mit einer Sozialarbeiterin den Platz wieder her“, machte er deutlich, dass ein solcher Parcours auch gewartet werden müsse.

Eine kleine Bilanz zu den ersten Pop-up-Angeboten konnte Herr auch schon ziehen: Zum Bolzplatz In der Müllerwies kamen 17 Jugendliche, „eine tolle Resonanz“, freute sich der Jugendarbeiter. An der Skaterbahn in Bremthal war der Zulauf von Jugendlichen geringer: Nur acht folgten der Einladung. „Dafür kam ich mit vielen Passanten ins Gespräch und habe viele gute Tipps erhalten“, sagte Herr und lud die Jugendlichen zum Pop-up am Rathausplatz in Vockenhausen am Dienstag, 7. Dezember, von 14.30 bis 18 Uhr ein.bpa

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