Auch Hofheimer und Krifteler pilgerten zur ersten Pfarrei-Messe

Die Messe auf Burg Eppstein feierten Gläubige aus drei Pfarreien.Foto: Helga Mischker

Zur Messe auf der Burg riss der Himmel auf. Im gleißenden Sonnenschein begann der katholische Gottesdienst feierlich mit dem Einzug der Messdienerinnen und Messdiener unter der Leitung von Pfarrer Helmut Gros aus Hofheim. Scherzhaft raunte er bei der Begrüßung „Im Schatten der Burg“

den Glücklichen zu, die an der Burgmauer einen schattigen Platz ergattert hatten, und spielte damit auf einen Krimi der Eppsteiner Autorin Brina Stein mit ähnlich lautendem Titel an.

Der Pfarrer bewegte sich vergangenen Sonntag auf noch unvertrautem Terrain, war es doch der erste Gottesdienst, den er auf der Burg gestaltete. Erst Anfang April löste er seinen Vorgänger Pater Gaspar Minja ab, der überraschend eine neue Aufgabe im Hohen Westerwald übernahm. Darüber hinaus betreibt Gros das Mammutprojekt, den Pastoralen Raum Hofheim, Kriftel, Eppstein zum 1. Januar 2023 neu zu gründen und die Gemeinden zur Groß-Pfarrei St. Elisabeth zusammenzuführen. Im Vorgriff auf die Neugründung waren die Gläubigen aus den neuen Gemeinden eingeladen, am Gottesdienst auf der Burg teilzunehmen. Gros freute sich über viele bekannte Gesichter. So war die in Eppstein angekündigte Stadtmesse, die traditionell am ersten September-Wochenende auf der Burg stattfindet, eigentlich schon eine „Pfarrei-Messe“.

Lucia Kretschmer, die Vorsitzende des Ortsausschusses Ehlhalten, hatte eine aktive Rolle beim Gottesdienst ebenso wie Pastoralreferent Enrico Wagner und Pastoralreferentin Bärbel Hasselbach, die für Andrea Henrich einsprang. „Andrea Henrich kennen sie alle“, erklärte sie, „Andrea Höfling hat geheiratet“.

Kindgerecht stellte Hasselbach Leben und Wirken der heiligen Elisabeth im 13. Jahrhundert vor. Säckchen wurden verteilt, mit Gegenständen, die Symbolkraft in Elisabeths Leben einnehmen. In Dialogform mit Organist Christian Schmitz erschloss sich folgende Geschichte: 1207 als ungarische Prinzessin geboren, wird sie schon im Alter von vier Jahren Hermann von Thüringen versprochen. Mit Geschenken im Gepäck wurde sie an dessen Hof verbracht und von der künftigen Schwiegermutter erzogen.

Der Ring im Säckchen steht für die Hochzeit, allerdings nicht mit Hermann, der verstorben war, sondern mit dessen Bruder Ludwig, der sich in sie verliebt hatte. Die beiden lebten auf der Wartburg und führten eine glückliche Ehe, aus der drei Kinder hervorgingen.

Elisabeth teilte schon damals mit den Armen und spendete großzügig Hab und Gut. Ludwig fiel im Krieg, fortan hatte sie sich seinem Bruder Heinrich zu beugen, dem ihr Engagement für die Armen missfiel. Mit dem Erbe gründete sie ein Hospital in Marburg, in dem sie unermüdlich Kranke versorgte. Sie starb schon im Alter von 24 Jahren und wurde nur vier Jahre nach ihrem Tod heilig gesprochen. Die heilige Elisabeth ist künftig Patronin der Groß-Pfarrei.

„Ein letztes Mal haben wir heute die Stadtmesse vor der Neugründung auf der Burg gefeiert, nach zwei Jahren Corona-bedingter Pause“, freute sich die Vorsitzende des Pfarrgemeinderates in Eppstein, Dagmar Hirtz-Weiser. Die Tradition der Burgmesse werde aber weitergeführt. Alle zwei Jahre finde ein Gottesdienst auf der Burg statt, das nächste Mal 2024.

Sie berichtete, dass die Gründungsvereinbarung, beispielsweise über den Verbleib und die Nutzung der Gebäude, derzeit im bischöflichen Ordinariat in Limburg geprüft werde. Das sei die übliche Vorgehensweise.

Sie ermunterte die Gläubigen, mit Energie und Schwung auf die Neugründung zuzugehen. „Seien Sie einfach neugierig und aufgeschlossen“, sagte sie und lud die Teilnehmerinnen und Teilnehmer ein, bei einem Imbiss und Getränken miteinander ins Gespräch zu kommen.mi

Weitere Artikelbilder:

Kommentare

Der Inhalt dieses Feldes wird nicht öffentlich zugänglich angezeigt.
CAPTCHA
Diese Frage hat den Zweck zu testen, ob Sie ein menschlicher Benutzer sind und um automatisierten Spam vorzubeugen.
1 + 2 =
Lösen Sie diese einfache mathematische Aufgabe und geben das Ergebnis ein. z.B. Geben Sie für 1+3 eine 4 ein.


X