Harald Koch kennt Stammbäume fast wie ein Ahnenforscher

Harald Koch verlässt den Schalter in der Naspa-Geschäftsstelle in Eppstein.Foto: Schuchard-Palmert

Für viele Eppsteiner Sparkassenkunden ist Harald Koch das „Gesicht der Naspa“ in Eppstein. Seit fast 40 Jahren ist der Niederseelbacher Servicemitarbeiter des Geldinstituts.

1983 kam er nach Bremthal und wechselte 2009 nach Eppstein und wurde für viele Sparkassenkunden der erste Ansprechpartner. Zum 1. Juni geht Koch in den Ruhestand und hat sich inzwischen schon von vielen Kunden verabschiedet.

Koch sei nah an den Menschen und wisse, was vor Ort passiert und für die Menschen wichtig ist, honoriert Stephan A. Kietzmann Kochs langjährige Treue. Der Leiter Privatkundengeschäft der Region Main-Taunus stammt selbst aus Bremthal und erinnert sich noch, dass er 1999 sein eigenes Ausbildungskonto bei Koch eröffnet habe. „Harald Koch kennt die Stammbäume und Verbindungen von Familien besser als mancher Ahnenforscher“, weiß Kietzmann.

Koch übernahm nach seiner Lehre bei der Idsteiner VR-Bank und schon während seiner Bundeswehrzeit eine sogenannte „Wohnzimmerzweigstelle“ der Naspa in seinem Heimatort Niederseelbach, die nur nach Kochs Dienstende und samstags öffnete. 1983 kam er zur Naspa-Filiale in der Alten Schule in Bremthal.

„Wir waren mitten drin, wenn die Bremthaler ihre Kerb gefeiert haben“, sagt Koch. Wenn die Orgel des historischen Karussells spielte, waren Gespräche am Schalter kaum möglich. „Nach Schalterschluss saßen wir dann im Hof der alten Verwaltungsstelle zusammen“, erinnert sich Koch. Auch daran, dass ihn der langjährige Bürgermeister Richard Hofmann dazu überredete, in einer der beiden Bremthaler Kappensitzungen aufzutreten. „Im Jahr darauf machte ich in beiden Bremthaler Sitzungen mit, mal als Landwirt, mal als goldener Hochzeiter.“

Doch ein Dauerengagement wurde daraus nicht, da Koch als Vorstandsmitglied des Niederseelbacher Turnvereins, aktiver Feuerwehrmann und Sänger auch in der Niederseelbacher Fastnacht aktiv war. Inzwischen ist er nur noch in der Feuerwehr aktiv und erhielt gerade die Genehmigung, seinen Dienst zu verlängern, obwohl er im Sommer 60 Jahre alt wird. Sein ältester Sohn (34) ist sein Wehrführer, seine ältere Tochter arbeitet beim Finanzamt in Wiesbaden, die jüngste absolviert gerade ihr Referendariat für das Grundschullehramt an der Eppsteiner Burg-Schule.

Die Banklehre nach der Mittleren Reife begann er, „weil Mathematik immer mein Lieblingsfach war und ich gern mit Menschen zu tun habe“, sagt Koch und erinnert sich gern daran, dass die Sparkasse oder die Bank am Ort damals ein wichtiger Dreh- und Angelpunkt war und nahezu jeder Einwohner dort ein- und ausging, um Geld zu holen oder sich persönlich beraten zu lassen. In Bremthal habe er oft Kunden aus Niederjosbach auf seinem Nachhauseweg mitgenommen. Koch: „Das war damals selbstverständlich.“

Vermissen werde er die wöchentlichen Team-Gespräche mit gemeinsamem Mittagessen aus der Zeit vor der Corona-Pandemie. Früher seien sie dazu in eines der Gasthäuser gegangen. Die Einschränkungen der Corona-Pandemie seien auch ein Grund für den vorzeitigen Ruhestand, räumt Koch ein. Künftig wolle er sich um seine Obstbaumwiesen, die eigenen Hühner und das Holzmachen für den Kachelofen kümmern. Seine Frau sei noch berufstätig: bei der VR-Bank Idstein, da wo er angefangen habe.

Er freue sich, dass die Naspa die Filialen nach wie vor für ihre Kunden offen halte. In Eppstein seien drei Mitarbeiter beschäftigt. Er sei gerade dabei, seine Nachfolgerin Debora Melfi einzuarbeiten. Gerade in der Pandemie suchten viele Menschen das Gespräch, manche, um Geld anzulegen, aber auch viele, um über finanzielle Sorgen und die Zukunft zu sprechen. bpa

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