Gedenkveranstaltung des Hospizvereins: Wald als Quelle des Trostes

Kerzen bringen Licht und Trost in die Trauer.Foto: Horizonte Hospizverein

Am Samstag vor einer Woche gedachten Angehörige und Mitglieder des Horizonte Hospizvereins gemeinsam der Menschen, die durch den Verein seit Oktober 2021 begleitet wurden.

Dies betrifft vor allem die Sterbebegleitungen im ambulanten Hospizdienst, aber auch Verstorbene, um die es im Rahmen der Trauertreffs und in Trauer-Einzelberatungen ging.

Da coronabedingt die vergangenen beiden Jahre keine Gedenkfeier stattfinden konnte, stand schnell fest, dass es dieses Jahr eine „Outdoor-Veranstaltung“ werden sollte. Für eine stimmungsvolle Kulisse sorgte dabei der großzügige Lesegarten der neuen Stadtbücherei in Hofheim, der von der Hospizkoordinatorin Franca Welle und dem Organisationsteam liebevoll dekoriert und beim Einbruch der Dämmerung von zahlreichen Kerzen beleuchtet wurde. Gottfried Rudolph, freier Theologe und Trauerredner, bezog sich in seiner Ansprache auf den Wald als Ort der Ruhe, des Trostes und der Hoffnung. So sei der Baum ein lebendiges Symbol für Gegenwärtiges, Vergangenes und zukünftiges Leben. Er empfahl den Trauernden, nicht festzuhalten, sondern loszulassen und die Impulse, die vom Wald ausgehen, aufzunehmen.

Verbunden sei damit die Hoffnung, dass der Wald die Seele stärkt und den Trauerschmerz erträglicher macht. „Es vergeht nichts, ohne dass etwas Neues entsteht“, so Gottfried Rudolphs trostreiche Worte in Richtung der Trauernden. Mit Blick auf die Trommler, die den musikalischen Rahmen der Veranstaltung setzten, sagte der Trauerredner: „Hier wird der Baum zum Klingen gebracht.“ Moulaye Seck, afrikanischer Trommelkünstler aus Mainz, zeigte zusammen mit zwei Musikerinnen temperamentvolle Einlagen und verwies im Gespräch auf die spirituelle Bedeutung des Trommelns in Afrika. „Passierte früher im Dorf etwas, wurde getrommelt und der Rhythmus habe dabei die Botschaft vermittelt, worum es sich bei diesem Ereignis handelt: Geburt eines Kindes oder ein Todesfall in der Gemeinschaft.“

Den Todesfällen dieses Jahres wurde gleichsam in einem Ritual Aufmerksamkeit geschenkt. So verlas Hospizkoordinatorin Beatrix Biewald die Namen aller Verstorbenen, während jeweils ein Licht entzündet wurde und alle Angehörigen am Ende ein kleines Holz-Herz mit dem Namen ihrer Verstorbenen erhielten. Einen angemessenen Ausklang fand die Veranstaltung bei Glühwein und Brezeln, wobei so mancher Angehöriger erstmals wieder auf die zuständige Person traf, die die trauernde Familie auf ihrem schweren Weg zuvor begleitet hatte. Die Reaktionen zeigten, wie eng die Verbindungen werden, wenn sich Menschen in solch existenziellen Lebensphasen begegnen.

Angebote des Horizonte Hospizvereins können auf der Internetseite www.horizonte-hospizverein.de nachgelesen werden.

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