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Ersatzteil ausgedruckt: Jetzt läuft die Kaffeemühle wieder

Arno Müller, Klaus Christ und Jannik Fritsch präsentieren die Computeranimation des Ersatzteils der defekten Kaffeemühle. Foto: sr

Wie immer am dritten Samstag im Monat hatte am vergangenen Samstag das Repair-Café Eppstein von 10 bis 13 Uhr seine Pforten im Pfarrheim St. Laurentius geöffnet. Neu im „Repair-Team“ und das zweite Mal mit dabei war der 17-jährige Schüler Jannik Fritsch aus Niederjosbach.

Er absolvierte mehrere Betriebspraktika, unter anderem beim Werkzeugmacher Rothenberger in Kelkheim, und entdeckte so seine Begeisterung für additive Fertigungsverfahren, also für den 3D-Druck. Beim Basar im Eppsteiner Bahnhof sprach er mit Repair-Elektroniker Klaus Christ und bot seine Hilfe für das Café an, um weitere Erfahrungen sammeln zu können. Christ, der in der ehrenamtlichen Gemeinschaft auch die Statistiken betreut, war hellauf begeistert, ebenso wie Gründer Arno Müller.

Der erste Auftrag ließ nicht lange auf sich warten. Eine Kundin brachte eine Kaffeemühle vorbei, bei der das kleine Verbindungsstück zwischen Motor und Messer kaputtgegangen war und das so nirgends lieferbar war. Jannik übernahm sein erstes Pilotprojekt. In mehreren Arbeitsschritten eruierte er zunächst die Maße und übertrug diese in sein CAD-Programm auf dem Computer. Immer wieder verglich er dabei das alte Teil mit der Computergrafik. Danach wurde die Finalversion per übertragbarem Datenträger und der Umwandlung in ein Maschinencode-Programm an den 3D-Drucker übertragen. Dann erfolgte der Druck und tatsächlich bedurfte es nur minimaler Nacharbeiten von Klaus Christ und das neue Verbindungsteil konnte in die Kaffeemühle eingesetzt werden. Jetzt ist sie wieder voll funktionsfähig und die Besitzerin hatte viel Lob und auch eine großzügige Spende für die ehrenamtliche Gemeinschaft übrig.

Das nächste Projekt von Jannik Fritsch ist auch schon in Arbeit. Momentan beschäftigt er sich mit einem defekten Endstück, das zwei Zeltstangen miteinander verbinden soll. Im Herbst plant Repair-Chef Arno Müller für Mitglieder des Cafés, aber auch für die Öffentlichkeit, einen Powerpoint-Vortrag mit Fritsch, bei dem er seine Arbeitsschritte und damit sein Wissen rund um den 3D-Druck und die Fertigung von Ersatzteilen weitergibt. Das Repair-Café Eppstein besteht inzwischen seit drei Jahren. Bisher kamen schon über 500 Kunden. Neben Reparaturarbeiten vor Ort ist das Team auch bei der Recherche nach Ersatzteilen behilflich. Der nächste „Repair-Termin“ ist am Samstag, 21. September. sr

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