Zur Erinnerung an Krieg und Vernichtung

Auch am Friedhof in Ehlhalten wurde der Opfer von Krieg und Gewalt gedacht.Foto: Jonas Schönian

Am Volkstrauertag trafen sich in diesem Jahr wieder in allen fünf Stadtteilen Menschen zum Gedenken an die Opfer von Gewalt, Krieg und Terror und legten Kränze an den Mahnmalen ab.

In Niederjosbach begrüßte Ortsvorsteherin Andrea Sehr gut 20 Teilnehmer und erinnerte sich daran, wie sie im vorigen Jahr allein vor dem Gedenkstein am Friedhof stand und an die Einsamkeit und Stille in der Pandemie. In ihrer Ansprache griff sie das Schwerpunktthema des Volkstrauertags 2021 auf: Vor 80 Jahren besetzte die deutsche Armee Griechenland und Jugoslawien, im Juni 1941 überfiel sie die Sowjetunion. Anders als in anderen europäischen Kriegen, so Sehr, strebte die deutsche Seite nicht nur den Sieg an, sondern die Vernichtung und Versklavung ganzer Völker. Im Dezember 1941 erklärte das Deutsche Reich den USA den Krieg und entflammte damit endgültig den Weltkrieg.

Seit Kriegsende 1945 sind weltweit weitere Millionen von Toten zu beklagen. Allein für 2020 zählt das Heidelberger Institut für Konfliktforschung 220 gewaltsam ausgetragene Konflikte in und zwischen Staaten.

Zur Erinnerung an die unzähligen Opfer zitierte Sehr das Totengedenken von Bundespräsident Franz-Walter Steinmeier aus dem vorigen Jahr.

Nachdenkliches aus der Vergangenheit und zur aktuellen Coronazeit machte auch Ehlhaltens Ortsvorsteherin Martina Smolorz beim Volkstrauertag auf dem Ehlhaltener Friedhof zu ihrem Thema. „Der Frieden ist nicht selbstverständlich“, betonte sie vor rund 25 Teilnehmern und mahnte Menschlichkeit und Zusammenhalt an. Gerade zur jetzigen Coronazeit seien Rücksichtnahme und Verantwortungsbewusstsein extrem wichtig. „Coronaleugner argumentieren, dass ihnen durch die Masken die Freiheit genommen würden – aber wird hier das Wort Freiheit richtig verstanden? Immanuel Kant sagte einst, die Freiheit des einzelnen endet, wo die Freiheit der anderen beginnt“, so Smolorz deutlich.

Auch auf den Zweiten Weltkrieg kam die Ortsvorsteherin zu sprechen: „Der Krieg war in unserem Ort zum Glück kaum spürbar, doch die Angst steckte allen tief in den Knochen, wenn wieder ein Flieger über das Dorf hinwegflog oder es irgendwo brannte. Zudem war das Leid unermesslich, wenn ein Ehemann, Vater, Bruder oder Sohn gefallen war!“

Smolorz erinnerte auch daran, dass die Flieger des Zweiten Weltkriegs zwar über Ehlhalten hinwegflogen, aber in den großen Städten und deren Randgemeinden enorme Schäden hinterließen: „Der Krieg, der von Deutschland ausging, kam besonders hart auch in unser Land zurück.“

Die Ortsvorsteherin bedankte sich nach der Kranzniederlegung bei der Freiwilligen Feuerwehr für ihre Mahnwache und lud die Besucher gemeinsam mit der Vorsitzenden des katholischen Ortsausschusses, Lucia Kretschmer, ins Gemeindehaus ein, wo Kaffee und Kuchen vorbereitet waren.js

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