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Eppstein, die Perle im Taunus, wegen Reichtums geschlossen

Zum Auftkt beim Kreppelkaffee in Gusbachs „gud’ Stubb’“

hatte Sitzungspräsident Heinz Seebold als Protokoller für jeden Stadtteil eine spitze Bemerkung parat: Im Königreich Vockenhausen, „da regiert der Bürgermeister“, in Niederjosbach sei der Humor zu Hause und, so Seebold mit drohendem Tonfall, „Lachen Pflicht“. Die Ehlhaltener sorgten sich gerade über die Zukunft ihres „Stadtratsstübchens“, witzelte Seebold mit Blick auf Stadtrat Berthold Gruber, der einst die Idee zum Bistro im Alten Spritzenhaus hatte. „Macht doch ne Rentnergenossenschaft draus mit viel Freibier, von der Stadt bezahlt“, ergänzte er die aktuelle öffentliche Diskussion um einen weiteren Vorschlag. In Bremthal gebe es nur noch Pizza und Flaschenbier, aber keine einzige Kneipe mehr.

Eppstein, die Perle des Taunus, habe zwar einen Wochenmarkt, doch treffe er dort mehr Niederjosbacher als Eppsteiner an, lästerte er, „dort bleiben die Geldleute unter sich“. Weiter frotzelte er: „In der Altstadt gibt es noch Leben, Geschäfte und Gaststätten vom Feinsten, aber auch die sind geschlossen – wegen Reichtums“. Überhaupt bekamen die Alt-Eppsteiner ihr Fett weg: Ihr Bus sei wohl im Schnee stecken geblieben, witzelte Seebold trotz der milden Außentemperaturen, weil so wenige Besucher aus der Altstadt nach Niederjosbach gekommen waren. Möglicherweise lag’s am Termin tags darauf im Familienzentrum der Talkirchengemeinde. Das warb nämlich mit Edith Wißkirchen, langjährige Büttenrednerin beim Kreppelkaffee, als Rednerin für ihre Fastnachtsveranstaltung „Café Klatsch“.

Die Erste Stadträtin Sabine Bergold, die Seebold im Elferrat zur Seite saß, hatte ausgerechnet am Dienstag, der Tag, nachdem Sturm „Sabine“ durch Deutschland gezogen war, Geburtstag; und so dichtete Bürgermeister Alexander Simon ihr ein Ständchen, das sich auf Sturm und Sabine reimte. Stürmisch war auch der Showtanz der Mäusegarde. Die Mädchen wirbelten als Piraten über die Bühne.

Nach der Polka der Delphine und Schmetterlinge traten die beiden Rathausoberen gemeinsam als Schultheiß und Schatzkanzlerin, zwei Zeitreisende aus dem Mittelalter, in die Bütt. Alle Ausgaben der Eppsteiner Zeitung der vergangenen zwölf Monate hätten sie studiert und festgestellt: „Kaum waren Bürgermeister und Kämmerin wiedergewählt, wurde an der Steuerschraube gedreht.“ Eine Biosphärenregion wär’ was Feines, „wenn’s kommt aus der Region“, nahm Schultheiß Simon das neueste Projekt des Umweltministeriums aufs Korn und wetterte: „Aber nicht, wenn’s die Rechnung ohne die Leut’ vor Ort macht“.

„Unsern Anton“, Anton Dostal, kam mit Spazierstock und Papiertüte in die Bütt und mokierte sich über die Wohlstandsgesellschaft, die sich, ohne über die Verschmutzung der Meere nachzudenken, auf Kreuzfahrt begebe und sich zu Hause rühme, die Joghurtbecher zu recyceln. Willi Kietzmann brachte als Schnäppchenjäger den Saal zum Lachen. Mit ihrer Miniplayback-Show zu bekannten Schlagern und Popsongs begeisterte die Mäusegarde. Zum Abschluss brachten die Vockenhäuser Hexen mit ihrem temperamentvollen Tanz auch die Senioren in Schwung. bpa

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