DRK: Neue Führung will Ehrenamt und Spendenbereitschaft stärken

DRK-Kreisvorsitzender Jörg Blau mit Sabine Mushake und ihrem Vorgänger in der DRK-Geschäftsführung, Stephan Racky (v.l.).Foto: Julia Palmert

Die Staffelstab-Übergabe in der Kreisgeschäftsführung des Deutschen Roten Kreuzes Main-Taunus (DRK) fiel Corona bedingt nüchtern und pragmatisch aus, bedauerte der Kreisvorsitzende Jörg Blau.

Nach mehr als 20 Jahren Dienstzeit übergab der Eppsteiner Stephan Racky die Geschäftsführung der DRK Main-Taunus Dienstleistungs-GmbH und der Familiendienste gGmbH schon Ende April an seine Nachfolgerin Sabine Mushake.

„Stephan Racky ist ein Urgestein und war das Gesicht des DRK Main-Taunus,“ lobte Blau das Engagement des 64-Jährigen. Racky, der mehr als 50 Jahre ehrenamtlich im Rettungsdienst tätig ist, und seit 1983 in praktisch allen Aufgabenfeldern des DRK Main-Taunus und im Verband Südhessen, verabschiedete sich in den Ruhestand (die EZ berichtete), leitet aber weiterhin ehrenamtlich die drei Ortsvereinigungen Eppstein, Sulzbach und Eschborn/Niederhöchstadt. Im Hintergrundrettungsdienst fährt er weiter Einsätze mit dem Rettungsfahrzeug des DRK Eppstein, das vor seiner Haustür in Ehlhalten stationiert ist. Die Ausbildung neuer ehrenamtlicher und hauptamtlicher Helfer und Mitarbeiter im DRK-Grundlagenseminar liegt ihm am Herzen.

Seine Nachfolgerin Sabine Mushake aus Sulzbach wechselt vom Landesverband auf die Kreisebene. Bisher leitete die 42-Jährige die Wohlfahrts- und Sozialarbeit beim DRK-Landesverband Hessen mit den Schwerpunkten Kinder, Jugend und Familie, Arbeit mit Geflüchteten, offene Altenarbeit, Gesundheitsprogramm, Migration und Integration. Nach den ersten Wochen im neuen Amt bescheinigte sie dem DRK Main-Taunus eine große Bandbreite in der Wohlfahrts- und Sozialarbeit und in den klassichen Aufgaben der Rettungsdienste. Die Aufgaben möchte sie weiter ausbauen. Insbesondere in der Kita-Arbeit für ein gesundes Aufwachsen sieht sie das DRK als Alternative zu kirchlichen Trägern. Das Ehrenamt will sie stärken und den allgemeinem Trend zur projektbezogenen Mitarbeit ausbauen. Einen Schwerpunkt möchte sie auf öffentliche Wahrnehmung der DRK-Arbeit legen und die rückläufige Spendenbereitschaft in der Bevölkerung ändern.

Racky bezeichnete die Professionalisierung der Rettungsdienste seit 1989, die Gründung der Sozialen Dienste 2007 und der Familiendienste 2011 als bedeutsame Etappen. Mit dem Aufbau der professionellen Verwaltungs- und Rettungsdienststrukturen wurde das Ehrenamt gestärkt, beschreibt Racky die Bedeutung. Der DRK-Kreisverband leistet mit 1100 ehrenamtlich Aktiven in 18 Ortsvereinen rund 85 000 Stunden unentgeltliche Arbeit für das Allgemeinwohl, ob im Sanitätsdienst, im Katastrophenschutz, der Rettungshundestaffel, bei Blutspendeterminen, Kleiderkammern, Besuchsdiensten und Gesundheitskursen. Kinder und Jugendliche werden im Jugendrotkreuz aufgenommen, leisten Schulsanitätsdienste und bieten „Pflasterkurse“ in Kindergärten und Grundschulen an. Im Erste-Hilfe-Programm werden jährlich bis zu 4000 Menschen unterrichtet. Mit der Wiederaufnahme nach der Corona-Zwangspause Anfang Juli setzte ein großer Ansturm ein. Auch dafür bietet das DRK Stellen für ein Freiwilliges Soziales Jahr an.

12 500 fördernde Mitglieder unterstützen die Arbeit ideell und finanziell. Betreutes Wohnen bietet das DRK in seinen Häusern in Kriftel und Hofheim und betreibt aktuell sieben DRK-Kindertagesstätten, zwei davon in Eppstein. Seit 6. Juli läuft in den Kitas der Vollbetrieb wieder.

„Bisher verlief unsere Arbeit Coronafallfrei,“ freute sich die neue Kreisgeschäftsführerin Sabine Mushake. jp

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