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DRK freut sich über zahlreiche Neulinge bei der Blutspende

Pascal Holz, Tim Weber, Sophie Dreyer (v.li.) warten noch auf eine freie Liege, während Emely Möller schon Platz genommen hat. Foto: Beate Palmert-Adorff

Mit einem solchen Ansturm beim ersten Blutspendetermin des Jahres in Vockenhausen hatte Silke Racky vom DRK Eppstein nicht gerechnet.

Im Schnitt kommen innerhalb der dreistündigen Termine 50 Spender in den Blauen Saal im Rathaus I, diesmal registrierte Nicole Wagner bei der Anmeldung schon innerhalb der ersten 30 Minuten rund 30 Spender, darunter 16 Erstspender. Insgesamt versorgten die zehn Helfer des Blutspendedienstes und des DRK Eppstein am Montag zwischen 16.30 und 19.30 Uhr 74 Spendenwillige.

Für den Blutspendetermin machte das Rathaus am Montag eine Ausnahme. Denn seit Montag ist auch das Rathaus in Vockenhausen für Besucher geschlossen. Blutspenden seien trotz der Pandemie-Gefahr wichtig, um das Gesundheitssystem aufrecht zu erhalten, betonte DRK-Geschäftsführer Stefan Racky. Blutpräparate für Notfallversorgung und Therapie werden weiterhin benötigt.

Deshalb einigten sich Stadtverwaltung und DRK auf ein Prozedere, um die Ansteckungsgefahr so gering wie möglich zu halten: Zur Vorsicht maß DRK-Helferin Anja Wilms schon am Rathauseingang als erstes die Temperatur der potenziellen Blutspender und forderte sie auf, ihre Hände zu desinfizieren. Nur wer fieberfrei war, durfte sich in die Warteschlange einreihen.

Auf dem Anmeldebogen werden Fragen zum Gesundheitszustand gestellt. Auch nach Auslandsaufenthalten in den vergangenen sechs Monaten wird routinemäßig gefragt. Diesmal rief das DRK schon vorab dazu auf, dass Menschen, die jüngst in Risikoländern wie Italien oder China waren, zu Hause bleiben. Im Rathausflur wurde es trotzdem eng: Wegen des zusätzlichen Aufwands und des ausführlichen Fragebogens riss die Schlange vor der Anmeldung nicht ab. Proteste gab es dennoch nicht. Geduldig warteten die Spender, bis Labortest für den Eisenwert des Blutes, die zweite Temperaturmessung und das Arztgespräch absolviert und eine Liege für die Blutabnahme frei waren.

Im Schnitt werden pro Spende-Termin etwa zehn Prozent der Menschen vorsichtshalber ohne Blutabnahme nach Hause geschickt. Das war auch am Montag in Vockenhausen so. Erstspender erhielten den Blutspendeausweis im Scheckkartenformat, der bundesweit bei allen DRK Blutspendediensten akzeptiert wird.

Informationen über Blutspendetermine, Wissenswertes für Neuspender, über Plasma-, Knochenmark- und Stammzellenspende oder welche Blutgruppen besonders gefragt sind, gibt es unter www.blutspende.de.

Silke Racky freute sich über das spontane Hilfsangebot einer Spenderin, „die fragte, ob sie uns bei künftigen Terminen unterstützen könne“. Racky musste diesmal auf drei ihrer sonst sechs Helferinnen verzichten, weil sie sich aus Altersgründen keiner Ansteckungsgefahr aussetzen wollten und zu Hause blieben. Das örtliche DRK ist für Auf- und Abbau, Getränke und Imbiss zuständig.

Länger als notwendig blieb diesmal keiner der Spender. Eine kurze Erholungspause und reichlich trinken, sind jedoch Pflicht. Statt der Sitzgruppe am Fenster und belegter Brötchen, die sonst nach der Spende für die Menschen bereitstehen, reichte Racky diesmal jedem ein kleines Lunchpaket.

Marina Kramer-Meul vom Blutspendedienst führt die große Resonanz darauf zurück, dass die Berichte über die Corona-Pandemie die Hilfsbereitschaft und die Sensibilität der Menschen erhöhe. Besonders freue sie sich über die große Zahl an Erstspendern, sagte sie.

Die 18-jährige Emely Möller aus Ehlhalten beispielsweise mobilisierte ihre Freunde Pascal Holz, Tim Weber und Sophie Dreyer. Sie sind Mitglieder der Ehlhaltener Kerbeburschen und wollten, so Möller, „eigentlich schon voriges Jahr spenden gehen, aber bei den vorigen Terminen war immer einer von uns krank“. Bei der Datei für Knochenmarksspender DKMS sei sie ebenfalls schon registriert.

Ein wenig nervös waren die vier und zögerten einen kurzen Moment, bevor sie sich auf die Pritsche zur Blutabnahme begaben. Udo Sterkel dagegen zählt schon zu den alten Hasen: Er erhielt am Montag eine Urkunde für die 125. Blutspende. Wenn er es einrichten kann, nimmt der Bad Camberger den Blutspendetermin in Eppstein auf dem Heimweg wahr.

Der Vockenhäuser Winfried Horn war eigentlich auf dem Weg zur Blutspende in Liederbach, weil er davon ausgegangen war, dass das Rathaus gesperrt sei, „dann entdeckte ich das DRK-Fahrzeug vor dem Rathaus und habe kehrt gemacht.“ Auch er sei seit rund 50 Jahren Blutspender, „allerdings musste ich zwischendurch aus gesundheitlichen Gründen pausieren, sagte der 70-Jährige. Bis zum 73. Lebensjahr sei Blutspenden grundsätzlich möglich, erfuhr er im Rathaus.

Der Coronavirus sei für sie kein Grund, nicht zu kommen, waren sich viele Blutspender einig. „Die Blutspende ist eine ganz einfache Möglichkeit, ohne großen Aufwand zu helfen“, begründete Andrea Koppermann aus Ehlhalten, warum sie die Termine wahrnimmt.

Auch für Kerstin Racky ist es selbstverständlich, ein- bis zweimal im Jahr zur Blutspende zu gehen, „weil ich ja auch selbst einmal in die Situation kommen könnte, in der ich auf eine Blutspende angewiesen bin“.bpa

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