Aus der Corona-Not geboren: Traktor-Corso zu Weihnachten

Mit 45 leuchtenden und funkelnden Traktoren mehr als doppelt so lang wie im Vorjahr war der zweite Traktor-Corso vor Heiligabend. Landwirte aus Eppstein und Nachbarorten setzten den leuchtenden Lindwurm bei Einbruch der Dunkelheit auf dem Holzlagerplatz bei Niederjosbach in Bewegung. Traktoren zwängten sich im Schritttempo durch die Altstadt, fuhren im Konvoi über Vockenhausen, Ehlhalten, Niederjosbach und Bremthal.Weiter Seite 5

Ein beeindruckender Lindwurm voller schimmernder und funkelnder Lichter wand sich zwei Tage vor Weihnachten bei trocken-kaltem Winterwetter durch Eppstein: Zum zweiten Mal hatte Bremthals Ortsvorsteher Guido Ernst gemeinsam mit befreundeten Landwirten zum Traktor-Corso aufgerufen.

45 Fahrzeuge sammelten sich am Mittwoch vor Weihnachten auf dem Holzlagerplatz – „mehr als doppelt so viel wie vor einem Jahr“, freute sich der Organisator. Er besorgte vorab Lichterketten, Sternenhimmel und Girlanden zum Vorzugspreis und in Kommission über einen Großmarkt. „Dadurch hatten wir die Möglichkeit, nicht gebrauchte Girlanden wieder zurückzugeben“, berichtete Ernst. Aber das meiste wurde verwendet, um Traktoren, Unimogs und andere Fahrzeuge weihnachtlich zu schmücken. Ein Teil der Fahrer holte sich die Leuchten bei Landwirt Michael Bendl in Niederjosbach ab, den weitaus größten Teil versorgte Ernst.

Pünktlich um 16.30 Uhr starteten die Fahrzeuge in Niederjosbach Richtung Eppstein. Voran fuhr Bürgermeister Alexander Simon als Chef der Ordnungsbehörde. Eine Pause machte der Corso vor der Seniorenresidenz. Einige der Bewohner erwarteten die Traktoren vor der Tür und beantworteten den Fernsehmoderatoren, die den Zug begleiteten, bereitwillig ihre Fragen. Die meisten Seniorinnen und Senioren jedoch standen und saßen an den Fenstern und bestaunten von drinnen den Trubel auf dem Vorplatz. Eine Mitarbeiterin verriet, dass die Plätze zuvor ausgelost worden waren, damit sich keiner benachteiligt fühlte.

In der Burgstraße, an der Einmündung der Bergstraße in die Hauptstraße und in Höhe der Geschäfte an der Hauptstraße, vor dem Bistro in der Langstraße in Ehlhalten, in der Bezirksstraße Niederjosbach, vor allem in Höhe der Eisbahn, warteten besonders viele Zuschauer. In der Dorfmitte in Bremthal versammelten sich Familien zum Glühwein-Trinken in ihren Höfen und freuten sich über die leuchtenden Traktoren. „So viele strahlende Kindergesichter und fröhliche Familien wie auf dieser Fahrt habe ich schon lange nicht mehr gesehen“, sagte Ernst, allein dafür habe sich der Aufwand gelohnt. Er lobte aber auch die Umsicht der Besucher. Alle hatten Platz genug, Gedränge gab es nicht, sagte Ernst.

Wegen der ungeplanten Sperrung der Burgstraße (wir berichteten) musste der Corso, einen kleinen Umweg über die Bundesstraße und die westliche Burgstraße nehmen. Jeder Abschnitt, vor allem in den engen Dorfstraßen, wurde vorher minutiös geplant. So gab es in der Burgstraße und in der Rossertstraße zwei Streckenposten, die den Corso im Falle eines Einsatzes unterbrochen hätten, um die Feuerwehr in der Rossertstraße im Notfall nicht zu behindern.

Der Corso selbst bestand aus organisatorischen Gründen eigentlich aus zwei Umzügen, die kurz hintereinander starteten. „Der zweite Umzug, vor dem wir eine kleine Pause einlegten, begann nach der Nummer 22“, verriet Ernst, „Wir haben uns vorher genau erkundigt, um sämtliche Auflagen der Behörden zu erfüllen“, sagte er. Dabei kamen ihm die Erfahrungen aus dem Vorjahr zugute.

Als hervorragende Neuerung bezeichnete Ernst den neuen Startplatz auf dem Holzlagerplatz von Matthias Bauers Baumdiensten. Dort trafen sich die Fahrer mit ihren Fahrzeugen nach der Lichterfahrt noch zu einem kleinen Umtrunk. Die meisten, da ist sich Ernst sicher, seien auch nächste Weihnachten wieder mit dabei. Er freue sich, dass Corona wenigstens etwas Gutes bewirke, wenn mit dem Lichter-Corso eine neue Tradition entstehe. bpa

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