Corona Hobby: Regine Joos bringt Farbe auf die Leinwand

Regine Joss an ihrer Staffelei.

Gemalt hat Regine Joos ihr Leben lang, „aber noch nie so viel wie jetzt“, sagt die 83-Jährige. Das Corona-Jahr habe sie nahezu von allen Freizeitaktivitäten abgeschnitten. Übrig blieb die Malerei. Inzwischen sei sie „geradezu besessen“

von Farbe und Leinwand, sagt sie und wage sich auch an große Bilder. Deshalb meldete sie sich auf unseren Aufruf vor einigen Wochen, in dem wir unsere Leser gebeten haben, ihr persönliches Corona-Hobby vorzustellen.

Anregungen und Anleitungen zu unterschiedlichen Techniken holt Regine Joos sich im Internet und nahm im vergangenen Jahr auch an einigen Online-Malkursen teil. Ihre Wohnung in der Waldallee in Bremthal zeigt die künstlerische Entwicklung der vergangenen Jahre. Überall hängen eigene Bilder: „Früher habe ich viele Miniaturen gemalt“, sagt Joos und zeigt auf ein winziges Portrait, das sie von ihrem Malteser Hündchen gemalt hat. Inzwischen genießt sie es, in Farbe zu schwelgen und probiert unterschiedlichste Techniken aus: Farbverläufe mit Pinsel oder Spachtel. Enkaustik, das Malen mit heißer, flüssiger Wachsfarbe, gehört dazu und „Pouring“, bei dem mehrere Schichten verdünnter Acrylfarben auf einen Untergrund gegossen und verteilt werden.

Meistens entdeckt sie in den abstrakten Farbspielen Gegenständliches oder Figuren: So entstanden ein Gemälde von der Eppsteiner Burg oder eine Geisha mit Schirm. Erst im Ruhestand zog die gelernte technische Zeichnerin nach Bremthal. Sie lebte 40 Jahre in Gravenbruch, arbeitete zunächst in ihrem erlernten Beruf, unter anderem in einem Designbüro, machte sich mit einem Antiquitätenladen selbstständig, spezialisierte sich auf antiken Schmuck und war etwa 20 Jahre lang Kurierfahrerin für DHL, „weil ich gern Auto gefahren bin und in diesem Beruf viel an der frischen Luft war“, sagt sie. Das habe sie in ihrem Bürojob vermisst. Außerdem wollte sie eigentlich Grafikerin werden, doch das Einkommen der Eltern reichte nicht, um alle fünf Geschwister studieren zu lassen. Aber der Spaß am Malen blieb.

Bevor sie nach Eppstein zog, lebte sie einige Jahre im Elternhaus in Kronberg, um ihre Eltern zu pflegen. Nach deren Tod kaufte sie sich eine kleine Eigentumswohnung in Bremthal, wo sie seit 16 Jahren wohnt. „Das war ein Glücksfall“, sagt sie heute: „In den 40 Jahren in Gravenbruch habe ich nicht einen Verein kennengelernt, in Eppstein war ich auf einmal in mindestens sechs integriert“. Eine Hausbewohnerin fragte sie damals, ob sie eine Lettlandreise des Vereins Europart mitmachen wolle. Sie sagte spontan zu, lernte andere Eppsteiner kennen und kam so beispielsweise noch zum Verschönerungsverein und zur Musikschule oder nahm Malunterricht bei der Vockenhäuser Künstlerin Stella Costa.

Obwohl sie immer noch ein unternehmungslustiger und feierfreudiger Mensch sei, bleibe sie zurzeit lieber zu Hause und halte zu Freunden und Bekannten telefonisch Kontakt und begrenze die künstlerische Fortbildung auf Internet-Kurse.bpa

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