Bremthaler Geschichtsverein zählt Jubiläen 2024 auf

Der Heimat- und Geschichtsverein (HGV) Bremthal blickt optimistisch ins Jahr 2024 und hat sich viel vorgenommen: Eine Herausforderung seien steigende Energiekosten für das Museum am Dorfplatz und die unvermindert hohen Ausgaben für Versicherungen. „Das sind finanzielle Belastungen“, sagt der Vorsitzende Helmut Kleindienst und ist sich mit Kassiererin Brigitte Sauer einig: „Wir könnten um einiges ruhiger schlafen, wenn wir zusätzliche Jahresbeiträge und Spenden verbuchen könnten.“ Deshalb stehen Mitglieder- und Sponsorenwerbung ganz oben auf der Liste.

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf den Recherchen zum Thema „Soziale Partnerschaft der Gemeinde Bremthal“. Erfasst werden dabei wichtige Einrichtungen zur Grundversorgung durch Arztpraxen, Zahnmedizin oder Apotheke. Die Eröffnung der ersten Allgemeinarzt-Praxis durch Dr. Hans Meisemann am 1. April 1974, also vor 50 Jahren, stelle einen bedeutenden Meilenstein dar, zählt Kleindienst auf.

Darüber hinaus will der Verein seine Internetseite aktualisieren und in die IT-Infrastruktur investieren. Derzeit gebe es dazu intensive Gespräche „und hoffentlich bald positive Rückmeldung“, so Kleindienst.

Außerdem stehen die Vorbereitungen fürs 25. Jubiläum des Vereins 2025 an. Der Vorstand freut sich über Ideen der Mitglieder. Bis Ende August, Anfang September will der Vorstand den Rahmen für die Festivität festlegen. Dabei werde auch die Gründung des Museums 2010 samt Ehrung der Museumsgründer gefeiert. Der Geschichtsverein erinnert außerdem an weitere bedeutende Ereignisse in den vergangenen Jahrzehnten mit runden Jahrestagen im nächsten Jahr: Der Baubeginn im Gebiet „Am Roth“ 1995, die Anmietung eines Wohnhauses im Hessenring für einen städtischen Kindergarten im Jahr 2000 und der erste Spatenstich für den S-Bahnhaltepunkt in Bremthal im September 2000.

Im laufenden Jahr sind ebenfalls Veranstaltungen geplant: Neben den regelmäßigen, öffentlichen Stammtischen und der Öffnung des Museums wurde eine Ausstellung zum Thema „Kleidung aus dem 19. Jahrhundert“ vorbereitet. Wie jedes Jahr stellt der Verein eine Osterkrone auf dem Dorfplatz auf. Am Höfefest am 5. Mai will sich der HGV wieder aktiv beteiligen, ebenso am Tag des offenen Denkmals am 8. September mit einer Aktion im Alten Backhaus. Das traditionelle Handkäs’-Essen ist für November geplant.

Medizinische Grundversorgung

Das herausragende Jubiläum 2024 ist aus Sicht des Geschichtsvereins die Ansiedlung von Arztpraxis, Apotheke und Zahnärztin vor genau 50 Jahren, die seitdem die medizinische Grundversorgung abdecken: Am 1. April 1974 eröffnete der Zeilsheimer Allgemeinarzt Dr. Hans Meisemann die erste Arztpraxis in Bremthal mit Praxisräumen in der ehemaligen Dorfverwaltung über dem damaligen Feuerwehrgerätehaus. Nach der Zusammenlegung mit Niederjosbach 1972 war der Bürgermeister samt Verwaltung in die Alte Schule umgezogen.

Zuvor gingen die Bremthaler zu den Ärzten in Vockenhausen und Eppstein. Wenige Wochen nach der Niederlassung des Allgemeinarztes eröffnete der Wiesbadener Apotheker Wilhelm Jansohn die Rathaus-Apotheke in Bremthal. Er hatte das neue Gebäude in der Alten Schulstraße an die Alte Schule anbauen lassen, unweit von Praxis, Verwaltung und Dorfplatz. Am 1. September ließ sich die Zahnärztin Dr. Jutta Joerendt in der Straße Rossertblick nieder und ergänzte die medizinische Grundversorgung Bremthals, die sich in den folgenden Jahren weiter verbesserte: Die Arzt-Praxen von Dr. Friedhelm Fischer in Niederjosbach und von Dr. Shahin Schamlu im Bremthaler Pommernring folgten.

Bis heute, so der Geschichtsverein, blieb diese wichtige Infrastruktur trotz einiger personeller Wechsel erhalten: In der Rathaus-Apotheke gab es 1990 und 2001 jeweils einen Besitzerwechsel. Seit 2001 wird sie von Cordula Eichhorn geführt. Die Zahnarztpraxis wurde 2002 verkauft und von Nachfolgerin Clarissa Lenk in den Valterweg verlegt. Die Praxis von Dr. Meisemann wurde nach dessen Ruhestand von Nachfolger Markus Rill in die Niederjosbacher Straße verlegt.EZ

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