40 Jahre Kulturkreis – 40 Jahre kulturelle Highlights für Eppstein

Eine Huldigung „dem König aller Weine“ stimmten die Sänger Marina Russmann, Keith Ikaia-Purdy, Timon Führ, Alex und Elizabeth Winn (v.li.) an und prosteten den Zuhörern zu. Fotos: bpa

Eigentlich wollte der Kulturkreis sein 40-jähriges Bestehen schon 2020 feiern. Pandemiebedingt wurde die Dankesfeier für Gründungsmitglieder, ehemalige und aktive Helfer verschoben.

Knapp 100 Personen hatte der Kulturkreis eingeladen, rund 80 kamen, darunter auch einige Gründungsmitglieder wie Irmgard Lepke, Gertrud Löns, Hans und Eva Maria Meisemann oder Hilde und Bertold Picard, Rita Quack und Gisela Rasper, Gabriele und Barthold Sauveur, Gesche Wasserstrass, das Ehepaar Weigel und Christel Wöll. Viele von ihnen waren jahrelang in Vorstand, Organisation oder als Kursleiter aktiv, einige bis heute. Auch Winterers Vorgängerin als Vereinsvorsitzende, Martha Hielscher, genoss den kurzweiligen Abend. „Das erste Mal seit zwei Jahren, dass wir eine Veranstaltung besuchen“, verriet sie anschließend und fügte hinzu: „es war richtig schön“. Wie sie verbrachten viele, vor allem ältere Menschen seit Beginn der Pandemie die meiste Zeit zurückgezogen zu Hause.

In seinem kurzen Rückblick per Diaschau wies Winterer auf die enorme Leistung der vielen Ehrenamtlichen hin, die in unterschiedlichsten Fachgebieten und Arbeitskreisen Kurse, Veranstaltungen und Ausstellungen organisierten. Über 80 verschiedene Programme, mehr als 600 Veranstaltungen und weit über 1000 Kurse habe der Kulturkreis in den Jahrzehnten seit seiner Gründung auf die Beine gestellt, sagte Winterer und erinnerte an Richard Hofmann, den, so Winterer, „findungsreichen“ Bürgermeister der 1977 neu gegründeten Stadt Eppstein. Er wollte damals ein Kulturprogramm auf ehrenamtlicher Basis aufbauen, das ein niveauvolles Programm für Kinder, Jugendliche und Erwachsene anbot, auch für Menschen mit schmalem Geldbeutel. Einem Aufruf in der Eppsteiner Zeitung folgten 56 Eppsteiner, die 1980 den Kulturkreis gründeten. Inzwischen zählt der Verein über 600 Mitglieder.

Auch Landrat Michael Cyriax gratulierte dem Kulturkreis, dem es immer wieder gelinge, die Menschen für Kunst und Kultur zu begeistern. Bürgermeister Alexander Simon wies darauf hin, dass dem Kulturkreis mit den Ausstellungen über die Eppsteiner Avantgarde-Künstler Ella Bergmann-Michel und Robert Michel Anfang der 1980er Jahre gleich „ein fulminanter Start“ gelungen sei und lobte das breit gefächerte kulturelle Leben, das der Kulturkreis den Eppsteinern biete.

Die Saxdays, der Eppsteiner Kunstpreis und das Holzbildhauersymposium sind kulturelle Highlights, bei denen der Kulturkreis „ein mächtig großes Rad dreht“, führte Winterer aus und wies auf die überregionale Bedeutung des Holzbildhauersymposiums hin.

Auch für die verspätete Feier des runden Jahrestages hatte der Kulturkreis herausragende Künstler engagiert. Als Dankeschön für die vielen Helferinnen und Helfer lud der Kulturkreis das Ensemble „Opera et Cetera“ und den aus Eppstein stammenden Ausnahme-Vibraphonisten Oli Bott ein.

Die fünf Opernsängerinnen und Opernsänger aus dem Rheingau füllten das Bürgerhaus mit spritzigen Melodien aus Oper, Operette und Musical. Bei der „Julischka“ aus der Csárdásfürstin wippte so mancher Fuß im Takt mit und bei der Johann-Strauss-Arie „Im Feuerstrom“ aus der Fledermaus prosteten Sänger und Zuhörer einander gut gelaunt zu.

„Solche Stimmen hat Eppstein lange nicht gehört“, meinte ein Gast beeindruckt. Die fünf Sänger bewegten sich sicher mitten im Publikum, sangen einander über die Köpfe der Zuhörer hinweg zu und begeisterten das Publikum mit ihrer „Dinnershow“ vom ersten Lied, „Votre Toast“ aus der Oper Carmen, an bis zum Finale. Zum Abschied sangen sie Abbas „Thank you for the Music“ begleitet von Christian Strauss am Piano, Oli Bott am Vibraphon und Kontrabassspieler Arnulf Ballhorn.

„Chronicles of Jazz – ein Abenteuer durch die Musikgeschichte“ nannte das Duo Bott und Ballhorn sein Programm und begeisterte mit der Bandbreite des Vibraphons, die von minimalistisch zart gehauchten Tönen bis zu virtuosen Wirbeln reichte. Mit seinem fast tänzerischen Spiel zog der Jazz-Vibraphonist, Orchesterleiter und Komponist Bott die Zuhörer in seinen Bann und kam dabei fast ohne Worte aus.

Einen Programmwechsel kündigte er an: Das Stück „Wassersteg“ habe er zur Erinnerung an seinen Lehrer an der Eppsteiner Musikschule, Detlef Biedermann, geschrieben. Es beschreibt ein Kunstwerk, einen Steg am Wasser, in der Bundeshauptstadt Berlin, wo er seit vielen Jahren lebt und arbeitet und sei kurz nach dessen Tod entstanden.

Auch Werke von Ravel, Satie oder Bizet interpretierte Bott völlig neu. Auf Bachs Sonata IV Allemanda ließ er übergangslos „Nothing Else Matters“ von Metallica folgen und erzählte den Zuhörern: Er sei im Elternhaus mit beiden aufgewachsen. Den Kontakt zu Eppstein hielt er in den vergangenen Jahren beispielsweise durch Gastspiele bei den Saxdays und Infos über seine Kompositionen. Seine Mutter Barbara Bott und Schwester Evelyn waren ebenfalls eingeladen. bpa

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