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Rekordzahlen am Samstag, Winterkulisse am Sonntag

Eine feine Schneeschicht verzauberte den Weihnachtsmarkt am Sonntag. Foto: Julia Palmert

Längst hat es sich auch in Nachbarorten herumgesprochen: Der Eppsteiner Weihnachtsmarkt ist einer der schönsten in der Region. Gut 60 Stände reihen sich in der Burgstraße, zwischen Talkirche, Altem Rathaus und Burgaufgang und rund um den Wernerplatz aneinander.

Die lebende Krippe mit dem Streichelzoo in der Wooganlage ist für viele Familien längst ein Muss. Das kleinwüchsige Limousin-Rind Momo, das wie ein Hund auf seinen Hinterbeinen sitzen kann und reichlich verschmust ist, hat nach drei Jahren beim Weihnachtsmarkt in Eppstein schon eine richtige Fan-Gemeinde, weiß Besitzer Hans-Jürgen Rhein, genau wie die Esel Rosinante und Rosalie und die beiden Schafe, die die Streicheleinheiten der Kinder sichtlich genossen.

Auf dem Weg vom Weihnachtsmärchen Richtung Altstadt machten viele Familien Station, entweder, um Raclette und Apfelglühwein am Stand des Veranstalters Percuma zu genießen, oder dem Weihnachtslieder-Karaoke auf der Woogbühne zu lauschen. Die beiden Schülerinnen Lotte und Marlene wagten sich zu zweit sogar auf die Bühne und sangen kräftig ins Mikro. Entlang der Rossertstraße reihte sich der kleine, aber feine Hobbykünstlermarkt mit handgemachter Keramik und selbst genähter Mode ein. Wieder mit dabei: Das „Fabilicious Cupcake Team“ mit selbst gemachten Cupcakes, Marmeladen und Müsli-Mischungen.

An den Ständen rund um den Wernerplatz herrschte schon am frühen Samstagnachmittag dichtes Gedränge. Marktmeister Jürgen Rothbarth sprach am Montag sogar von einem Rekordbesuch mit über 21 000 Besuchern an beiden Tagen, wobei der Sonntag deutlich schwächer besucht war als der Samstag. „Vermutlich haben sich viele wegen der Wettervorhersage nicht hergetraut“, vermutet Rothbart. Dabei hatte der Bauhof sämtliche steilen Straßen gestreut und geräumt. Häuser, Burg und Stände boten eine idyllische Winterkulisse.

Eine logistische Herausforderung, so Rothbarth, sei jedes Jahr die Stromversorgung rund um den Wernerplatz. Leitungen und Stromversorgungsanschlüsse, die bei der Altstadtsanierung Anfang der 1990er Jahre verlegt wurden, „waren damals vermutlich großzügig bemessen, reichen aber für heutige Anforderungen kaum aus“, sagte der Marktmeister.

Am Stand des Sängerbundes Vockenhausen gingen schon am Samstagabend die Thüringer Bratwürste aus und mussten nachgeordert werden. Selbst die Profis vom Imbiss-Team Brandl aus Heftrich hatten am Samstagabend fast keine Ware mehr. Auch die TSG-Mitglieder kratzten buchstäblich die letzten Portionen Chili im Brotteig zusammen. Die Nikoläuse der SG Bremthal waren mit Boxen, prall gefüllt mit Losen, unterwegs, der Fairtrade-Arbeitskreis verteilte fair gehandelte Bananen mit Nikolausmützen.

Beim Lions Club gab es wie jedes Jahr selbst gemachten Glühwein, rot und weiß, mit frisch gepresstem Orangensaft. Die Talkirchengemeinde lud wieder in die Suppen-Oase in der Sakristei ein. Auch die „Hartplatz-Family“ der Sportfreunde Vockenhausen freute sich über reißenden Absatz ihres Glühweins. „Das Wetter ist ideal, kalt und trocken“, sagte Hardy Fischdick am Samstag, „und bisher sind alle Besucher gut drauf.“

Die Kälte kam Händlerin Diana Schmidt-Theis von „Schönes und mehr“ gerade recht. Sie hatte ihre Auslage auf die Straße ausgedehnt und freute sich: Endlich ist in der Altstadt Betrieb.“ Besonders gut verkauften sich am Samstag Mützen, Schals und Handschuhe.

Zum ersten Mal mit einem eigenen Stand vertreten waren die katholische Kirchengemeinde und Burgkastellanin Josephine Kuhlisch. Bei den Kirchenvertretern, die ihren Stand neben der Talkirche aufgebaut hatten, gab es Süffiges vom bischöflichen Weingut und Kerzen. „Bei diesen Temperaturen würde sich Glühwein besser verkaufen“, stellte Thomas Giese fest. Im nächsten Jahr werde man das Angebot wohl überdenken. Trotzdem sei es gut, als Stadtkirche präsent zu sein, lobte Pater Gaspar Minja das Engagement des Pfarrgemeinderats.

Josephine Kuhlisch wohnt seit Anfang des Jahres mit ihrem Mann auf der Burg und hat im Sommer in den Burggärten Kräuter und Früchte geerntet und für den Weihnachtsmarkt duftende Seifen, milden Apfelessig, Kräutersalz, Würzöle und Cremes kreiert. Auch die Trauben für ihren Gelee stammen von der Burg. Der Burgverein hat sie ihr überlassen und sie dazu ermutigt, ihr Hobby, kleine Geschenke für Freunde und Verwandte selbst zu machen, auszuweiten und damit in Serie zu gehen. Ein Teil des Erlöses ist deshalb auch für den Burgverein bestimmt. Außerdem nutzte Josephine Kuhlisch die Gelegenheit und trat als Mitglied dem Burgverein bei.

Im Eine-Welt-Stand war diesmal Milchschokolade in ausgefallenen Geschmacksrichtungen der Renner. Am besten verkauft habe sich jedoch der Eppsteiner Burg-Kaffee, zog Gudrun Souverein am Sonntag Bilanz. Beim Schätzspiel gewann, wer der Zahl von 438 Kaffeebohnen in einem Glas am nächsten kam. „Die Gewinner werden benachrichtigt“, versprach Souverein.

Am Stand der Freiherr-vom-Stein-Schule gab es neben selbst gemachtem Holzspielzeug und Plätzchen auch eine Spendenbox in Form einer Biene. Wer mindestens zwei Euro spendete, wurde Bienenpate und unterstützt die Imker-Gruppe, die im Frühjahr einen Bienenstock anschaffen will. Leonie Blaschke, die mit ihren Eltern aus Langenhain auf den Weihnachtsmarkt gekommen war, musste nicht lange überredet werden. Ihr Großvater sei auch Imker, sagte sie, und nahm gern die kleine Holzbiene als Dankeschön an.

Im Fliednerhaus stellte Regina Martin vom Organisationsteam des IHH Bastelmaterial für die Weihnachtswerkstatt bereit. Samstag und Sonntag entstanden dort unter flinken Fingern Anhänger aus Perlen, Salzteig-Figuren, Weihnachtskarten und Plätzchen. Unterstützt wurde Martin von den Eppsteiner Kindertagesstätten.

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