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Lokalkolorit und Regionales zieht – auch beim Weinfest

Zeitweise war in der Altstadt Betrieb wie beim Weihnachtsmarkt.

Am Gottfriedplatz sangen Besucher begeistert beim Rudelsingen mit.

Die Kinder und Jugendlichen von „Instrument Stimme“ machten den Auftakt zum kleinen chorkonzert in der Talkirche.

Aus Kopenhagen zum Weinfest in Eppstein angereist waren die Freunde von Michael Christian (r.). Henrik, Michael, Leif und Thomas (v.l.) kennen den Chef der SG-Bremthal aus Studentenzeiten.Foto: J. Palmert

Chillig war’s in der Gin-Lounge von Vino della casa.

Genuss pur erlebten die Besucherinnen und Besucher des Weinfestes am vergangenen Wochenende. Mehr als 500 Liter Wein unterschiedlicher Provenienz flossen die durstigen Kehlen hinab. Auch das kulinarische Angebot fächerte sich breit auf von A wie Austern bis Z wie Zwiebelkuchen. Am Samstagabend waren Tische und Bänke auf dem Wernerplatz fast voll besetzt. Auf dem Gottfriedplatz hatten auch dieses Jahr wieder die Fans beim Rudelsingen ihren Spaß. Bevor der Platz in ausgelassener Stimmung zum Gesang anhob, lud Pfarrerin Heike Schuffenhauer zu einem Chorkonzert in der Talkirche ein anlässlich der 700-Jahr-Feier der Stadterhebung.

„Auch wenn niemand in der Kirche sitzt, hören uns die Leute trotzdem“, schmunzelte Heike Brugger vom Sängerbund Vockenhausen. Doch keiner der drei Eppsteiner Chöre, deren Lieder nach draußen übertragen wurden, sang vor leeren Kirchenbänken. Kleine und große Sänger ließen ihre Stimmen ertönen, als seien sie gleichsam ein Instrument. „Instrument Stimme“ nennt sich denn auch der von Birgit Schmickler aus Niederjosbach geleitete katholische Kinderchor. Die Chorleiterin begleitete die 17-köpfige Kinderschar am Piano. Beim melodischen Volkslied aus Finnland durften die Zuhörer in den Gesang einstimmen.

Nach der Umbaupause hatte erst der Männergesangverein Sängerlust Niederjosbach seinen Auftritt, anschließend der Frauen- und Männerchor des Sängerbund Vockenhausen. „Live ist besser als draußen – kommen Sie in die Kirche“, lockte Schuffenhauer, „es ist gar nicht so ganz einfach den Gesang auszusteuern“. Am Mischpult stand Thomas Dürrich, zweiter Vorsitzender des IHH, und hatte alle Hände voll zu tun, Lautstärke und Klang zu optimieren. Danach war die „Bühne frei“ für das Rudelsingen. Vor dem Eingang zur Eppsteiner Zeitung hatte sich Klavierlehrerin Ulrike Drommeshauser mit ihrem Piano postiert. Schuffenhauer moderierte das Spektakel gemeinsam mit Dürrich. Die einen lasen die Texte vom Smartphone ab, die anderen hatten sie im Blut: „Marmor, Stein und Eisen bricht,...“ und „Er gehört zu mir“ schmetterten die gut gelaunten Rudelsänger. Keine Frage, dass es die Aktion „Eppstein singt“ im nächsten Jahr wieder gibt. Damit möglichst viele Liedwünsche erfüllt werden, sammelt Schuffenhauer Vorschläge unter der E-Mail-Adresse gemeinde[at]talkirche[dot]de.

Bei neun Weinständen und sechs Imbissständen hatten die Besucher die Qual der Wahl. Reich war das Angebot an deutschen Weinen in der Mehrzahl Riesling, Grau- und Weißburgunder, auch Cabernet Sauvignon und Spätburgunder für die Rotweinfreunde waren dabei. Mille Vini oder auch „Tausend Weine“ offerierte Spezialitäten aus der ganzen Welt ebenso wie die Eppsteiner Weinpresse und Vino della Casa aus Niedernhausen. Sommelier Michael Kietzmann – dieses Jahr ohne seinen Berliert-Oldtimer, dafür mit einem Stand in Lounge-Optik – hatte den „Bembel Gin“ im Angebot, einen mit Apfelbrand, Apfelscheiben und Ingwer kredenzten Gin „auf hessisch“, der großen Zuspruch erhielt.

Lokalkolorit zieht, wie an den handgemachten „Röllsche“ zu sehen war. Die nach asiatischem Vorbild kreierten Röllchen gab es mit „Beef und cheese“-, „Chicken“- oder „Veggie cheese“-Füllung. „Ausverkauft – danke Eppstein“ posteten die Macher später im Internet.

„Austern gehören zu den nahrhaftesten Produkten der Welt“, warb Olivier Wenda von Perle de l’Atlantique für das Meeresgetier aus Frankreich. Das Dutzend, auf einem Holztablett serviert, war für 27 Euro zu haben. Immerhin: Am Ende waren alle 200 Austern verspeist.

Erstmals mit einem Stand vertreten war „Wine & Pearls“, ein Weinhändler aus Bad Soden, der überwiegend Weine von Jungwinzern aus dem Rheingau, dem Nahetal, der Südpfalz und der Mosel im Ausschank hatte. „Wir hatten viele interessierte Kunden an unserem Stand“ erklärte Timo Schwinn aus Bad Soden zufrieden über die gute Resonanz.

Bis auf eine Ausnahme zogen alle Winzer und Händler am Samstagabend eine positive Bilanz. Allein das Weingut Ritter von der Nahe bekam die starke Konkurrenz der Eppsteiner Weinhändler zu spüren. Am nächsten Tag schuf der IHH durch eine neue Tischordnung Abhilfe. So fanden auch Freunde des Nahe-Weins wieder den Weg zum Stammweingut. Mit rund 5000 Besuchern an beiden Tagen war Marktmeister Jürgen Rothbarth rundum zufrieden.

Dana Schmidt-Theis von „Schönes und mehr“ war eine der wenigen Geschäftsinhaber am Wernerplatz, die die Chance nutzten sich „open end“ einem breiten Publikum vorzustellen. „Mein Eindruck ist sehr positiv“, berichtete sie, „viele Leute waren interessiert, aber beklagten, dass es in Ladennähe zu wenige Parkplätze gibt“.

Der Verein „Lernen dürfen“ feierte beim Weinfest seine Gründung am 9.9.2009, also vor genau neun Jahren. Der Erlös aus dem Verkauf von Häppchen fließt in Schulprojekte in Burkina Faso, erklärte Vereinsgründerin Claudia Papenhausen.

Am Sonntag schlugen zusätzlich vier Hobby-Künstlerinnen auf dem Wernerplatz ihre Zelte auf. Sie boten Keramik aus Vockenhausen, Patchwork-Näharbeiten, handgearbeitete Präsente mit Jubiläumslogo „700 Jahr Stadtrechte“, sowie mit „Pfötchen Welt“ ebenfalls Handgemachtes für Hund und Katz.mi

Die Kinder modellierten mit Ton am Stand von Keramikerin Eva Pfund. Fotos: J. Palmert/H. Mischker

IHH-Chef Siegmar Schmidt und Vize Thomas Dürrich.

Claudia Papenhausen (li.) verkaufte Häppchen gegen Spenden für den Verein „Lernen dürfen“.

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