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Im Kräutergarten gibt es jetzt schon Neues zu entdecken

Die Gartensaison beginnt auch für die Kräutergruppe des Gartenbauvereins. Foto: sp

Der Bärlauch wächst üppig und die ersten Kräuter für die Grüne Soße sprießen. Nebenan duftet der blühende Weißdorn. Im Kräutergarten des Obst- und Gartenbauvereins Niederjosbach beginnt unverkennbar die Saison.

Es ist die Zehnte, seit er am sonnigen Hang in der Verlängerung der Straße Am Kamm angelegt wurde. Er befindet sich in unmittelbarer Nachbarschaft zur Streuobstweise des Vereins und neben Kräuter, Wild- und Gartenblumen gedeihen hier auch alle Arten von Beeren.

„Alles ist jetzt noch ein bisschen nackt, aber wir werden es schon noch zum Erblühen bringen“, sagt Erika Zickwert. Jede Menge Blüten sind auch dieses Jahr zu erwarten: Im Kräutergarten wachsen Wildpflanzen aus Niederjosbacher Provenienz; es gibt thematische Beete für Heilkräuter, Färber- und Hummelpflanzen sowie Marienkräuter, eine Wildwiese und ein kleines Feld mit besonders süßen Erdbeeren.

Lars Zickwert setzt zu Johannis-, Stachel- und Jostabeeren einen Aroniastrauch ein, dessen Beeren eine gesundheitsfördernde Wirkung zugeschrieben wird. Das braune Winterlaub rechen Helga Mischker, Erika Zickwert, Heike Lemberg und Doris Enders aus den Beeten. Enders kommt sogar aus Strinz-Margarethä. Sie lernte die Frauen beim Kräuterfest in Waldems-Esch kennen, an dem sich die Kräutergarten-AG aus Niederjosbach jeweils im August beteiligt. Ihre Idee zum Erdkammer-Sirup wurde in Niederjosbach aufgegriffen. Aus lagenweise in ein Glas geschichteten Spitzwegerichblättern und Honig, der in einer 50 Zentimeter tiefen Erdkammer gelagert wurde, wird nach drei bis sechs Monaten ein hustenstillendes Mittel mit pflanzlichem Kodein.

Koordinatorin Ursula Kunze ist von der ersten Stunde an dabei. Sie pflegt auch das Sammeln von Kräutern für den Niederjosbacher Würzwisch. Martha Kern hatte in den Anfangsjahren des Kräutergartens eine Liste der Pflanzen, die an Maria Himmelfahrt geweiht werden, aufgestellt. Viele davon wachsen im Kräutergarten.

Im Gegensatz zu anderen Vereinen hat sich die Gruppe in den Jahren ihres Bestehens verjüngt. Die acht Frauen und zwei Männer sind alle um die 50 Jahre alt. Elan, aber auch innovative Ideen zeichnen die Zehn aus. So verkaufen die Frauen beim Latwerje-Fest des Vereins oder auf dem Adventsmarkt in Niederjosbach ihre Kräutertee-Mischungen, Bohnenkraut und Oregano. Auch Seifen, denen Mandelöl mit Mädesüß oder Olivenöl mit Winterlindenblüten zugesetzt werden, hat die Gruppe schon hergestellt oder ausgefallene Leckereien wie Speierlings-Gummibärchen. Kunze entwickelte mit Doris Enders Kräutermischungen für reinigenden, entspannenden oder vitalisierenden Rauch. Die beiden haben die alte Tradition des Räucherns wiederentdeckt.

Jetzt im Frühjahr stellt die Kräuter-AG die Weichen für das neue Gartenjahr. Ein neues thematisches Beet soll angelegt werden. Vor die Wahl zwischen einem Beet für Räucherpflanzen oder mit essbaren Pflanzen gestellt, entscheidet sich die Gruppe klar für den Magen. Bald werden am sonnigen Hang, aber auch an einem Plätzchen im Schatten Guter Heinrich, Melde, Topinambur, Engelwurz, Wiesenkümmel, Bärenwurz oder auch Hanf, selbstverständlich ohne das berauschende THC, angepflanzt. Auch der von Gärtnern so gefürchtet Giersch und Löwenzahn werden in Erwägung gezogen oder die unermüdlich blühende Ringelblume und die aromatische Minze.

Die Wildblumenwiese ist im Jahr vor dem eigentlichen Jubiläum stark von Gras überwuchert. Die Gärtner stehen vor der Frage, ob die verbliebenen Stauden wie das Scharbockskraut, der Große Wiesenknopf oder der Odermennig erhalten werden können oder alles nach dem Umbrechen des Bodens neu eingesät wird. „Im Handel gibt es viele Wildblumenmischungen, aber nicht alle wachsen gut bei uns“, sagt Lars Zickwert. Er hat deshalb eine eigene Mischung zusammengestellt. Verschiedene Klee- und Malvenarten, Kornblume und Phacelia, auch Bienenfreund genannt, garantieren eine blühfreudige Blumenwiese, die länger als eine Saison Bestand hat.

Im Kräutergarten gibt es auch um diese Jahreszeit schon Neues zu entdecken und, wie die Süßdolde mit ihrem unvergleichlichen Lakritzgeschmack oder die zarten Fenchelblätter, zu probieren. Gärtnern ist so gesehen ein kleines Abenteuer, das den Mitgliedern der Gruppe nach Feierabend eine Welt der unerschöpflichen kleinen Wunder und Möglichkeiten eröffnet. Die schöne Lage des Gartens und der gute Zusammenhalt in der Gruppe tut ein Übriges. Noch nachdem das Abendrot von der Dunkelheit geschluckt wurde, wird geharkt und gepflanzt und werden Pläne geschmiedet.

Die Gruppe ist für neue Mitglieder offen. Sie trifft sich immer mittwochs um 17.30 Uhr auf dem Grundstück Am Kamm. Informationen hat Ursula Kunze unter der E-Mail Ursula.Kunze[at]gmx[dot]de oder mobil unter der Nummer 01520 340 74 00. sp

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